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Anthropic holt 30 Milliarden Dollar, Bewertung steigt auf 380 Milliarden Dollar vor IPO

Dario Amodei, Chief Executive Officer and Co-Founder, Anthropic. © World Economic Forum / Sandra Blaser
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Das KI-Unternehmen Anthropic hat in einer Serie-G-Finanzierungsrunde 30 Milliarden Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von 350 Milliarden Dollar vor der Kapitalzuführung beziehungsweise 380 Milliarden Dollar nach der Finanzierung. Die Runde wurde von Singapurs Staatsfonds GIC und dem Investmentunternehmen Coatue angeführt, mit weiterer Co-Führung durch D.E. Shaw Ventures, Dragoneer, Founders Fund, ICONIQ und MGX.

Zu den bedeutenden Investoren zählen außerdem Sequoia Capital, Greenoaks, Temasek, BlackRock, Fidelity, Goldman Sachs sowie zahlreiche weitere Venture-Capital-Gesellschaften und institutionelle Anleger. Ein Teil der Finanzierung stammt aus den bereits Ende vergangenen Jahres angekündigten Zusagen von Microsoft und Nvidia über insgesamt 15 Milliarden Dollar. Die Nachfrage übertraf das ursprüngliche Ziel deutlich, sodass Anthropic das Finanzierungsvolumen während des Prozesses um 10 Milliarden Dollar erhöhte.

Rasantes Wachstum im Unternehmensgeschäft

Das 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschern gegründete Unternehmen aus San Francisco verzeichnet eine Umsatzlaufrate von 14 Milliarden Dollar, wobei rund 80 Prozent der Einnahmen von Unternehmenskunden stammen. In den vergangenen drei Jahren wuchs der Umsatz jeweils um mehr als das Zehnfache. Die Zahl der Kunden, die jährlich mehr als 100.000 Dollar für Claude ausgeben, hat sich im vergangenen Jahr versiebenfacht.

Während vor zwei Jahren lediglich ein Dutzend Kunden mehr als eine Million Dollar pro Jahr investierten, überschreitet diese Schwelle mittlerweile bei über 500 Kunden. Acht der zehn größten Fortune-Unternehmen nutzen inzwischen Claude. Der Chief Financial Officer Krishna Rao betonte, dass die Finanzierung die außergewöhnliche Nachfrage widerspiegele und für den weiteren Ausbau unternehmenstauglicher Produkte und Modelle verwendet werde.

Besonders erfolgreich entwickelt sich Claude Code, das im Mai 2025 für die breite Öffentlichkeit verfügbar wurde und mittlerweile eine Umsatzlaufrate von über 2,5 Milliarden Dollar erreicht. Dieser Wert hat sich seit Anfang 2026 mehr als verdoppelt, ebenso wie die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer seit dem 1. Januar. Eine kürzlich durchgeführte Analyse schätzte, dass 4 Prozent aller öffentlichen GitHub-Commits weltweit von Claude Code verfasst wurden – doppelt so viel wie noch einen Monat zuvor.

Die geschäftlichen Abonnements für Claude Code haben sich seit Jahresbeginn vervierfacht, wobei Unternehmenskunden mittlerweile mehr als die Hälfte der Claude-Code-Einnahmen ausmachen. Das Tool kann bestehenden Code eines Unternehmens analysieren, Aufgaben planen und ausführen und hat sich als primäres Programmierwerkzeug für Softwareentwickler etabliert. Die gleichen Fähigkeiten erschließen auch neue Arbeitsbereiche wie Finanz- und Datenanalyse, Vertrieb, Cybersicherheit und wissenschaftliche Forschung.

Vorbereitung auf Börsengang und intensiver Wettbewerb

Anthropic bereitet einen Börsengang vor, der noch in diesem Jahr erfolgen könnte und zu den größten IPOs aller Zeiten zählen würde. Das Unternehmen hat die Anwaltskanzlei Wilson Sonsini mit den Vorbereitungen beauftragt. Die neue Finanzierung verschafft Anthropic die Mittel, um weiterhin mit Konkurrenten wie Google, Meta und OpenAI zu konkurrieren. OpenAI befindet sich ebenfalls in Gesprächen über eine neue Finanzierungsrunde, die 100 Milliarden Dollar übersteigen könnte, und hat mit Codex einen eigenen Coding-Agenten eingeführt.

Ungewöhnlich für das Silicon Valley teilen sich Anthropic und OpenAI mittlerweile mehrere große Investoren, darunter Altimeter Capital, MGX, Sequoia, Founders Fund sowie Nvidia und Microsoft. Der Wettbewerb erstreckt sich auch auf Forscher und Rechenressourcen, wobei ein Großteil des neuen Kapitals voraussichtlich für die Einstellung und Bindung von Forschern sowie für den Zugang zu Chips verwendet wird.

Trainium, TPUs und GPUs im Einsatz

Im Gegensatz zu OpenAI, das sich zu Ausgaben von deutlich über einer Billion Dollar für Rechenressourcen in den nächsten acht Jahren verpflichtet hat, verfolgt Anthropic einen konservativeren Ansatz bei Infrastrukturausgaben. Dennoch wird das Unternehmen die neuen Mittel für den Infrastrukturausbau nutzen und Claude auf allen drei weltweit größten Cloud-Plattformen verfügbar machen: Amazon Web Services (Bedrock), Google Cloud (Vertex AI) und Microsoft Azure (Foundry).

Das Unternehmen trainiert und betreibt Claude auf verschiedenen KI-Hardware-Plattformen – AWS Trainium, Google TPUs und Nvidia GPUs –, was eine bessere Anpassung der Workloads an die jeweils am besten geeigneten Chips ermöglicht. Philippe Laffont von Coatue hob hervor, dass der Fokus auf agentenbasiertes Programmieren und unternehmenstaugliche KI-Systeme den Fortschritt in Richtung großflächiger Akzeptanz beschleunigt habe.

Das jüngste Modell Opus 4.6, das vergangene Woche eingeführt wurde, kann Agenten antreiben, die ganze Kategorien realer Arbeit bewältigen und Dokumente, Tabellen und Präsentationen in professioneller Qualität erstellen. Das Modell führt beim GDPval-AA-Benchmark, der die Leistung bei ökonomisch wertvollen Wissensarbeitsaufgaben in Bereichen wie Finanzen und Recht misst.

Im Januar allein hat Anthropic mehr als dreißig Produkte und Funktionen eingeführt, darunter Cowork, das die leistungsstarken Engineering-Fähigkeiten von Claude Code auf ein breiteres Spektrum von Wissensarbeitsaufgaben ausdehnt. Der Chief Investment Officer von GIC, Choo Yong Cheen, bezeichnete Anthropic als klaren Kategorieführer im Unternehmens-KI-Bereich, der bahnbrechende Fähigkeiten demonstriere und neue Standards für Sicherheit, Leistung und Skalierung setze.

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