Interview

questr: Grazer Startup bereitet Krypto-Daten für Steuererklärung auf

Crypto. © Jonathan Borba auf Unsplash
Crypto. © Jonathan Borba auf Unsplash

Krypto-Investor:in zu sein, kann eine große Herausforderung für viele Menschen darstellen. Nicht nur ist es schwierig, über alle Marktentwicklungen den Überblick zu behalten, auch die steuerlichen Bedingungen können Kopfzerbrechen bereiten. Speziell die Datenaufbereitung der eigenen Krypto-Transaktionen in Steuertools kann eine sehr komplexe Aufgabe sein. Hier will das Grazer Jungunternehmen questr behilflich sein. Es verspricht die korrekte und vollständige Aufbereitung der Krypto-Transaktionsdaten für die Steuererklärung oder den Mittelherkunftsnachweis. Im Interview erzählt uns Natalie Enzinger, Geschäftsführerin von questr, über ihr Startup.

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Trending Topics: Was ist der USP von questr?

Natalie Enzinger: questr bietet die Lösung für ein Problem, das fast alle Personen und Unternehmen, die im Krypto-Space aktiv sind, haben – die Erstellung einer lückenlosen Dokumentation der eigenen Transaktionsdaten im Krypto-Steuertool. Unsere „Quest“ ist es, unsere Kund:innen durch das Krypto-Labyrinth zu führen. Indem wir Krypto-Transaktionen korrekt und nachvollziehbar aufbereiten, stellen wir sicher, dass auf Basis von vollständigen Daten eine weitere Bearbeitung durch Steuerberatungen, Banken oder Broker erfolgen kann.

Darüber hinaus haben wir eine innovative Methodik entwickelt, die es uns ermöglicht, bestehende Krypto-Datenaufbereitungen in Krypto-Steuertools zu analysieren. Ein Thema, das immer mehr Steuerberatungskanzleien und Compliance-Abteilungen von immer mehr Banken beschäftigt.

Welche Business-Modell verfolgt ihr damit?

Wir verfolgen mit questr von Beginn an unterschiedliche Business-Modelle, die sich sowohl an Krypto-User:innen als auch direkt an Steuerberatungskanzleien und Banken richten. Bei questr ist die Online-Beratung zu Problemstellungen und zum Umgang mit Krypto-Steuertools ein zentraler Baustein. Robert Andrée hat dies bereits über ein Jahr via www.crypto-tax.at erfolgreich etabliert.

Des Weiteren haben wir mit dem „Questr-Transaction-Report“ (QTR) eine innovative Methodik entwickelt, um Krypto-Transaktionsdaten im Krypto-Steuertool zu analysieren. Der QTR liefert Feedback und Schlussfolgerungen für unsere Kund:innen, die damit ihre Datenaufbereitung im Krypto-Steuertool auf das nächste Level heben können. Anderseits gibt der QTR auch Steuerberatungen oder Banken einen nachvollziehbaren Einblick, wie es um die Datenqualität steht – ein wichtiger Indikator, um beispielsweise bewerten zu können, ob der vorliegende Krypto-Steuerreport für die Steuererklärung geeignet ist.

questr bietet mit der Datenaufbereitung auch eine wirkliche „all-in-one“ Lösung an. Nach individueller Absprache übernehmen wir entweder die gesamte Aufbereitung aller Krypto-Transaktionen in einem Krypto-Steuertool oder nur einzelne Parts, bei denen Unterstützung benötigt wird. Dieses Service steht auch Steuerberatungskanzleien offen, die die Datenaufbereitung ihrer Krypto-Kunden auslagern möchten. Um den immer höheren Compliance Anforderungen gerecht zu werden, bietet questr auch die Erstellung eines Mittelherkunftsnachweises an, welcher die Vorgaben von Banken und Börsen erfüllt. In diesem individuell erstellten Mittelherkunftsnachweis werden Krypto-Gewinne und Transaktionsflüsse in nachvollziehbarer Art und Weise dargelegt.

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Wie ist das Spin-off aufgestellt, wer ist mit im Gründungs-Team?

Geschäftsführung und Gründer:innen:

Natalie Enzinger – DIE Expertin rund um Krypto-Steuern in AT
Robert Andrée – Vormals bei Enzinger StB als Teamleiter Krypto-Team
Des Weiteren wechselte das vierköpfige Krypto-Team von Enzinger Steuerberatung zur, gänzlich selbstfinanzierten, questr GmbH. Wir rechnen damit, das bestehende Team noch im Laufe des Jahres 2023 um weitere kryptoaffine „Questrs“ in Graz oder remote zu erweitern.

Wie groß ist der Markt im Krypto-Winter für den neuen Service? Warum gerade jetzt der Start?

Unabhängig von den aktuellen Marktentwicklungen sehen wir bereits seit einiger Zeit wachsende Nutzer:innenzahlen sowie steigendes Interesse und Engagement aus der traditionellen Finanzwirtschaft. Wie Trending Topics letzten Dezember berichtet hat, wird dieses Jahr die erste österreichische Bank ins Krypto-Geschäft einsteigen – und weitere werden folgen. Der Bedarf an professioneller Unterstützung in diesem neuen Spannungsfeld zwischen Institutionellen Playern und Krypto war noch nie größer. Die regulatorischen Anforderungen an Kryptoinvestor:innen bzw. auch an Banken und Steuerberatungskanzleien werden immer größer. Hier gehen wir voran und unterstützen mit unserer Erfahrung und Know-how.

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Auch bei Blockpit gibt es ein Angebot zu Krypto-Steuern – wo liegt der große Unterschied zu euch?

Wir bei questr analysieren bestehende Krypto-Transaktionsdaten oder bereiten diese auf. Denn wenn schon die grundlegenden Daten nicht oder falsch aufbereitet sind, braucht man gar nicht erst versuchen auf Basis dieser Daten korrekte Berechnungen für die Steuerlast oder das Portfoliomanagement anzustellen. Die korrekte Aufbereitung der Krypto-Transaktionsdaten ist somit ebenso wichtig wie deren steuerliche Würdigung. Diese inhaltliche Unterscheidung hat sich durch unsere tägliche Arbeit herauskristallisiert.

Mit der Gründung von questr tragen wir diesem Umstand Rechnung. Das hat den Vorteil, dass sich beide Unternehmen (questr und Enzinger Steuerberatung) besser auf deren Kernkompetenz konzentrieren und Weiterentwicklungen leichter umgesetzt werden können. Durch die Kombination der Leistungen von questr und Enzinger Steuerberatung kann eine vollumfängliche Begleitung durch Experten von der anfänglichen Krypto-Datenaufbereitung bis zur fertigen Steuererklärung angeboten werden.

Krypto-Steuertools wie Blockpit sind, wie der Name schon sagt, sehr hilfreiche Werkzeuge, die uns unsere Arbeit sowohl bei questr als auch bei Enzinger Steuerberatung erleichtern. Wir sehen die Leistungen von Blockpit und questr somit nicht konkurrierend, sondern ergänzend zueinander.

Wie „Steuer-freudig“ sind Krypto-Nutzer:innen bereits, seitdem die neuen Steuergesetze in AT eingeführt wurden?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten, weil wir bei questr und Enzinger Steuerberatung nur von Krypto-Nutzer:innen, die sich gesetzeskonform verhalten wollen, kontaktiert bzw. beauftragt werden. Wir gehen aber davon aus, dass aufgrund der voraussichtlich ab 01.01.2026 kommenden Meldepflicht (Stichwort DAC8) weitere Krypto-Nutzer:innen sich dazu entschließen werden, ihre Krypto-Einkünfte ordnungsgemäß zu besteuern.

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