BYD überholt Tesla und wird größter E-Auto-Hersteller weltweit
Der chinesische Elektroautobauer BYD hat Tesla im Jahr 2025 als weltweiten Marktführer abgelöst. Das Unternehmen aus Shenzhen hat im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit sein angepasstes Jahresziel erreicht. Das entspricht einem Wachstum von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei reinen Elektrofahrzeugen verkaufte BYD 2,07 Millionen Einheiten, während Tesla nur auf 1,64 Millionen Auslieferungen kam. Teslas Absatz ist sogar um mehr als acht Prozent gesunken – ein Rückgang, der sich bereits das zweite Jahr in Folge fortsetzt.
Der Dezember 2025 offenbart allerdings massive Schwächen im chinesischen Heimatmarkt. Mit 420.398 verkauften Fahrzeugen verzeichnete BYD einen Einbruch von 18,34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits den vierten Monat in Folge zeigt sich eine negative Tendenz. Besonders Plug-in-Hybride litten unter der schwachen Nachfrage und brachen um fast 26 Prozent ein, während reine E-Autos um gut acht Prozent zurückgingen. Peking fährt Kaufanreize für Elektrofahrzeuge zurück, gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb durch zahlreiche neue Modelle im hart umkämpften chinesischen Markt.
Geely und Xiaomi setzen BYD unter Druck
Die Konkurrenz schläft nicht: Geely steigerte seine Auslieferungen im Dezember um 13 Prozent, und Tech-Konzern Xiaomi durchbrach mit seiner EV-Sparte erstmals die Marke von 50.000 monatlichen Einheiten. BYD-Chef Wang Chuanfu räumte auf einem Investorentreffen Anfang Dezember ein, dass der technologische Vorsprung der vergangenen Jahre geschrumpft sei und sich dies auf die Inlandsverkäufe auswirke. Das Unternehmen setzt auf sein rund 120.000 Ingenieure starkes Entwicklerteam, um neue technologische Durchbrüche zu erzielen und die Dominanz im Massenmarkt zu verteidigen.
Ein Lichtblick bleibt das internationale Geschäft: Die Auslieferungen außerhalb Chinas explodierten regelrecht und stiegen 2025 auf 1,05 Millionen Fahrzeuge. Allein im Dezember wurden über 133.000 Einheiten exportiert – ein Zuwachs von 133 Prozent. Für 2026 strebt BYD laut einem Citigroup-Bericht einen Auslandsabsatz von 1,5 bis 1,6 Millionen Einheiten an. Die Strategie, Absatzschwächen in China durch aggressive Expansion nach Europa, Südostasien und Südamerika auszugleichen, zeigt damit erste Wirkung.
Neue Produktionskapazitäten in Europa
BYD baut seine europäische Präsenz massiv aus und setzt verstärkt auf lokale Produktion. In Ungarn entsteht aktuell ein Werk für PKW, das 2026 in Betrieb gehen soll. Noch größer dimensioniert ist das geplante Werk in Manisa in der Türkei, das mehr Fahrzeuge produzieren soll als die ungarische Fabrik. Dank der Zollunion zwischen der Türkei und der EU könnten dort gefertigte Autos ohne Strafzölle in Europa verkauft werden – ein strategischer Vorteil angesichts drohender Handelshemmnisse. In Deutschland hat BYD bereits neue Vertriebspartner gefunden und ein umfangreicheres Managementnetz aufgestellt.
Für 2026 deutet sich ein Übergangsjahr an. Der Fokus dürfte sich von reinen Absatzzahlen hin zur Profitabilität verschieben. Die aggressiven Rabatte, die nötig waren, um Fahrzeuge in China zu verkaufen, belasten die Margen erheblich. Zudem erhöht die wachsende Abhängigkeit vom Export das Risiko durch potenzielle Zollanpassungen in der EU oder Nordamerika. Während Tesla unter dem politischen Engagement von Elon Musk leidet – das früher beliebte Model Y rangiert in Deutschland mittlerweile nur noch auf hinteren Rängen der Zulassungsstatistik – muss BYD beweisen, dass es den brutalen Preiskampf in China durchstehen und gleichzeitig international profitabel wachsen kann.

