Credit-Scoring

Fizz: Österreichischer Fintech-Gründer schafft es zu Y Combinator

Carlo Köbe, Moritz Pail und Scott Smith von Fizz. © Fizz
Carlo Köbe, Moritz Pail und Scott Smith von Fizz. © Fizz

Die Finanzwelt wird derzeit gehörig umgekrempelt, und auch österreichische Gründer helfen da ordentlich mit. Der 22-jährige Moritz Pail etwa. Er studierte mit Stipendium in Harvard Mathematik und hat sich jetzt mit dem deutschen Harvard-Studenten Carlo Köbe (20) und dem US-Amerikaner Scott Smith (22) von der Cornell-Universität zusammen getan, um Fizz zu gründen. Das blutjunge Startup will Studenten dabei helfen, einen Credit-Score aufzubauen – in den USA essenziell, um eine Wohnung, Jobs, Handy-Verträge oder Versicherungen zu bekommen.

Das Instrument dazu ist eine Debitkarte. Die Studenten, die sich bei Fizz anmelden, sollen für jeden Kauf mit der Karte ihren Kredit-Score ein wenig nach oben schrauben können – und Pail und seine Mitstreiter sorgen dafür, dass die Daten zur Kreditwürdigkeit dann bei den Kreditauskunfteien landen. Beraten wird das Startup von einem weiteren Österreicher, und zwar Moritz Stephan, der in Stanford Künstliche Intelligenz studiert und mit Konstantin Klingler vor einigen Jahren das wieder eingestellte Bücher-Startup Lobu gründete.

Wenn die Eltern nicht bürgen können

„Der Credit Score basiert auf dem Zahlverhalten mit Kreditkarten. Um einen Credit Score aufzubauen, braucht man eine Kreditkarte. So beginnt der Teufelskreis: Denn wer keinen entsprechenden Credit Score vorweisen kann, bekommt keine Kreditkarte. Wenn die Eltern nicht bürgen können, stehen US-amerikanische Studenten mit leeren Händen da“, so Pail. Und diesen Teufelskreis wolle man durchbrechen. Wer sich einen höheren Kredit-Score erarbeite, würde etwa auch günstigere Kredite beim Autokauf bekommen. Selbst will das junge Fintech keine Kredit vergeben.

Dass drei junge Studenten einfach mal so ins große Fintech-Business einsteigen können, ist neueren Entwicklungen zu verdanken. Open Banking und Banking-as-a-Service-Anbieter (BaaS) ermöglichen es heute im Prinzip jeder Firma, selbst Finanzdienstleistungen anzubieten. So auch Fizz. „Zum Entwickeln unserer App setzen wir auf BaaS sowie einige andere programmatische Schnittstellen (APIs) die es uns erlauben, verschiedenste Finanzdaten und Dienste zu nutzen“, sagt Pail. Partner sind Apto (Card Issuance) Evolve Bank und Mastercard.

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Interchange Fee als Geschäftsmodell

„Unser Geschäftsmodell ist wie auch bei anderen Neobanks, dass wir bei jeder Transaktion eine Interchange Fee bekommen. Für den Kunden entstehen weder Kosten, noch gibt es Zinsen“, so Pail weiter. Die Interchange Fee (Interbanken-Entgelt) wird bei jeder Kartentransaktion vom Acquirer (Händlerbank) an den Issuer (die kartenausgebende Bank) gezahlt. Je mehr die Studenten mit der Fizz-Karte shoppen, desto mehr Umsatz macht das Startup.

Um die Zielgruppe zu erobern, geht man den Facebook-Weg. „Der Plan ist es ähnlich wie bei Facebook, von Campus zu Campus zu expandieren“, so der Fizz-Mitgründer. Nur Studenten mit gültiger Mail-Adresse bei der jeweiligen Universität können sich anmelden. „Die Probleme, die sich in Verbindung mit dem Credit-Score ergeben, sind dabei vor allem in den USA gegeben“, sp Pail, deswegen würde man auf die dortige studentische Zielgruppe fokussieren. Aber auch in Deutschland sei denkbar, ein solches Modell (Stichwort Schufa) anzubieten.

Noch gibt es die Fizz-Debit-Karte nicht – derzeit können sich US-Studenten für den kostenlosen Service anmelden. Doch bei Investoren ist die Idee bereits auf fruchtbaren Boden gefallen. Fizz ist diesen Sommer in den renommierten Startup-Accelerator Y Combinator, wo schon Airbnb oder Dropbox herangedeihten, aufgenommen worden. Dort gilt es jetzt, Geldgeber zu begeistern, um das Startup mit dem nötigen Wachstumskapital auszustatten.

Im Rennen mit Neobanken

Denn nun heißt es schnell sein. Das Thema Credit-Scoring ist in den USA auch bei den Neobanken angekommen. Die Neobank Chime, kürzlich von Investoren mit 25 Milliarden Dollar bewertet, bietet seinen Kunden ebenfalls die Möglichkeit an, ihre Kreditwürdigkeit punkteweise zu verbessern. „Das ist korrekt, Chime bietet einen sogenannten „Credit Builder Loan“ an, damit Kunden mit einem schlechten Credit-Score, ihren Score verbessern. Das benötigt allerdings eine monatliche Vorauszahlung des Kreditlimits, was für Studenten natürlich nicht ideal ist“, so Pail. Doch Fizz sei wirklich auf Studenten und deren Bedürfnisse zugeschnitten. „Mit Fizz ist das nicht nötig. Zudem helfen wir Studenten nicht nur den Score zu verbessern, sondern vor allem auch überhaupt einen zu etablieren.“

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