Peter Steinberger zum OpenAI-Wechsel: „In Europa werde ich beschimpft“
Der Wechsel von OpenClaw-Macher Peter Steinberger zu OpenAI in San Francisco hat nicht nur Österreich, sondern die komplette KI-Welt aufgerüttelt. Wie berichtet, wird Steinberger dort eng mit Sam Altman arbeiten, KI-Agenten zu den Massen zu bringen. Zwar war bereits das Jahr 2025 zum „Jahr der KI-Agenten“ ausgerufen worden, bewahrheitet hat es sich nicht; erst durch OpenClaw und die – auch hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit – sehr offene Herangehensweise des Projekts an das Thema scheint nun 2026 deutlich mehr Fahrt in das Thema zu kommen.
Derweil ist in Österreich und Europa ein großes Thema, warum der Kontinent einmal mehr ein Talent an die USA verloren hat; spekuliert wird ja auch, ob Steinberger der erste Mensch ist, der durch ein KI-Projekt im Alleingang zum Milliardär geworden ist. Bestätigt ist nichts, theoretisch möglich ist es. Denn OpenAI wird von manchen Investoren bereits in der Größenordnung von 800 Milliarden Dollar bewertet, da könnte Altman den gebürtigen Oberösterreicher durchaus mit einem dicken Aktienpaket gelockt haben.
„Bei OpenAI arbeiten die meisten Leute 6-7 Tage die Woche, Bei uns ist das illegal“
Doch das Geld und die Ressourcen – OpenAI kann Steinberger für seine Vision sehr viel Rechenkraft in Form von GPUs und Top-Talente offerieren – alleine sind es nicht gewesen, die Steinberger zum Wechsel nach San Francisco zum ChatGPT-Macher bewegt haben. Auf die Frage auf X, warum Europa sein Talent nicht halten konnte, antwortete Steinberger:
„In der USA sind die meisten Menschen enthusiastisch. In Europa werde ich beschimpft, Leute schreien REGULIERUNG und VERANTWORTUNG. Und wenn ich wirklich hier eine Firma baue, dann kann ich mich mit Themen wie Investitionsschutzgesetz, Mitarbeiterbeteiligung und lähmenden Arbeitsregulierungen abkämpfen. Bei OAI arbeiten die meisten Leute 6-7 Tage die Woche und werden dementsprechend bezahlt. Bei uns ist das illegal.“
In den USA bei OpenAI rechnet Steinberger offenbar damit, mit seiner Vision schneller voranzukommen, weil es dort nicht nur mehr Geld oder Talente gibt, sondern auch weniger Hürden in Sachen Regulierung. Das Thema Security wird Steinberger bei OpenAI aber mit Sicherheit beschäftigen, denn aktuell sucht das Unternehmen insbesondere Infrastruktur- und Security-Ingenieure. Das klingt stark danach, dass man versucht, eine sicherere Version von OpenClaw zu bauen.
Mindset in Österreich passt Steinberger nicht
Ob ein Open-Source-Projekt in Europa nicht mehr Sinn hätte zu verfolgen, beantwortet Steinberger so: „Jeder Platz hat was tolles – so brutal darf man das nicht sehen. Für mich macht halt USA grad mehr Sinn.“ Das Mindset in Österreich würde ihm nicht passen. Während in den USA die Leute es cool fänden, was er mit OpenClaw gebaut hat, würde man ihn in Österreich eher davor warnen, nicht zu viel zu arbeiten und nicht in den Burnout zu fallen.
Auf Fortschritte in der EU hinsichtlich Startups wollte Steinberger offenbar nicht warten. Der Österreicher Andreas Klinger, ein guter Bekannter von Steinberger, ist in Brüssel gerade sehr aktiv, um eine neue Gesellschaftsrechtsform namens EU-INC einzuführen, damit Startups viel schneller und günstiger gegründet werden können. Steinberger als erfahrener Startup-Gründer – er verkaufte PSPDFKit vor mehreren Jahren für einen dreistelligen Millionenbetrag – kommt eine weitere Gründung in Europa nicht in Frage. „EU–INC gab mir Hoffnung, aber es scheint zu verpuffen, verwässert zu werden, es gibt zu viel egoistisches nationales Interesse, das letztendlich allen schadet.“

