Plato sichert sich 14,5 Millionen Dollar für KI-Betriebssystem im Großhandel
Das Berliner Startup Plato hat eine Seed-Finanzierung über 14,5 Millionen Dollar abgeschlossen. Plato entwickelt ein KI-natives Betriebssystem für Großhändler. Die Plattform automatisiert Vertriebsprozesse, Angebotserstellung und ERP-Workflows. Atomico führt die Runde an, begleitet von Cherry Ventures, Discovery Ventures und D11Z, dem Investmenarm von Lidl-Gründer Dieter Schwarz.
Großhändler kämpfen mit Fachkräftemangel, geringen Margen und den digitalen Erwartungen moderner B2B-Einkäufer. Plato setzt auf agentenbasierte KI, die verborgene ERP-Daten erschließt und manuelle Aufgaben automatisiert. Vertriebsteams erhalten einen KI-Copiloten, der Risiken und Chancen proaktiv aufzeigt. Das Unternehmen hat bereits mehrere führende europäische Großhändler mit sechsstelligen Vertragsvolumina gewonnen – durchschnittlich über 100.000 Euro bei Software-Margen von 90 Prozent. Die Plattform verspricht bis zu 15 Prozent Umsatzsteigerung, fünf Stunden Zeitersparnis bei Angebotsprozessen und zehnfach höhere Vertriebseffizienz.
Vom Familienbetrieb zum „Tech-Champion“
Benedikt Nolte, Matthias Heinrich Morales und Oliver Birch haben Plato 2024 gegründet. Die Idee entstand aus Noltes familiengeführtem Großhandelsunternehmen, das mit veralteter Software und Personalmangel zu kämpfen hatte. „Wir haben die Probleme aus erster Hand im Großhandel meiner Familie erlebt und Plato gemeinsam mit Experten entwickelt, um die Arbeitsweise der Branche neu zu denken“, sagt Nolte. „Wir bauen das KI-Betriebssystem für den Großhandel, beginnend mit einer intelligenten Automatisierungsplattform im Vertrieb. Mit dieser Finanzierung skalieren wir Plato, um die gesamte Branche zu transformieren und einen Tech-Champion für die Handelsökonomie aufzubauen – aus Deutschland, für die Welt.“
Dieser praxisnahe Ursprung prägt den industriegetriebenen Ansatz des Startups. Die Gründer kombinieren tiefe Branchenexpertise mit technischer Umsetzungskraft. Der Großhandel bleibt trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutung massiv unterversorgt mit moderner Software – eine Lücke, die Plato mit vertikaler KI-Spezialisierung schließen will. Die Plattform ist gezielt auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnitten und integriert sich in bestehende ERP-Systeme.
Internationale Expansion und Produktausbau
Die frische Finanzierung ermöglicht Plato die internationale Skalierung und den Ausbau des Produktportfolios. Das Unternehmen wird sein vertikales Angebot auf Kundenservice und Einkauf ausweiten. Andreas Helbig, Partner bei Atomico, betont: „Besonders überzeugt hat uns an Plato die außergewöhnliche Qualität des Gründerteams. Das Team hat in diesem Bereich ein echtes ‚Right to win‘ und brennt für den Großhandel.“
Der von Skype-Founder Niklas Zennström gegründete VC-Investor Atomico verwaltet derzeit Vermögenswerte von rund fünf Milliarden Dollar und hat seit 2006 mit über 100 Teams zusammengearbeitet, darunter Klarna, Supercell und Graphcore. Das erneute Investment von Bestandsinvestor Cherry Ventures unterstreicht das Vertrauen in Platos Wachstumskurs.
