Wahlen

Pakistan: AI-Videos helfen Kandidaten im Gefängnis zum Wahlsieg

AI-Video von Imran Khan. © Youtube
AI-Video von Imran Khan. © Youtube

Die Wahlen im fünft größten Land nach Einwohnerzahl sind bestritten, und der Sieger ist ein auf den ersten Blick unwahrscheinlicher. Denn die Oppositionspartei PTI und ihr nahestehende Kandidaten wurde mit 101 von 266 Parlamentssitzen stärkste Kraft. Das Besondere daran ist, dass sie vom inhaftierten Ex-Premier Pakistans, Imran Khan, geführt wird, der vom Gefängnis aus Wahlkampf führte.

Und wie führt man Wahlkampf, wenn man hinter Gittern sitzt und nicht öffentlich auftreten kann? Vor allem digital. Und dazu hat sich Khan und sein Team auf Artificial Intelligence bedient. So wurden Wahlkampfvideos mit Hilfe von AI gestaltet, damit Khan von der oppositionellen Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) trotzdem zum Wahlvolk sprechen kann. Diese Videos wurden unter anderem via X und Youtube verbreitet, wo sie viele Millionen Views erzielten.

Auch die Siegesrede von Imran Khan wurde in einer AI-Version via Youtube verbreitet. Der Transparenz wegen wird im Videotitel auch darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine AI-generierte Version handelt, und es wird auch nicht verheimlicht, dass Khan in Wirklichkeit eigentlich nach wie vor im Gefängnis sitzt. Das Ergebnis sieht so aus:

Khan sitzt seit 2022 hinter Gittern

Imran Khan war von 2018 bis 2022 Premierminister von Pakistan, das mit 230 Millionen Einwohner:innen das fünft größte Land der Welt nach Bevölkerungszahl ist und somit eine der größten Wahlen der Welt abhält. Khan war zuvor Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft, bevor er in die Politik eintrat.

Seine Haltung im Ukrainekrieg wurde ihm auch zum Verhängnis. Als Premierminister wollte er Pakistan neutral positionieren und sagte, man sei sowohl Freund Russlands als auch Freund der Vereinigten Staaten. Im April 2022 wurde er per Misstrauensvotum aus dem Amt befördert; vorgeworfen wurde ihm, in seiner Zeit als Premier 150 Fälle von Korruption begangen zu haben und außerdem Staatsgeheimnisse preisgegeben und Hochverrat begangen zu haben. Unter anderem soll er Staatsgeschenke wie Schmuck und eine vergoldete AK-47 für sich behalten haben. Khans Lager meint, dass das Militär ihn gestürzt habe.

Auch mit Hilfe von AI-Videos ist Khans Oppositionspartei PTI nun aber stärkste Kraft bei den Wahlen geworden, und er will die Regierung bilden. Allerdings ist die Sache noch nicht gegessen, weil es als wahrscheinlich gilt, dass die zweit und drittplatzierten Parteien PML-N des früheren Regierungschefs Nawaz Sharif und die PPP gemeinsam eine Regierung bilden. Die Wahlen in Pakistan sind generell mit großen Unregelmäßigkeiten abgelaufen, sie waren durch Internetsperren der Regierung und Manipulationsvorwürfen der Opposition überschattet.

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