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Open Innovation: Wie die Crowd Wissenschaftlern mit einer Foto-App hilft, Österreichs Natur zu vermessen

© FotoQuest Austria

Die Smartphones der Österreicher als Augen und Ohren der Wissenschaft: Das ist die grundlegende Idee des Projekts FotoQuest Austria, das vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien ins Leben gerufen wurde. Das Ziel: Mit Hilfe einer kostenlosen App für iPhone und Android können Bürger den Forschern helfen, Landschaftsdaten in ganz Österreich zu erheben – seit 25 Jahren sind keine Messungen mehr vorgenommen worden. Für das IIASA-Team wäre es viel zu aufwendig, das ganze Land neu zu vermessen, doch mit Hilfe der Crowd könnte es gelingen.

Hauptgrund des „Citizen-Science“-Projekts ist, verlässliche, detaillierte und vollständige Daten über die Bodennutzung in Österreich zu bekommen – die diese Informationen fehlen den Forschern derzeit, um Veränderungen von Landflächen und deren Auswirkungen auf die Umwelt analysieren zu können. Noch ist etwas fast als die Hälfte des Landes mit Wald bedeckt, doch täglich werden in Österreich im Schnitt 190.000 Quadratmeter Land in Geschäfts-, Wohn-, Freizeit- und Verkehrsflächen umgewandelt. Bedeutet: Fruchtbare Böden, Artenvielfalt und natürliche CO2-Speicher müssen Asphalt und Beton weichen, und durch diese zunehmende Oberflächenversiegelung steigt wiederum die Gefahr von Überschwemmungen.

Schnappschüsse für die Forschung

Mit der FotoQuest-Austria-App nun ist es möglich, dass Privatpersonen von jedem Ort Österreichs Fotos von der Umgebung und der Bodenbeschaffung machen und an einen zentralen Servern schicken können. Zusätzlich beantworten sie in der App Fragen der Forscher zur Landnutzung und Vegetation, damit diese weitere Informationen sammeln können. Für jene, die mitmachen, ist auch etwas drin. Je mehr Fotos man einsendet, desto mehr Punkte kann man in der App sammeln. In der noch bis 16. Dezember laufenden Herbstkampagne werden unter den Wochensiegern Einkaufsgutscheine verlost.

Eine Landkarte auf der Webseite zeigt, welche Orte in Österreich von den Nutzern bis dato besonders oft abfotografiert wurden – rege Teilnahme ist vor allem im Raum Wien, Niederösterreich, Oberösterreich sowie in Vorarlberg zu bemerken. Es gibt aber noch genug zu tun, vor allem entlegene Orte sind noch nicht von den Usern besucht worden. Die Daten, die von den Teilnehmern erfasst werden, werden von der IIASA für nachhaltige Städteplanung, Klimawandelforschung, Naturschutz und Wassermanagement genutzt werden. FotoQuest Austria ist außerdem ein Best Practice der „Open Innovation“-Initiative der österreichischen Bundesregierung, die zum Ziel hat, Österreich bis 2030 zum führenden Standort für Forschung und Entwicklung zu machen (mehr dazu hier).

Dieser Beitrag entstand in redaktioneller Unabhängigkeit mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).

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