Porträt

Zeitgeber: Lichttherapie-Startup für Morgenmuffel und Depressionsprävention

© Zeitgeber
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„Wir schaffen das morgendliche Ambiente im Schlafzimmer, das Menschen den bestmöglichen Start in den Tag bietet“, erklärt Marian Stoschitzky. Er ist CEO von Zeitgeber. Das Startup arbeitet an einem Licht-Therapie-System, das den persönlichen Bio-Rhythmus verändern oder auch anpassen können soll. Es soll zur Depressionsprävention und zur Lichttherapie-Unterstützung dienen. Der Marktstart ist für kommendes Jahr geplant.

Die Sache mit der inneren Uhr

Es ist (dringend) Zeit aufzustehen, aber der Körper ist einfach noch nicht bereit dazu – wer kennt das nicht? „Unsere natürliche Aufwachzeit ist durch unsere innere Uhr gesteuert, dem zirkadianen Rhythmus“, erklärt Stoschitzky. Bei drei von zehn Menschen sei das genetisch bedingt später als bei anderen Menschen.

„Der morgendliche Kampf aus dem Bett bei frühen Weckzeiten ist für sie Alltag. Lichtwecker oder Schlafphasenwecker helfen oft mehr schlecht als recht, weil sie das zugrundeliegende Problem nicht lösen: Der Körper wird unnatürlich früh aus dem Schlaf gerissen. Das birgt neben der Müdigkeit ein erhöhtes Risiko für Stoffwechselerkrankungen und ist ein bekannter Faktor hinter Gewichtsproblemen. Nachteulen sind zudem anfälliger für Depression und Stimmungsprobleme im Winter“, erzählt Stoschitzky weiter.

„Investition in das Wohlbefinden“

Was aber, wenn man die innere Uhr an den persönlichen Zeitplan anpassen könnte? Genau daran arbeitet Zeitgeber: „Mit unserem Lichttherapie-Wecksystem machen wir das möglich. Was sich anfühlt, wie zu einem Sonnenaufgang aufzuwachen, kombiniert spezielle Anwendungen von Licht, um ein frühes Aufwachen nicht nur angenehm, sondern zur eigenen Natur zu machen. Unsere Dämmerungssimulation ist zudem anerkannt als effektive Behandlungsmethode für Winterdepression.“ Zeitgeber werde einfach als Leuchte über dem Bettkopfende montiert. Stoschitzky: „Mit einem Mix aus ambienter und direkter Beleuchtung sowie einer natürliche Klangkulisse wird der Morgen zur Investition ins ganzheitliche Wohlbefinden.“

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Das Konzept wird allerdings noch getestet. Entwickelt wurde und wird es im Austausch mit Stanford-Professor Jamie Zeitzer, erzählt der Gründer. Die Rückmeldungen seien „vielversprechend“ und würden „eine Erfahrung, die nicht mit herkömmlichen Lichtweckern vergleichbar ist“, bestätigen. Und für wen ist das Ganze eigentlich gedacht?

Stoschitzky: „Als erste Zielgruppe sehen wir erwerbstätige Menschen mit hohen Leistungsansprüchen, deren Wirksamkeit und Stimmung unter ihren Aufstehproblemen leiden. Ebenso wertvoll sehen wir Zeitgeber für Menschen mit Winterdepression, die eine mit ihrem Alltag verträgliche Behandlungsmethode suchen.“ Zudem eigne sich Zeitgeber auch für „Wellbeing-Liebhaber:innen und Biohacker“.

Zeitgeber: Marktstart 2023

Der Markteintritt sei für 2023 geplant, heißt es vom Startup. Entsprechend klein ist das Team derzeit noch, es besteht aus vier Personen. Dazu kommt der bereits erwähnte wissenschaftlicher Berater, Ao. Prof. Jamie Zeitzer von der Stanford University, einer der „führenden Wissenschaftler in der Schnittstelle Schlaf, Licht & Biorhythmus“. Das Produkt soll künftig direkt vertrieben werden, 1.500 Euro soll die Anschaffung künftig kosten. „Einen zusätzlichen B2B-Vertrieb und Leasing-Möglichkeiten evaluieren wir gerade“, sagt Marian Stoschitzky.

Langfristig denkt er größer: „Wir wollen in fünf Jahren de Break-Even erreicht und die Finanzierung aus eigenen Umsätzen bei einem Vertrieb nach Europa und Nordamerika geschafft haben.“ Und: „Wir wollen die Marke werden, an die man denkt, wenn man es mit gesundem Aufstehen ernst meint.“

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