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Born Global Academy: Wie Wormsystems und Purency die Welt erobern wollen

© Wurmkiste / Purency / Montage Trending Topics
© Wurmkiste / Purency / Montage Trending Topics

12 Soonicorns, und es werden immer mehr: Österreich hat sich zu einem Land der Scale-ups entwickelt, und hinter den zukünftigen Unicorns, die bald eine Milliarde Euro oder mehr wert sein könnten, drängt eine neue Generation der Gründer:innen nach. Der österreichische Markt wird ihnen oft und schnell zu klein. Da heißt es: internationalisieren.

Mit der Born Global Academy der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Kooperationspartner weGrow International haben dieses Jahr zehn Startups die Möglichkeit bekommen, in einem achtwöchigen Intensivprogramm Know-how für die Skalierung und Internationalisierung ihrer Geschäftsmodelle zu sammeln. Zwei der zehn Startups haben sich dem Thema Sustainability verschrieben: Wormsystems und Purency.

Der Demo Day am 30.05.2022, im Rahmen der  Vienna Up 22, stellt für die Alumni den Abschluss der Born Global Academy dar. Hier können sie ihre Produkte und Geschäftsideen vor Investor:innen präsentieren. Interessierte Business Angels können sich ab sofort unter aussenwirtschaft.scaleups@wko.at für die Pitching Sessions anmelden.

Wormsystems: „Jetzt ist die Zeit reif für weitere Märkte“

„Unser oberstes Ziel ist, Biomüll aus dem Restmüll zu retten“, sagt Bettina Dintl, die bei Wormsystems aus Andorf in Oberösterreich fürs Marketing zuständig ist. Das Startup kennt man in Österreich und Deutschland besser unter der Marke Wurmkiste – und natürlich für die Holzkisten, in denen Kompostwürmer und Mikroorganismen Bioabfälle in ihre Grundsubstanzen zerlegen und so für wertvolle Erde sorgen. Es sind mittlerweile tausende Tonnen Bioabfall, die mit Hilfe der Wurmkisten in Humus umgewandelt wurde.

„Wir verkaufen jährlich etwa 10.000 Wurmkisten und wachsen ständig“, sagt Dintl. Corona- und Klimakrise hätten dazu beigetragen, dass immer mehr Konsument:innen die Produkte zu Hause wollen, weil es einfach mehr Nachfrage nach nachhaltigen Produkten gibt. „Unsere Hauptmärkte sind Österreich und Deutschland, seit eineinhalb Jahren sind wir auch in den Niederlanden“, sagt Dintl. „Jetzt ist die Zeit reif für weitere Märkte.“

© Wormsystems
© Wormsystems

Nach den ersten Versuchen in neuen Märkten geht es im Rahmen der Born Global Academy darum, eine Strategie für die Expansion zu entwickeln. „Wir wollen herausfinden, wo wir genau starten sollten und wollen lernen, wie wir an die unterschiedlichen Märkte herangehen sollen und an welchen Schrauben wir drehen müssen, damit das Produkt für die anderen Märkte passt“, sagt Dintl. Vor allem der Bereich Kommunikation sei da enorm wichtig. Man müsse herausfinden, in welchen Ländern man welche Vorteile der Wurmkiste in den Vordergrund rücken muss. Für die einen könnte der Beitrag zum Umweltschutz Hauptgrund für den Kauf sein, für andere könnte dagegen die Produktion eigener Erde wichtiger sein.

In neuen Märkten rechnet man sich bei Wormsystems gute Chancen aus, auch dort bald zehntausende der Wurmkisten zu verkaufen. „Es gibt einige Konkurrenzprodukte, aber die sind meistens aus Kunststoff. Unsere Holzkisten sind einzigartig“, sagt Dintl. „Das Holz kann atmen, was das Klima in der Kiste durch Sauerstoff und Feuchtigkeit verbessert, und sie eignen sich sogar als Sitzmöbel in der Wohnung.“ Außerdem wurde das Produktsortiment ausgeweitet, um neue Zielgruppen anzusprechen. Die neue Wormbag etwa bietet mehr Volumen, ist gleichzeitig günstiger und kann aufgehängt werden. Dintl: „Das ist eine Alternative für den Komposthaufen für Einfamilienhäuser.“

Purency: „Wir wollen jetzt international ausrollen“

Sie sind mittlerweile überall. Kleinste Plastikpartikel, wie Foscher:innen entdeckt haben, lagern sich sogar in unserem Blut und Magen ab. Das Wiener Startup Purency rund um Gründerin Aurelia Liechtenstein macht sich seit 2020 mit Künstlicher Intelligenz auf die Jagd nach diesem Mikroplastik und hat dazu eine Software entwickelt, mit der Labore automatisch die winzigen Partikel in Proben zu entdecken.

„Mikroplastik spielt weltweit eine Rolle“, sagt Liechtenstein im Gespräch. Seit dem Marktstart konnte das Gründerteam, dem auch Benedikt Hufnagl, Michael Stibi und Valerie Hengl angehören, bereits Kund:innen für die Software namens „Microplastics Finder“ auf der ganzen Welt finden. Labora von Tasmanien in Australien über Europa bis in die USA nutzen die Wiener Lösung, um Mikroplastik zuverlässig zu identifizieren.

Durch die erste Kundschaft und einer aws-Förderung ist es den Gründer:innen möglich, ihre ersten Mitarbeiter:innen anzustellen. Und sie sind hungrig geworden. „Jetzt wollen wir international ausbauen, und deswegen nehmen wir an der Born Global Academy teil“, sagt Liechtenstein. Bei dem Programm geht es für sie vor allem darum, die richtige Internationalisierungsstrategie zu entwickeln.

"Microplastic Finder" von Purency. © Purency.ai
„Microplastic Finder“ von Purency. © Purency.ai

„Wir müssen Brand Awareness schaffen, und das geht nur mit Fokus und Strategie“, sagt Liechtenstein. Das Startup müsse mit seiner Software-Lösung in den Austausch mit den wichtigen Stakeholdern in unterschiedlichen Märkten kommen und Teil der Community werden. Das bedeute viel Kommunikationsarbeit auf virtuellen wie analogen Events und Konferenzen. „Was kommt zuerst, was später – wir müssen lernen zu priorisieren und zu fokussieren“, sagt die Gründerin.

Und: Es gilt auch, neue Zielgruppen zu erschließen. Bis dato konnte sich Purency einen Namen bei Laboren im Forschungs- und Universitätsbereich machen – also dort, wo man herkommt. Denn die Wurzeln des Startups liegen an der Universität Bayreuth, wo der erste Prototyp der Software entwickelt wurde. Nun gelte es aber auch, verstärkt Labore von Privatunternehmen anzusprechen und schließlich auch in den riesigen Branchen der Lebensmittel-, Getränke- und Textilindustrie Fuß zu fassen. Liechtenstein: „Wir sehen, dass unsere Lösung künftig bei der Qualitätskontrolle in diesen Industrien eine große Rolle spielen kann.“

Die Umsetzung der Born Global Academy erfolgt im Rahmen der Internationalisierungsoffensive go-international, einer gemeinsamen Initiative des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und der Wirtschaftskammer Österreich.Co-Initiatorin der Born Global Academy ist die Startup-Initiative Start-up-Now der WKÖ Startup-Services. Kooperationspartner weGrow International ist darauf spezialisiert Startups und Scaleups ein schnelles und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Mit einem Netzwerk von 100+ Skalierungsexpertinnen- und experten weltweit hat weGrow International bereits über 200 Expansionsprojekte erfolgreich abgewickelt.

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