Nord Stream

Pipeline-Lecks: „Größte Freisetzung von klimaschädlichem Methan“ möglich

© ICOS
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Es ist eine massive Methan-Wolke, die da nach den mutmaßlichen Sabotage-Attacken aus den Nord-Stream-Pipelines an die Meeresoberfläche der Ostsee geblubbert sind: Wie berichtet hat das Integrated Carbon Observation System (ICOS) eine riesige Emissionswolke über Nordeuropa Ende vergangener Woche registriert. Es sollen Schätzungen zufolge Methanemissionen in die Atmosphäre entlassen worden sein, die jenen eines ganzen Jahres einer Großstadt wie Paris gleichen (mehr dazu hier).

Nach Umweltbehörden in Europa hat sich nun auch das United Nations Environment Programme (UNEP), das als Umweltprogramm der Vereinten Nationen federführend für eine nachhaltigere Entwicklung des Planeten zuständig ist. „Die Risse im Nord Stream-Erdgaspipelinesystem unter der Ostsee haben zu der wahrscheinlich größten jemals aufgezeichneten Freisetzung von klimaschädlichem Methan geführt“, heißt es seitens UNEP.

Erst nach und nach klärt sich der Blick darauf, wie viel des Treibhausgases (Methan ist neben CO2 das gefährlichste Treibhausgas) da nun entwichen ist. Der Satellitendaten-Firma GHGSat zufolge sollen am Freitag (also Tage nach den Explosionen) noch 22.920 Kilo Methan pro Stunde (ca. 23 Tonnen) aus einer der vier Bruchstellen ausgetreten sein – das wäre in etwa, also würde man 286 Tonnen Kohle pro Stunde an einem Fleckchen Erde verbrennen. „Diese Rate ist sehr hoch, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich nur um eine von vier Bruchstellen in der Pipeline handelt, die vier Tage nach dem ersten Bruch auftrat“, heißt es seitens GHGSat.

Nord Stream: Pipeline-Lecks sorgen für massive Klimaschäden

Wie Messdaten des globalen Treibhausgas-Beobachtungssystems ICOS zeigen, hat sich die Methanwolke rasch über den skandinavischen Ländern bis nach Großbritannien ausgebreitet und ist dann nach Norden gezogen. Dass Forscher:innen nun von einer Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes ausgehen, zeigt folgender Vergleich: Laut Manfredi Caltagirone von UNEP sind bei einem Leck im Golf von Mexiko 100 Tonnen Methan pro Stunde  ausgetreten. „Dies ist die verschwenderischste Art, Emissionen zu erzeugen“, so Caltagirone zu den Pipeline-Lecks.

Nun stellt sich auch die Frage, wem die Emissionen zugerechnet sind. Betreiber der Pipelines ist der russische Energieriese Gazprom, aber die Pipeline-Lecks könnten sich auf dänischem Hoheitsgebiet befinden.

Pipeline-Explosionen: Riesige Methangas-Wolke über Nordeuropa

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