MaxxiSharp: Der Metzger, der Rasierklingen wieder schärft
Kann er den anderen die Schneid‘ abkaufen? Der pensionierte oberösterreichische Metzgermeister Max Pachinger hat nach eigenen Angaben eine Lösung entwickelt, um die Lebensdauer von Einwegrasierern deutlich zu verlängern. Das Produkt namens MaxxiSharp ist ein patentiertes Textil, das Rasierklingen schärfen, polieren und desinfizieren soll.
Max Pachinger pitcht am heutigen Dienstag in der Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen, um die Investoren Katharina Schneider, Eveline Steinberger, Alexander Schütz, Erich Falkensteiner, Mathias Muther und Christian Jäger von seinem Produkt zu überzeugen.
Vom Fleischerhandwerk zur Textil-Innovation
Pachinger bringt jahrzehntelange Erfahrung als Metzgermeister mit, in der das Schärfen von Klingen zum beruflichen Alltag gehörte. Im Ruhestand begann er sich mit dem Thema Rasierklingen zu beschäftigen. Sein Motiv: die enormen Mengen an Plastikmüll, die durch weggeworfene Einwegrasierer entstehen.
Der Weg zur Lösung war langwierig. Pachinger testete verschiedene Internet-Tricks wie Jeansstoff oder Leder sowie diverse am Markt erhältliche Rasierklingenschärfer. Nach eigener Aussage erfüllte keines der Produkte seine professionellen Anforderungen. Erst die Zusammenarbeit mit einem Fachmann aus der Textilindustrie brachte den Durchbruch.
Komplexes Herstellungsverfahren in der EU
Das MaxxiSharp-Textil wird laut Herstellerangaben in einem mehrstufigen Verfahren in der EU produziert. Dabei werden Mikrofasern elektrostatisch auf ein widerstandsfähiges Trägermedium aufgebracht und in einer 50 Meter langen Vakuumstraße fixiert.
Eine spezielle, patentgeschützte Technologie umschließt jede einzelne Faser mit einer molekularen Beschichtung aus ökologisch unbedenklichen Materialien. Das Produkt soll frei von schädlichen Inhaltsstoffen sein.
Die Belastbarkeit von Textilien wird in sogenannten Scheuertouren gemessen. Während hochwertige Textilien auf 18.000 bis 20.000 Scheuertouren kommen, gibt der Hersteller für das MaxxiSharp-Textil einen Wert von 250.000 Scheuertouren an. Das Material soll antiviral, antibakteriell und antimykotisch sein sowie in der Waschmaschine gewaschen werden können.
Anwendung und Umweltaspekt
Die Anwendung ist nach Herstellerangaben einfach: Die trockene, saubere Klinge soll mit sanftem Druck fünf bis 15 Mal gegen die Rasierrichtung über das Pad gleiten. Dies soll vor und nach jeder Rasur erfolgen.
Laut Pachinger funktioniert das System besser mit hochwertigen Einwegrasierern als mit billigen Varianten. Der Grund liege in der höheren Materialqualität der Klingen. Bereits stark beschädigte Rasierer könne das Produkt nicht reparieren, es sei für die präventive Pflege neuer Rasierer konzipiert.
In internen Tests des Unternehmens sollen manche Einwegrasierer über ein Jahr im Einsatz gewesen sein. Das Unternehmen bewirbt das Produkt als umweltfreundliche Alternative zum häufigen Wegwerfen von Rasierern. Die Entwicklung vom Konzept bis zum marktreifen Produkt habe sechs Jahre gedauert.
