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Christoph Mammerler über die digitale Identität: „Wir brauchen Mut, um das Neue anzunehmen“

Christoph Mammerler im Interview. © CRIF
Christoph Mammerler im Interview. © CRIF

CRIF ist international einer der führenden Lösungsanbieter:innen für Identitäts-Risikomanagement und Betrugsvermeidung. Christoph Mammerler spricht im Interview mit Trending Topics über Chancen und Risiken der digitalen Identität – und die Herausforderungen, die damit einhergehen. Simplifizierung, Transparenz, Usability und Demokratisierung sind seiner Meinung nach die erfolgsentscheidenden Attribute der Digitalisierung. Der Drang nach Neuem und Innovation präge die Digital Generation.

Trending Topics: Wie werden wir uns in fünf Jahren online ausweisen?

Christoph Mammerler: Wir bewegen uns zunehmend in einer digitalen Welt. Dementsprechend ist die digitale Identität essentiell. So wie wir in der realen Wirklichkeit die Person eindeutig identifizieren können – ein Ausweis und der Fotoabgleich mit der Person, die vor mir steht, reichen dazu –, gilt dieser Anspruch auch im Digitalen. Durch die rasche Digitalisierung, die durch die COVID-Pandemie eine Beschleunigung erfahren hat, hat die digitale Identifikation an Bedeutung gewonnen. Wir stehen zurzeit vor dem Vielfalts-Dilemma. Aus dem dringenden Bedarf sind viele verschiedene Identifikations-Methoden und -verfahren entstanden. Einige davon, die einen physischen Abgleich digital abbilden oder mittels Video-Chat, Ausweiserkennung und mittels Handykamera die „echte“ Person verifizieren. Aus diesen sogenannten phygitalen Identitfikationsverfahren haben wir uns in eine digitale Identifizierbarkeit hin entwickelt. Doch auch hier ist noch eine erstmalige Feststellung der Identität in physischer Form notwendig –also dann, wenn die digitale Identität an die physische Person ausgegeben wird.

Die Vision der Zukunft muss sein, dass, egal in welchen Welten wir uns bewegen, die Identität der Person eindeutig, sicher und einfach feststellbar ist. Einfach darum, da es die Online-Konsument:innen gewöhnt sind, sich frei und userfreundlich in der Online-Welt zu bewegen. Dass sie für diese Usability oftmals einen hohen Preis zahlen – über Single-Sign-on mit meinem Social-Media-Account registriert und mein Userverhalten kennen mehr Leute als mir lieb ist – diese Awareness ist in der Bevölkerung noch nicht da. Das wird aber zunehmend ein Thema und darum braucht es sichere, transparente und vor allem daten-sparsame Wege. Auch mehr Selbstbestimmtheit und Datenhoheit bei jeder/m Einzelnen.

Die Verifizierung online ist vor allem im E-Commerce-Bereich relevant. Wer aber verwaltet künftig meine persönlichen Daten? Wie sieht das digitale Amt aus und wie wird dort meine Sicherheit garantiert?

Die Entwicklung der Vielfalt von Identifikations-Möglichkeiten ist nicht mehr aufzuhalten. Und das ist gut so, denn nur so findet Entwicklung und technologische Evolution statt. Durch die Digitalisierung und ihren technologischen Möglichkeiten brechen Konventionen auf. Wie beispielsweise Online-Banken, die das traditionelle Bild des Bankings revolutionieren, was einen Paradigmenwechsel im Banking Sektor zur Folge hat. Das digitale Amt wird nicht die große Revolution auslösen. Vielmehr wird es ein weiterer möglicher Weg sein. Als CRIF-Gruppe unterstützen wir die Macht der Vielfalt und setzen mit unserem ganzheitlichen Identifikations-Ansatz einen neuen Maßstab.

Das heißt, als Endergebnis könnten wir wieder verschiedene Lösungen verwenden müssen, richtig?

Ich sehe das mehr als eine Chance, die wir uns zu Nutze machen sollen. Dabei sind Simplifizierung, Transparenz, Usability und Demokratisierung die erfolgsentscheidenden Attribute der Digitalisierung. Der Drang nach Neuem und Innovation prägt die Digital Generation. Wir brauchen Agilität und Mut das Neue anzunehmen und mitzugestalten.

Was macht es so schwierig, eine Lösung für staatliche und privatwirtschaftliche IDs zu finden?

Die Schwierigkeit ist die Qual der Auswahl. Die digitale Identität eindeutig festzustellen bringt im Online-Business nicht nur mehr Sicherheit gegen Onlinebetrug, vielmehr bedingen manche Geschäftsprozesse die rechtskonforme Identifizierung, wenn es sich beispielsweise um den Abschluss einer Online-Versicherung oder eines Handyvertrags handelt, wie auch bei der Eröffnung eines Online-Bankkontos.

Es gibt nicht die eine Methode, die für alle Konsument:innen die eine richtige ist. Dafür sind bereits zu viele unterschiedliche Verfahren im Umlauf und je nach Sicherheitsstufe mehr oder weniger sinnvoll bzw. notwendig. Und wie auch bei den Zahlungsmethoden geht es um die Usability, sprich den Konsument:innen ist es wichtig, selbst wählen zu können, mit welcher Methode sie sich identifizieren möchte. Zudem gibt es laufend neue Methoden der Identifikation und auch in seiner technologischen Umsetzung stets Entwicklung. Hier kann man als Händler:in gar nicht den Überblick behalten.

Wie könnten mögliche Lösungen aussehen?

Wir geben der Vielfalt eine „Bühne“ und vereinen die verschiedensten Identifikations-Möglichkeiten auf einer Plattform. Dieser PaaS-Ansatz macht es den Unter-nehmen – sprich den Händler:innen und den Konsument:innen – maximal einfach und convenient: Als Identification Service Provider bietet CRIF über die Plattform die Vielzahl von Identifikations-Methoden an, die je nach Anforderung entlang der Customer Journey maßgeschneidert eingesetzt werden. Somit bietet der/die Onlinehändler:in die notwendige Auswahl und hat mit uns den Überblick über die Must-Haves der Identifikations-Branche. Und das über Landesgrenzen hinweg, im deutschsprachigen Raum und auch in Europa.

Christoph Mammerler ist Director Business Development bei CRIF Austria. Das Interview war Teil einer bezahlten Kooperation im Magazin „Digitale Identität“.

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