Interview

Marius Lissautzki vom Online-Techhändler Tink: „Die Menschen kümmern sich mehr um das Zuhause“

Founder von tink, rechts Marius Lissautzki. © tink
Founder von tink, rechts Marius Lissautzki. © tink

2016 in Berlin gegründet, hat sich der Elektrohändler Tink mittlerweile zu einem One-Stop-Shop inklusive umfassender Beratungsleistungen entwickelt. Ein klassischer Onlinehändler habe man nie sein wollen, erzählt CEO und Co-Founder Marius Lissautzki im Interview mit Trending Topics: „Wir haben tink mit der Zielsetzung gegründet, Menschen für ein smartes, nachhaltiges Zuhause zu begeistern und auf diesem Weg zu begleiten. Deswegen fokussieren wir uns auch darauf, Kundenlösungen zu vermarkten, die aus Hardware, der passenden Software und den notwendigen Dienstleistungen bestehen.“

Online einkaufen wie am POS

Derartige Lösungen würde  eine „echte Expertise“ für das smarte Zuhause benötigen, erklärt Lissautzki. Klassischen Consumer-Electronics-Plattformen, die neben Smart Home-Produkten eine Vielzahl an weiteren Kategorien verkaufen, fehle dieser Fokus und die damit einhergehende Expertise, meint er weiter. Tink sehe sich vielmehr „als sehr fokussierte Plattform, die Lösungen entwickelt und die richtigen Kombinationen aus Hardware, Software und Services vermarktet“. Lissautzki: „Diese Lösungen gibt es nur bei Tink. Dazu gehört auch, dass wir unsere Kunden in der Nutzung begleiten – bei uns hört es nicht mit dem Produktverkauf auf, sondern dann startet eigentlich erst die Kundenbeziehung.“ Im Prinzip versucht man also, die beratenden Elemente, die den Einzelhändler viele Jahre ausmachten, in den Onlinehandel zu transferieren.

Eigenes Tink-Expert:innen-Team

Dafür steht ein eigenes Team aus Expert:innen zur Verfügung. „Abhängig von der jeweiligen Lösung installiert unser eigenes Installations-Team oder einer unserer direkten Partner deutschlandweit das gekaufte Produkt. Wir bauen diesen Service momentan auch mit Hochdruck in den weiteren Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Österreich und Schweden auf“, erklärt der Co-Founder. Laut eigener Aussage auf der Homepage bietet Tink nur Produkte an, die auch das Team selbst überzeugen.

Wer entscheidet das? „Unser eigenes Testing-Team prüft alle Produkte im ‚tink-lab‘ standardisiert entlang acht Dimensionen. Das sind unter anderem Hardware-Qualität, Software-Qualität, Design und Datenschutz.“ Das „sehr gut geschulte Expertenteam“ stehe auch nach dem Kauf zur Seite, erklärt der Gründer weiter. „Dies untermauern wir mit der tink-funktioniert-Garantie. Wir stehen dafür gerade, dass jede tink Lösung auch bei unseren Kunden zuhause funktioniert und wenn es Probleme gibt, kommt auch jemand kostenfrei vor Ort vorbei.“

Weniger Retouren durch mehr Beratung

Das soll auch in Zukunft so fortgesetzt werden, der CEO sieht hier eine Nische, erklärt er. „Wir glauben fest daran, dass Beratung und Service essentiell für den Erfolg bei der Vermarktung komplexer Lösungen auch in der Zukunft sein werden. Jedoch sind wir fest davon überzeugt, dass dies durch hochqualitative digitale Tools wie Online-Videoberatung oder Konfiguratoren sogar verbessert werden kann. Das gut geschulte deutschlandweite Installations-Netzwerk rundet dann die Lösung ab. Ich denke, wir können hierdurch überproportional wachsen.“

Mittel- bis langfristig soll der gewählte Ansatz dann auch der Umwelt helfen. Senkt das „Mehr“ an Beratung die Anzahl der Retouren? „Ja, unsere Retourenquoten sind durch die aufwendigen Beratung vor und nach dem Kauf weit unter den klassischen Retourenquoten im Online-Geschäft. Grundsätzlich werden wir dieses Jahr eine klimaneutrale Verwaltung haben. Die Vermarktung der smarten, energiesparenden Lösungen macht uns insgesamt eh zu einer Plattform, die nicht nur neutral, sondern positiv auf den Klimawandel Einfluss nimmt.“

Die Sache mit den Lieferungen

Was bleibt, sind dennoch jede Menge Lieferwege – weniger Retouren hin oder her, jede Fahrt mehr belastet das Klima. Online-Geschäftsmodelle sind auch zu einem gewissen Grad darauf ausgelegt, diese Form der „Annehmlichkeiten“ zu bieten. Zudem sind die Bestellungen auch durch die Pandemie mehr geworden: „Auch bei uns haben wir positive Effekte gespürt. Die Menschen kümmern sich mehr um das Zuhause. Da wir ohnehin in einem jungen Wachstumsmarkt aktiv sind, wurden diese Effekte aber durch das organische Marktwachstum und die gewachsene Sensibilität für den Klimawandel übertroffen.“

tink: Startup mit Smart-Home-Shop machte 2020 satte 66 Millionen Euro Umsatz

Heißt auch für tink, dass hier noch viel zu tun ist. Das bestätigt auch Lissautzki: „Auch das [klimaneutrale Lieferungen, Anm.] ist auf unserer Corporate-Roadmap. Dies mit Ernsthaftigkeit zu schaffen – und nicht über das reine ‚Freikaufen‘ über CO2-Zertifikate – ist jedoch ein Mehr-Jahres-Projekt. Wir haben auf alle Fälle sehr gute Ausgangsbedingungen, da wir aufgrund der sehr weitreichenden Beratung bei tink sehr geringe Retourenquoten schon heute erzielen.“

Rasches Wachstum bei Tink

Gegründet wurde Tink bereits 2016. „Wir haben damals mit GlobalFoundersCapital, Rocket Internet, ProSiebenSat.1 und Vattenfall die wichtigsten Investoren für einen erfolgreichen Launch gleich zum Start gewonnen“, erinnert sich Lissautzki zurück. Der nächste Schritt seien das Kernteam und die Markenpartner gewesen, danach wuchs man recht rasch, erzählt er weiter: „Selbst in den letzten Jahren, welche von Lieferengpässen geprägt waren, konnten wir unseren Umsatz jährlich zwischen 35 % und 100 % steigern.“ Bis Ende des Jahres will man „mehr als“ eine Million Haushalte auf dem Weg zum smarten Zuhause unterstützt haben.

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