Investment

Morpher: 5,2 Millionen Euro für das Wiener Krypto-Startup – Tim Draper wieder dabei

Das Morpher-Team. © Morpher.io
Das Morpher-Team. © Morpher.io

Man kann sich direkt Krypto-Assets kaufen, indirekt ETFs oder ETPs investieren – oder man kann auf die Kurse virtueller Kopien von Aktien, Rohstoffen und Währungen wetten. Letzteres tun mittlerweile etwa 50.000 Nutzer:innen bei der Investment-Plattform Morpher des US-österreichischen Gründerteams Martin Fröhler und Denis Bykov. Weil die Plattform, die sich im Geschäftsmodell deutlich von Exchanges und Neobrokern unterscheidet, mittlerweile brummt, haben Investoren nun weitere 5,2 Millionen Euro in Morpher mit Hauptsitz in Wien gesteckt.

Neben dem amerikanischen Risikokapitalgeber Draper Associates (bekannt für Starinvestor und Multimilliardär Tim Draper) haben sich RTP Ventures und der österreichische Deep-Tech Investor APEX Ventures an der Finanzierung beteiligt. Bereits in den letzten Jahren hat Morpher bei zwei Investmentrunden 2,2 Millionen Euro eingesammelt. Ziel ist, mit einem eigenen Protokoll, das auf Ethereum läuft, Broker und Börsen durch einen Smart Contract zu ersetzen. Denn nicht nur Nutzer:innen bekommen für ihre Trades den MPH-Token, sondern auch das Unternehmen selbst hat diesen Token als Haupteinnahmequelle.

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Morpher: Das Wiener DeFi-Startup holt weitere 1,25 Mio. Dollar Investment

Virtuelle Kopien von Aktien oder Rohstoffen

“Unser Ziel ist es für jedermann einen kostenfreien, gleichberechtigten Zugang zu allen Märkten zu schaffen – egal wie wohlhabend man ist oder in welchem Land man lebt”, so Martin Fröhler. Morpher sei überall dort spannend für Menschen, wo es entweder keine Exchanges oder Broker gibt, oder dort, wo es zu hohe Anforderungen gibt, um einen Account zu eröffnen. Wachstum erhofft er sich vor allem in Schwellenländern.

Bei Morpher wetten mittlerweile rund 50.000 Nutzer:innen mit dem MPH-Token auf die Kurse von Aktien, Rohstoffen oder Währungen. „Werden beispielsweise 100 Krypto-Token auf die Apple Aktie gewettet, erhält der Nutzer 110 Token falls Apple um 10 Prozent steigt, oder 90 Token, falls Apple um 10 Prozent fällt. Die Aktie selbst wird dabei nie wirklich gehandelt“, so das Unternehmen. Deswegen gibt es auch keine Handelsgebühren, wie sie von Brokern und Börsen verlangt werden.

Die Sache mit dem Token

Stattdessen kommt der MPH-Token ins Spiel. Diesen kaufen sich die Morpher-Nutzer:innen, um die Wetten auf die Preisentwicklungen abzuschließen. MPH ist ein ERC20-Token und läuft auf Ethereum – und sein preis wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Gehandelt wird MPH bei Gate.io und Uniswap, hat also noch keine große Verbreitung.

Auch das Startup selbst hat MPH zur Haupteinnahmequelle. Wenn Nutzer:innen MPH verdienen, dann verdient auch Morpher selbst neue MPH – Fröhler vergleicht den Prozess mit dem Mining von Bitcoin, wo Miner für ihre Leistung neue BTC erhalten. Seine Firma ist damit stark von der MPH-Preisentwicklung abhängig – und wie viele andere Krypto-Assets ist der MPH-Kurs auch im letzten Krypto-Crash die Achterbahn mitgefahren.

Neuer Chainlink-Konkurrent

Doch neben dem B2C-Produkt – also das Handelsangebot für die Enduser – arbeitet Morpher auch an einem B2B-Produkt. Es handelt sich um ein Datenorakel, das in Echtzeit Daten-Feeds zu verschiedenen Dingen (Aktien, Währungen, Rohstoffen, selbst die Immobilienpreise Wiens wären möglich) in die Blockchain-Welt bringt. Das Produkt hat laut Fröhler noch keinen Namen, soll es aber in Qualität und Schnelligkeit mit Chainlink aufnehmen können.

Die Idee: Brauchen andere Unternehmen eine Möglichkeit, Echtzeitdaten On-Chain zu bringen, können sie dafür das Daten-Orakel von Morpher nutzen – eine neue Einnahmequelle für das Startup, das der Mathematiker und Hedge- Fonds-Manager Fröhler und dem Stanford-Absolventen Denis Bykov 2018 in Kalifornien gegründet hat. In Stanford lernten sie auch Starinvestor Tim Draper kennen, der mithalf, Morpher über die letzten Jahre zu einem der erfolgreichsten Krypto-Startup aus Österreich zu machen.

Zum Vergleich:

  • Blockpit: 8,5 Mio. Euro (2021)
  • Coinpanion: 1,8 Mio. Euro
  • Brickwise: 3,1 Mio. Euro (2021)
  • Meta Nanos: 300.000 Euro (2022)
  • Trality: 1,5 Mio. Euro (2020)

Wie Fröhler das Investment, die Krypto-Industrie, Tim Draper, NFTs und das Web3 sieht, erzählt er im aktuellen Podcast mit Trending Topics.

Die größten Finanzierungsrunden 2022 im Überblick:

 

 

 

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