Zeitkapsl: Wiener Startup bietet europäische Alternative zu Google Fotos
Das Wiener Startup Zeitkapsl positioniert sich als europäische Cloud-Lösung für Fotos und Videos mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Plattform kombiniert lokale KI-Suche mit strikter Datensouveränität. Weder das Unternehmen selbst noch Dritte haben Zugriff auf die hochgeladenen Inhalte. Alle Daten werden laut Zeitkapsl bei zwei Cloud-Anbietern in Deutschland gehostet.
In der aktuellen Staffel von „2 Minuten 2 Millionen“ pitcht das österreichische Jungunternehmen seine DSGVO-konforme Cloud-Alternative zu Google Fotos oder iCloud vor der Jury und dem TV-Publikum.
Digitale Souveränität für die nächste Generation
Co-Founder Peter Spiess-Knafl beschreibt die Motivation so: „Ich habe Fotos jahrelang auf externen Festplatten gespeichert und viele Self-Hosting-Lösungen ausprobiert. Die Daten bleiben privat, aber es ist unglaublich viel Aufwand. Mit Zeitkapsl will ich Privatsphäre für alle ermöglichen, nicht nur für Technik-Nerds.“ Oliver Selinger, zweiter Co-Founder, ergänzt: „Als Vater von drei Kindern fühle ich die Verantwortung, ihre digitale Souveränität zu schützen. Wenn wir heute nicht handeln, hat die nächste Generation morgen keine Wahl mehr.“
Der Launch erfolgte im April 2025. Bereits im Juli 2025 erreichte Zeitkapsl Profitabilität ohne jegliches Risikokapital. Im Oktober 2025 veröffentlichte das Team alle Apps als Open Source auf Codeberg unter GPLv3-Lizenz.
Das Wiener Startup setzt auf ein B2C-Abomodell, monatlich oder jährlich abbuchbar. Es gibt sechs Optionen zur Auswahl: zwischen 50 GB um 2 Euro monatlich und maximal 2 TB um 26 Euro. Auch die Anzahl der User ist an den jeweiligen Tarif geknüpft. Das Zeitkapsl-Abo ist monatlich kündbar.
Nachhaltigkeit als klare Mission
Zeitkapsl verbindet seine Datenschutz-Features mit ökologischer Verantwortung. Das Startup betreibt alle Server und den primären Speicher in Hetzner-Rechenzentren, die zu 100 Prozent mit erneuerbarer Wasserkraft laufen. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsarchitektur verschiebt komplexe Berechnungen auf die Endgeräte und minimiert dadurch den Hardware-Bedarf.
Das Team setzt stark auf Caching, um Netzwerkressourcen zu reduzieren, und plant rechenintensive Hintergrundprozesse für die Nacht, wenn Smartphones geladen werden und mit WLAN verbunden sind. Indem auch ältere Geräte bewusst unterstützt werden, können diese länger genutzt werden, was Elektroschrott reduziert. Die Größe der App ist zudem möglichst klein gehalten.
Bisher setzten die beiden Co-Founder auf Bootstrapping, nun stellen sie sich der 2M2M-Jury. Ein mögliches Investment soll in die Internationalisierung und entsprechend hohe Marketingausgaben fließen.
