Robot-Taxis

Waymo setzt künftig auch auf chinesische E-Minivans

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Waymo hat mit dem Einsatz seiner sechsten Fahrzeuggeneration im vollautonomen Betrieb begonnen und erweitert damit seine Robotaxi-Flotte um Minivans des chinesischen Herstellers Zeekr, einer Tochtergesellschaft des Geely-Konzerns. Die als Ojai bezeichneten Fahrzeuge ergänzen die bisherige Flotte aus umgerüsteten Jaguar iPace-Elektroautos und kommen zunächst in San Francisco und Los Angeles zum Einsatz. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf verbesserte Fähigkeiten bei schlechten Wetterbedingungen wie Regen, Schnee und Eis, was für die geplante Expansion in Regionen mit härteren klimatischen Bedingungen entscheidend ist. Nach knapp 200 Millionen autonom gefahrenen Kilometern in mehr als zehn Großstädten nutzt die Alphabet-Tochter diese Erfahrung, um Kosten zu senken und gleichzeitig die Sicherheitsstandards beizubehalten.

Das Kamerasystem der neuen Generation stellt einen deutlichen Fortschritt dar. Waymo setzt nun Hauptkameras mit 17 Megapixel Auflösung ein, während frühere Generationen mit 5- oder 8-Megapixel-Sensoren arbeiteten. Die verbesserte Lichtempfindlichkeit ermöglicht es dem System, auch bei schlechten Lichtverhältnissen dunkel gekleidete Personen auf der Straße zuverlässiger zu erkennen. Trotz der höheren Auflösung benötigt die sechste Generation weniger als die Hälfte der Kameras im Vergleich zum Vorgängersystem, was die Kosten erheblich reduziert. Das Unternehmen hat zudem Reinigungssysteme integriert, die bei Regen oder Schnee die Sichtbarkeit der Sensoren aufrechterhalten sollen. Die Kameras verfügen über einen erweiterten Dynamikbereich, der es ermöglicht, Details sowohl in tiefen Schatten als auch bei direkter Blendung durch Scheinwerfer oder Blaulichter zu erfassen.

Lidar und Radar für schwierige Bedingungen

Neben den Kameras hat Waymo auch die Lidar- und Radarsysteme grundlegend überarbeitet. Die Lidar-Technologie profitiert von gesunkenen Marktpreisen, die durch den zunehmenden Einsatz in Serienfahrzeugen entstanden sind. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen eigene Chips und optische Designs in Kalifornien, um größere Reichweiten und höhere Auflösung zu erreichen. Kurzreichweiten-Lidars ergänzen die Kameras und liefern zentimetergenaue Entfernungsmessungen, was besonders beim Navigieren neben Fußgängern oder beim Öffnen von Autotüren wichtig ist. Das bildgebende Radar erstellt dichte zeitliche Karten, die Entfernung, Geschwindigkeit und Größe von Objekten bei allen Licht- und Wetterbedingungen erfassen. Neu entwickelte Algorithmen verbessern die Leistung bei Regen oder Schnee erheblich. Zusätzlich verfügen die Fahrzeuge über externe Audioempfänger, die strategisch um die zentrale Sensoreinheit platziert sind und Sirenen von Einsatzfahrzeugen oder Warnsignale an Bahnübergängen erkennen, oft bevor diese Fahrzeuge sichtbar werden.

Das modulare Design des Waymo Driver ermöglicht die Anpassung an verschiedene Fahrzeugplattformen. Neben den Zeekr-Minivans soll das System künftig auch im Hyundai Ioniq 5 zum Einsatz kommen. In der Produktionsstätte im Großraum Phoenix baut Waymo die Kapazitäten aus, um mittelfristig Zehntausende Einheiten pro Jahr fertigen zu können. Durch die Zusammenarbeit mit Fahrzeugherstellern, die bereits werkseitig für die Integration des autonomen Systems vorbereitet sind, strebt das Unternehmen größere Skaleneffekte an. Derzeit testen Mitarbeiter und geladene Gäste die neuen Ojai-Fahrzeuge, bevor diese der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Expansion und politische Bedenken

Waymo plant eine beschleunigte Expansion in neue Märkte, darunter Boston im Nordosten der USA und Tokio. Boston gehört zu den schneereichsten Großstädten der Vereinigten Staaten, was die verbesserten Wetterfähigkeiten der sechsten Generation besonders relevant macht. Allerdings muss der Bundesstaat Massachusetts zunächst vollautonome Fahrzeuge legalisieren. Derzeit operiert Waymo hauptsächlich in schneearmen Städten wie Austin, Atlanta, Phoenix und Miami. Die chinesische Herkunft der Basisfahrzeuge hat jedoch politische Diskussionen ausgelöst.

Bei einer Anhörung im Senat zur Zukunft selbstfahrender Autos konfrontierte der republikanische Senator Bernie Moreno den Sicherheitschef von Waymo mit dem Vorwurf, sich in einem technologischen Wettlauf mit China ausgerechnet mit chinesischen Partnern zu verbünden. Eine Unternehmenssprecherin wies diese Bedenken zurück und betonte, dass Zeekr keinerlei Zugriff auf die geschützte Technologie für autonomes Fahren, Sensordaten oder Fahrerinformationen erhalte. Der chinesische Hersteller liefere lediglich die Basisfahrzeuge, während Waymo die gesamte Technik für autonomes Fahren in den USA installiere.

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