.ai

Warum der ChatGPT-Hype einer karibischen Insel Millionen beschert

Szene auf Anguilla. © Cory Bjork auf Unsplash
Szene auf Anguilla. © Cory Bjork auf Unsplash

Wer auf einer Webseite mit der .ai-Endung landet, der weiß heute ziemlich genau: Das muss sich um ein Startup handeln, das irgendwas mit Artificial Intelligence macht. Doch ursprünglich stand .ai gar nicht für AI, sondern vielmehr für die kleine karibische Insel Anguilla. Die Insel ist ein britische Überseegebiet, lebt hauptsächlich vom Tourismus und hat in den 1980ern von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) die Top Level Domain (TLD) .ai zugeteilt bekommen.

Seit dem Urknall von ChatGPT aber hat die kleine Insel eine neue, unerwartete Einnahmequelle bekommen. Nämlich eben jene TLD, auf die ein echter Run entstanden ist. „Am 30. November 2022 kam ChatGPT heraus. In den fünf Monaten danach stiegen unsere Umsätze fast um das Vierfache. Dann haben sie sich auf diesem neuen, viel höheren Niveau eingependelt. Es ist einfach unglaublich – wir machen bereits ein Drittel des Staatshaushalts aus“, sagt Vince Cate, der die Domänenregistrierungen für die anguillanische Regierung verwaltet, in einem Interview mit IEEE Spectrum.

Früher einmal wurde die Domain von einer taiwanesischen Firma vermarktet, weil „ài“ im Chinesischen „Liebe“ bedeutet. Doch dieses Geschäft ebbte ab, und Cate übernahm die TLD-Verwaltung wieder für Anguilla. Mittlerweile bringt der Verkauf der Domain an AI-Unternehmen pro Monat etwa 3 Millionen Dollar ein – das sind also etwa 36 Mio. Dollar pro Jahr. Viel Geld für den Inselstaat: Laut Cate würden die Einnahmen mittlerweile fixer Bestandteil des Budget der Insel sein.

Aufgrund ihrer Beliebtheit hat Google die .ai-Domain mittlerweile als generische Top-Level-Domain eingestuft. Das bedeutet, das User keine geografische Verbindung zu Anguilla mehr benötigen, um in der Google-Suche berücksichtigt zu werden.

Besondere Top Level Domains von Ländern haben in der Tech-Branche immer wieder Hypes erfahren. Eine Zeit lang war .io (Tech-Affine lesen es als Kürzel für „Input Output“) en vogue bei vielen Startups, die eine Alternative zur .com suchten. .io ist aber eigentlich die länderspezifische TLD des Britischen Territoriums im Indischen Ozean.

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