CBDC

USA: Digitaler Dollar als Reaktion auf den digitalen Euro und Bitcoin in Überlegung

Dollar & Bitcoin Symbole. © Elena Mozhvilo on Unsplash
Dollar & Bitcoin Symbole. © Elena Mozhvilo on Unsplash

Die EU arbeitet am digitalen Euro, China treibt den digitalen Yuan voran – und jetzt beschäftigt sich auch die USA endlich hochoffiziell mit einer eigenen digitalen Währung. Noch ist nichts beschlossen, und der Ausgang ungewiss – aber die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in einem Papier die Diskussion darüber eröffnet, ob die immer noch größte Wirtschaftsmacht der Welt eine Central Bank Digital Currency (CBDC) einführen sollte – oder eben auch nicht.

Das ist insofern spannend, weil bisher in den USA ein digitaler Dollar kein großes Thema war. Vielmehr sah es bisher so aus, als würde die US-Politik es Banken erlauben, Stablecoins, die an den Preis des US-Dollars gebunden sind, herauszugeben. Auf diesen Trend setzen US-Unternehmen wie Circle (gemeinsam mit Coinbase Herausgeber von USDC) oder Paxos (Herausgeber von USDP, de Pax Dollar), die sich selbst Banklizenzen holen wollen. Gerade digitale Währungen haben aber das Potenzial, weltweit genutzt zu werden – und da darf der Dollar dem Euro oder dem Yuan in nichts nachstehen.

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Digitale Dollar: Ergänzung zu Cash

Ein digitaler Dollar würde sich davon aber wesentlich unterscheiden. „In den Vereinigten Staaten gibt es derzeit zwei Arten von Zentralbankgeld: physisches Geld, das von der Federal Reserve ausgegeben wird, und digitale Guthaben, die von Geschäftsbanken bei der Federal Reserve gehalten werden“, heißt es seitens Fed. „Während die Amerikaner seit langem Geld überwiegend in digitaler Form halten – zum Beispiel auf Bankkonten, in Zahlungs-Apps oder durch Online-Transaktionen – würde sich ein CBDC von dem bestehenden digitalen Geld, das der Allgemeinheit zur Verfügung steht, unterscheiden, da ein CBDC eine Verbindlichkeit der Federal Reserve und nicht einer Geschäftsbank wäre.“ Bedeutet: Die Zentralbank würde den digitalen Dollar selbst herausgeben und kontrollieren.

Wie gesagt: beschlossen ist noch nichts. Auf Basis des Papiers soll nun vier Monate mit der Öffentlichkeit und den Stakeholdern die Vor-und Nachteile einer CBDC diskutiert werden. „Während ein CBDC im Zuge der Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrssystems eine sichere, digitale Zahlungsoption für Haushalte und Unternehmen darstellen und zu schnelleren Zahlungsoptionen zwischen Ländern führen könnte, gibt es auch Nachteile. Dazu gehört die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass ein CBDC die Währungs- und Finanzstabilität bewahrt und die bestehenden Zahlungsmittel ergänzt. Weitere wichtige politische Erwägungen betreffen die Wahrung der Privatsphäre der Bürger und die Aufrechterhaltung der Fähigkeit, illegale Finanzströme zu bekämpfen“, heißt es seitens Fed.

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Druck durch Kryptowährungen

Betont wird – wie auch in der Eurozone -, dass ein möglicher digitaler Dollar keinesfalls Cash und Papiergeld ersetzen würde, sondern wird als Ergänzung angesehen. Dass die Fed den digitalen Dollar andenkt, ist durch den Druck des Marktes erklärbar. Es gebe eben eine „Welle neuer Finanzprodukte und -dienstleistungen des Privatsektors einschließlich digitaler Geldbörsen, mobiler Zahlungsanwendungen und neuer digitaler Vermögenswerte wie Kryptowährungen und Stablecoins“, die die Überlegungen in Gang gesetzt haben.

Die Auswirkungen eines digitalen Dollars auf die US- wie auch die Weltwirtschaft sind nur schwer abzuschätzen. So könnte es für Bürger:innen schnellere, günstigere Transaktionen geben, und Unternehmen hätten die Möglichkeit, das digitale Geld dank Programmierbarkeit für neue Services einzusetzen. Der DeFi-Sektor zeigt, dass es auf Basis von Kryptowährungen zahlreiche Innovationen geben kann, und gerade Stablecoins (meist an den US-Dollar gekoppelt) sind ein zentraler Teil der Krypto-Industrie und des Trading geworden.

Die große Frage bei CBDCs ist, wie die Privatsphäre des Einzelnen geschützt wird. Die Fed weißt ausdrücklich darauf hin, dass eine CBDC nicht dezentral, sondern durch zwischengeschaltete Intermediäre kontrolliert werden müsste. „Finanzinstitute in den Vereinigten Staaten unterliegen strengen Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Finanzierung des Terrorismus. Ein Zentralverwahrer müsste so konzipiert sein, dass er diese Vorschriften einhält“, so die Fed. „In der Praxis würde dies bedeuten, dass ein CBDC-Vermittler die Identität einer Person, die auf das CBDC zugreift, überprüfen müsste, so wie Banken und andere Finanzinstitute derzeit die Identität ihrer Kunden überprüfen.“

Digitaler Euro: Grundsatzentscheidung zwischen Anonymität oder Innovation

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