Hintergrund

Wer profitiert von einer hohen Inflation? Genau, der Staat

Euronoten. © Annette Fischer on Unsplash
Euronoten. © Annette Fischer on Unsplash

6,1 Prozent Inflationsrate im Jahresdurchschnitt – die EU-Kommission hat sich nun endlich offiziell eingestanden, dass das Jahr 2022 heftige Teuerungen für die Menschen bringen wird. Schon im April lag die Inflationsrate bei 7,5 Prozent im Euroraum, bei 7,2 Prozent in Österreich, bei 7,4 Prozent in Deutschland. Mit einem Durchschnitt von 6,1 Prozent ist es sogar noch möglich, dass der Wert in den zweistelligen Bereich steigt.

Energie, Rohstoffe, Mieten, Waren – für alle wird alles teurer. Es droht sogar eine Lohn-Preis-Spirale, was die Angelegenheit auch für viele Unternehmen verschärft. Doch gibt es auch Profiteure von der hohen Inflation? Dazu gibt es eine klare Antwort: Ja, der Staat profitiert sogar sehr ordentlich von einer hohen Inflation.

Denn die Logik ist einfach. Wenn die Preise für Strom, Benzin oder Lebensmittel und die Löhne steigen, dann steigen auch die Steuereinnahmen für den Staat. Während die Kurse von Tech-Aktien und Krypto-Assets stetig dieses Jahr gesunken sind, kann sich Österreichs Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) wohl über das nächste Allzeithoch bei den Steuereinnahmen freuen.

Umsatz- Lohn und Einkommenssteuer

„Im ersten Quartal lagen die Steuereinnahmen bei 24,2 Milliarden Euro. Das sind 17,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders kräftig fiel das Plus bei der Umsatzsteuer aus, die gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,6 Milliarden Euro oder knapp 23 Prozent zulegen konnte“, heißt es seitens Agenda Austria. So konnte der österreichische Staat etwa bei Lohnsteuer und Körperschaftsteuer im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutliche Mehreinnahmen verbuchen.

Insgesamt rechnet man bei der Agenda Austria mit Mehreinnahmen zwischen 7,5 und 11,2 Milliarden Euro an Zusatzeinnahmen durch Mehrwert-, Lohn- und Einkommenssteuer. Hier drei Szenarien, die berechnet wurden:

 

Abschaffung der Kalten Progression notwendig

Im Finanzministerium hat man sich mittlerweile zu der Entscheidung durchgerungen, die Kalte Progression 2023 abschaffen zu wollen. Das wurde schon seit Jahren immer wieder gefordert, ist nun angesichts der hohen Inflationsrate aber so dringlich wie nie zuvor.

Die Kalte Progression entsteht, wenn zwar die Einkommen mit der Inflation mitwachsen, nicht aber die Grenzen, ab denen die jeweiligen Steuersätze greifen. Ein Beispiel laut Agenda Austria: „Der Eingangssteuersatz liegt wie 2016 noch immer bei 11.000 Euro. Wäre er an die Inflation angepasst worden, begänne die Steuerpflicht heuer erst bei rund 12.200 Euro, darunter wäre alles steuerfrei.“ Laut dem Thinktank sorgt die Kalte Progression von 2022 bis 2024 für fast sechs Milliarden Euro Mehreinnahmen durch Steuern für den Staat.

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