Spannungen

Blitz-Lieferdienst Gorillas streicht 300 Jobs, stoppt Expansion

© Gorillas
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Nachdem der Rivale Flink erst vergangene Woche seine große Expansion nach Frankreich und eine Bewertung von 4,8 Milliarden Euro bekannt gab, muss der deutsche Branchen-Vorrieiter Gorillas nun Stellen streichen. Einer Aussendung zufolge muss sich das Unternehmen global von rund 300 Mitarbeiter:innen trennen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 15.000 Menschen, wobei die meisten aber als Freelancer-Fahrradboten unterwegs sind.

„Wie viele andere Unternehmen in der Startup- und Tech-Branche bewegt sich Gorillas derzeit in einem komplexen und herausfordernden globalen Marktumfeld“, heißt es in einerAussendung. Die betroffenen Mitarbeiter:innen seien heute von den Plänen informiert worden. „In den kommenden Wochen werden an den jeweiligen Standorten weitere lokale Gespräche und Verhandlungen folgen.“

Als Grund nennt das Scale-up, das mit Lieferzeiten von 10 Minuten oder weniger wirbt, das „komplexe und herausfordernde globalen Marktumfeld“. Wie bereits mehrmals berichtet, taumelt die Weltwirtschaft aktuell, getrieben durch Ukrainekrieg, hoher Inflation und den anhaltenden Auswirkungen der Corona-Krise, in eine Rezession. Auch Klarna, einer der europäischen Fintech-Überflieger der letzten Jahre, gab erst gestern die Kündigung von 700 Mitarbeiter:innen bekannt.

Flink: Liefer-Unicorn steigert Bewertung auf 4,8 Milliarden Euro

Kündigungswellen rauschen durchs Unicorn-Land

Damit ist klar: Die Kündigungswellen, die zuerst in den USA im Tech-Bereich (z.B. bei Netflix) zu beobachten waren, schwappen nun nach Europa über. Gorillas will seinen „strategischen Fokus von rasantem Wachstum auf langfristige Profitabilität“ lenken – und das bedeutet auch eine Verringerung der Arbeitskräfte. Generell will man auf die fünf Kernmärkte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die USA fokussieren.

In der Schwebe ist, wie es in den weiteren Märkten, in denen Gorillas ebenfalls vertreten ist, weitergehen wird. Offiziell heißt es, dass die „strategischen Optionen für die weiteren Märkte Italien, Spanien, Dänemark und Belgien“ geprüft werden würden. So könnte sein, dass der Betrieb dort eingestellt wird, aber auch, dass man an Konkurrenten verkauft oder mit verminderter Schlagkraft weiter macht.

Gorillas, gegründet von CEO Kağan Sümer, ist einer der absoluten Aufsteiger im Unicorn-Bereich Europas der letzten beiden Jahre. Innerhalb kurzer Zeit expandierte der Lieferdienst (unter hohen Kosten, wohlgemerkt) in über 60 Städte, darunter Amsterdam, London, Paris, Madrid, New York, Mailand und München. Dazu wurden auch mehr als 230 Mikro-Fulfillment-Center in neun Ländern eingerichtet. Eine Finanzierungsrunde im Oktober 2021 blieb bereits hinter den Erwartungen.

Gorillas-Bewertung mit 2,1 Milliarden Dollar unter Erwartungen

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