CRIF-Analyse

Firmeninsolvenzen 2025 in Österreich auf neuem Höchststand – plus 144 Prozent im Vergleich zu 2021

Symbolbild © Towfiqu barbhuiya on Unsplash
Symbolbild © Towfiqu barbhuiya on Unsplash

Im Jahr 2025 gab es laut einer neuen Analyse des Informationsdienstleisters CRIF in Österreich 7.392 Firmeninsolvenzen. Das entspricht einem Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 6.813 Insolvenzen). Hier zeigt sich ein langfristiger Trend: Seit 2021 haben sich die Firmeninsolvenzen um rund 144 Prozent erhöht. Besonders auffällig ist der Jänner 2025, der mit 760 Firmenpleiten den insolvenzstärksten Monat der vergangenen 60 Monate darstellt.

Wirtschaft im Krisenmodus setzte Unternehmen zu

Die Unternehmenslandschaft in Österreich stand auch 2025 vor erheblichen Herausforderungen. Die Wirtschaft blieb im Krisenmodus, die ohnehin schwache Leistung ging weiter zurück. Hohe Energie- und Lohnkosten, geopolitische Unsicherheiten und die Rezession belasteten die Betriebe. Auch der Rückgang der Industrieproduktion im Euro-Raum wirkte sich negativ aus. „Die Unternehmen in Österreich standen 2025 weiterhin unter massivem Druck. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht entspannt, und viele Betriebe konnten den Belastungen nicht mehr standhalten“, erklärt Anca Eisner‑Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich.

Österreichs Wirtschaft hat sich aktuell nach zwei schwierigen Jahren wieder auf einen vorsichtigen Erholungskurs begeben. Anders als in früheren Aufschwungphasen wird die positive Entwicklung diesmal nicht von den Exporten getragen, sondern von einer stärkeren Nachfrage im Inland. Vor allem der öffentliche Konsum, aber auch eine leichte Belebung der privaten Ausgaben sorgen für eine leichte wirtschaftliche Erholung. Die Exporttätigkeit hingegen bleibt verhalten und bremst die aktuelle Entwicklung.

Firmeninsolvenzen sollen sich 2026 stabilisieren

Für 2026 ist laut CRIF weiterhin keine echte Trendwende bei den Unternehmensinsolvenzen absehbar. Nach den deutlichen Anstiegen der vergangenen Jahre dürfte sich das Niveau eher stabilisieren. „Eine nachhaltige Entspannung lässt sich derzeit nicht erkennen. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass Insolvenzstatistiken vor allem die Vergangenheit abbilden und damit einen Blick in den Rückspiegel darstellen“, erklärt Eisner-Schwarz.

Im Jahr 2025 verzeichnete Wien mit 2.741 Firmeninsolvenzen erneut den höchsten Wert unter den Bundesländern, gefolgt von Niederösterreich (1.214), Oberösterreich (887), Steiermark (761), Tirol (519), Salzburg (471), Kärnten (451), Vorarlberg (191) und dem Burgenland (157).
Auch bei der Insolvenzdichte lag Wien mit 190 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze (Österreich-Schnitt: 123).

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Handel am stärksten von Pleiten betroffen

Die Entwicklung verlief regional unterschiedlich: Während das Burgenland als einziges Bundesland einen Rückgang von 20,3 % verzeichnete, stiegen die Zahlen in anderen Regionen leicht bis deutlich an. Wien (+1,3 %), Steiermark (+1,5 %) und Niederösterreich (+4,0 %) lagen im unteren Bereich. Deutlichere Zuwächse zeigten Vorarlberg (+14,4 %), Kärnten (+16,8 %)und Oberösterreich (+21,0 %). Die stärksten Anstiege gab es in Salzburg (+35,0 %) und Tirol (+44,6 %).

Im Jahr 2025 verzeichnete der Handel insgesamt 1.388 Firmeninsolvenzen, was einem Anstieg von 9,6 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Im Baugewerbe kam es zu einem leichten Rückgang auf 1.136 Insolvenzen, ein Minus von 2,7 Prozent. Das Gastgewerbe erreichte 2025 insgesamt 937 Insolvenzen und damit ein Plus von 13,3 Prozent. Im Bereich Logistik stiegen die Fälle auf 580, was einer Zunahme von 5,8 Prozent entspricht. Die Branche der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen kam 2025 auf 647 Insolvenzen und lag damit 5,7  Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

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