Datensicherheit

EU: Quanten-Kryptografie soll Attacken von Quanten-Computern verhindern

Empfangsgerät für Daten, die mit Quantentechnologie verschlüsselt wurden. © QKD/Michael Mürling
Empfangsgerät für Daten, die mit Quantentechnologie verschlüsselt wurden. © QKD/Michael Mürling

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Das Rennen um Quanten-Computer ist voll im Gange, und auch die EU investiert Milliarden in dem Bereich. Doch bevor die Superrechner auf den Markt kommen, soll bei der Kommunikation in der EU für Sicherheit gesorgt werden. Unter der Führung des Austrian Institute of Technology (AIT) hat sich jetzt ein Konsortium aus 38 Partnern aus 13 europäischen Ländern und Israel formiert, um die so genannte Quantenkryptografie marktreif zu machen.

Ziel ist es, die weltweit sicherste Verschlüsselungstechnologie zum Schutz der europäischen Datennetze zu entwickeln, die auch von leistungsstarken Quantencomputern nicht geknackt werden kann. In Wien wurde zwischen 2004 und 2008 im Vorgängerprojekt SECOQC bereits ein QKD-Netzwerk (Quantum Key Distribution) eingerichtet.

EU fördert mit 15 Mio. Euro

„Daten, die mit Quanten-Kryptografie verschlüsselt sind, kann man nicht kopieren“, sagt Hannes Hübel, Projektleiter der OPENQKD getauften EU-Initiative. Die Initiative wird die nächsten drei Jahre vom EU-Programm Horizon 2020 mit rund 15 Millionen Euro gefördert. Ziel ist, mit Hilfe der Quanten-Kryptografie sensible Daten abhörsicher zu übertragen – was etwa im militärischen und geheimdienstlichen, aber auch medizinischen Bereich sehr wichtig ist.

Grundlegend geht es bei der Quantenverschlüsselung darum, schon jetzt eine neue Art der Kryptografie zu etablieren, bevor Quanten-Computer eingesetzt werden. Denn diesen Super-Rechnern wird zugetraut, herkömmliche Verschlüsselungsarten sehr schnell knacken zu können.

„Man braucht keinen Quanten-Computer. Man braucht QKD vielmehr als Absicherung gegen einen Quanten-Computer“, sagt Hübel. Mittels eigener Hardware werden dabei die Schlüssel zwischen zwei Kommunikationspartnern auf sichere Weise ausgetauscht. „Quantenverschlüsselung ist nachweislich resistent gegen Attacken von Quanten-Computern“, so Hübel.

„Europa darf Anschluss nicht verlieren“

„Man kann nachträglich nachweisen, ob ein Lauschangriff stattgefunden hat“, sagt Hübel, der beim AIT forscht. Die Technologie für die neue Art der Verschlüsselung wird theoretisch bereits seit Jahrzehnten beschrieben. Nun ist die Forschung so weit, die Quantenverschlüsselung auch in der Praxis einzusetzen. Teil des OPENQKD-Projektes sind dem neben dem AIT etwa auch die Telekomunternehmen Deutsche Telekom, Orange oder Telefonica, die University of Cambridge oder das renommierte Technion aus Israel.

Nun geht es darum, erste Testnetze bei Behörden, Unternehmen und Universitäten einzurichten – also darum, Beta-Nutzer zu finden, die die Verschlüsselungstechnologie einsetzen wollen. „Danach gibt es die Vision, die einzelnen lokalen Testnetze zu verbinden“, so Hübel. In China und den USA werde viel in Quanten-Computer investiert. „Es ist sinnvoll, jetzt eine Quanten-Kommunikations-Infrastruktur auf die Beine zu stellen. Man muss in Europa schauen, dass man nicht den Anschluss verliert.“

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