Seed-Runde

enliteAI holt knapp 2 Millionen Euro bei Speedinvest und Breeze Invest

© C. Wasner
© C. Wasner

Clemens Wasner kennt man ja bereits bestens als KI-Experte auf diversen Veranstaltungen und in Podcasts, aber spätestens ab heute muss man auch Marcel Wasserer und Johannes Stumtner kennen. Denn die beiden sind Wasners Mitgründer bei enliteAI, das heute seine große Finanzierungsrunde von knapp 2 Millionen Euro bekannt gibt. Mit Breeze Invest mit Wurzeln in Liechtenstein sowie dem Wiener VC Speedinvest und Business Angel Christoph Filnkößl kommen bekannte Namen aus der Investorenszene an Bord, um enliteAI beim großen Sprung vom AI-Dienstleister zum SaaS-Startup zu unterstützen.

enliteAI, gegründet 2017, konnte sich bisher bereits einen Namen mit unterschiedlichen Dingen machen. Es gibt bereits Produkte in den Bereichen Computer Vision (“Detekt“), Reinforcement Learning („Powergrid Optimization“) sowie ein eigenes Framework namens “Maze“, welches unter Open Source Lizenz veröffentlicht wurde. Nun geht es für das junge Unternehmen darum, die beiden Produkte Detekt sowie die Lösung für die Optimierung von Stromnetzen zu eigenständigen Spin-outs zu machen. „Wir waren zu Beginn auf Services und Dienstleistungen fokussiert und haben Projektgeschäft gemacht, aber 2020 haben wir uns zu einem Pivot in Richtung Software as a Service entschieden“, so Wasner.

Zuerst soll also Detekt, eine Geodatenplattform zur Objekterkennung in Mobile-Mapping-Daten, später als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden. Diese würde gerade europaweit bei öffentlichen Einrichtungen im Bereich Geodaten-KI viel Anklang finden. Parallel dazu gilt es die Stromnetzlösung, die noch eine Brand braucht, ähnlich Detekt zu einem vollwertigen SaaS-Produkt auszubauen und am Markt zu positionieren. „Das mit Bootstrapping hochzuziehen, würde an Masochismus grenzen“, so Wasner – weswegen man sich dann letztlich auch nach sechs Jahren Bootstrapping zu der Seed-Runde entschlossen hätte. Ziel ist nun, beide Produkte bis 2025 hochzuziehen.

„Es ist auch ein Investment ins österreichische AI-Ökosystem“

„Wir kennen und schätzen Clemens schon lange“, sagt Oliver Holle von Speedinvest zum Investment. Mit Wasners Team würde man bereits im Bereich der Due Diligence bei AI-Investments zusammenarbeiten, insofern hätte man bereits eine gute Partnerschaft und entsprechendes Vertrauen in enliteAI. „Enlite ist mit beiden Cases sehr interessant. Und: Es ist auch ein Investment ins österreichische AI-Ökosystem. Da wird sich noch einiges entwickeln und wir haben hier mal einen Anker gesetzt.“ Man hört es schon heraus – es wird nicht das letzte AI-Investment von Speedinvest in Österreich sein.

„Für uns ist das Investment in die EnliteAI durch das Team um Clemens getriggert“, sagt Maximilian Schönfeldt von Breeze Invest, ein noch eher unbekannter Investor, der nun vermehrt in frühphasige Startups investiert. Breeze Invest ist eine Investment-Boutique eines Liechtensteiner Investors in der Frühphase und war ursprünglich in der Old Economy tätig, hat sich in den letzten Jahren dann aber auf frühphasige Investments (u.a. Crate, ViewAR, CycloTech) spezialisiert. „Was man bei Startups nicht immer sieht, ist dieser Zug zum Tor bei enliteAI, wenn es um die Kommerzialisierung geht.“

enliteAI wurde bis dato mit dem Staatspreis Innovation für „Powergrid Opti, dem European Public Sector Award 2021 und dem IÖB Award 2022 ausgezeichnet und hat die „Learn to Run a Powergrid“-Challenge gewonnen.

„Für unsere Produkte ist der AI Act gut“

Was enliteAI in den nächsten Jahren in die Karten spielen dürfte, ist der AI Act der EU. „Für die zwei Produkte, die wir machen, ist der AI Act gut“, sagt Wasner. „Wir werden Detekt zertifizieren lassen und dann als einer der ersten Player der Welt mit einer solchen zertifizierten Lösung am Markt auftreten können. Und bei Stromnetzlösungen sind Zertifizierungen sowieso Pflicht.“ Solche Zertifizierungen unter einer großen EU-Regulierung würden die Bedenken beim Kunden zerstreuen und insofern dem Geschäft helfen.

„Im globalen Wettbewerb sind selbstauferlegte Regulierungen selten ein Booster, im Fall von enliteAI dürfte es aber am europäischen Markt aber helfen“, meint Maximilian Schönfeldt von Breeze Invest. Auch Holle ist skeptisch, ob der AI Act gut für europäische AI-Startups ist. Der AI Act hätte das Potenzial, das Leben von Gründerteams, die sich im internationalen Wettbewerb bewegen wollen, massiv zu beeinträchtigen.

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