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Kaufhaus Österreich: Ex-Ministerin Schramböck hat Kosten „nicht verinnerlicht“

Margarete Schramböck sprach über das Kaufhaus Österreich. © BMDW/Hartberger
Margarete Schramböck sprach über das Kaufhaus Österreich. © BMDW/Hartberger

Heute Donnerstag sagt die frühere Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsausschuss aus. Das dominierende Thema zu Beginn: Das Kaufhaus Österreich, dessen Kosten und die Frage nach der eigentlichen Idee hinter dem Portal. Vor allem die Werbekosten für das mittlerweile wieder geschlossene „Kaufhaus“ sorgten für Aufregung.

Das Kaufhaus und die Krone

Eine kurze Retrospektive: Ursprünglich war ja die Idee – oder zumindest wurde es so kommuniziert -, eine E-Commerce-Plattform für heimische Händler:innen zu schaffen. Wer noch nicht online verkaufte, sollte eine einfache Möglichkeit bekommen, das nachzuholen, ohne Amazon damit indirekt zu finanzieren. Recht schnell war aber klar, dass das nichts wird: „Virtuelles Kaufhaus Österreich wird ein Online-Verzeichnis“ titelten wir bereits im Juni 2020, als das Projekt noch nicht offiziell präsentiert wurde. Dass das Kaufhaus Österreich  eine Art Verzeichnis für Unternehmen werden soll und kein eigenständiger Online-Shop war damit aber bereits klar.

Das ist insofern interessant, als dass die Kronen Zeitung am 1. Dezember titelte: „Schon 1000 Anbieter auf neuer heimischer Plattform: Österreich trotzt Online-Riesen!“. Ja, die tausend Unternehmen bzw. Anbieter waren da tatsächlich bereits gelistet (wir berichteten), welchem Online-Riesen man damit trotzt, bleibt aber fraglich.

Inserate für Titelblatt?

Das Krone-Cover war jedenfalls auch heute Thema, NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper hatte dazu Fragen. Sie legte eine Mail aus dem Ministerium vom Oktober 2020 vor, in der die Rede davon war, dass man Kontakt mit der Zeitung habe und redaktionelle Berichterstattung erhalte. Danach solle man „mit Schaltungen nachgehen“. Die Mail stammt aus einem Zeitraum unmittelbar vor dem Krone-Titelblatt. Ex-Ministerin Schramböck sei „nicht in jeden einzelnen Prozess involviert“ gewesen, erklärte sie dazu. Durchgeführt habe die Kampagne das Campaigning Bureau von Philipp Maderthaner. Wiederum etwas später habe das Wirtschaftsministerium laut Krisper dann auch in der Krone inseriert.

Die Frage nach den Kosten

Nicht geklärt ist auch nach wie vor die Frage, wie viel das Kaufhaus Österreich nun tatsächlich gekostet hat. Bislang war meist von insgesamt 1,26 Millionen Euro die Rede, die sich folgendermaßen aufteilen sollen:

  • Planung: 604.000 Euro
  • Umfragen, Schulungen, Markenrechte: 243.000 Euro
  • Technik: 192.000 Euro
  • Werbung: 221.000 Euro
  • monatlicher Betrieb und Wartung: 5.200 Euro

Ministerin Schramböck sei es „nicht verinnerlicht“, wie viel die Kosten nun tatsächlich ausgemacht haben – und auch nicht, was die Inserate gekostet haben. Der Untersuchungsausschuss ist mittlerweile über das Thema Leitbild und Maskendeals beim „Digitalen Amt“ angekommen. Nach diesem Befragungstag folgt die Sommerpause.

Kaufhaus Österreich löst gemischte Reaktionen aus

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