Finanzierungsrunde

Gorillas-Bewertung mit 2,1 Milliarden Dollar unter Erwartungen

Gorillas-Fahrerin © Gorillas
Gorillas-Fahrerin © Gorillas

Das junge Berliner Lieferdienst-Unicorn Gorillas kann erneut eine massive Finanzierung für sich verbuchen. Insgesamt fast eine Milliarde Dollar (knapp 860 Millionen Euro) konnte die extrem erfolgreiche Jungfirma, die es erst seit vergangenem Jahr gibt, einsammeln. Dabei sticht neben dem chinesischen Handelskonzern Tencent und dem US-Investor Coatue besonders der Lieferdienstriese Delivery Hero unter den Investoren hervor. Satte 235 Millionen Dollar (etwa 200 Millionen Euro) steckt der Konzern in Gorillas, das mit der neuen Runde eine Bewertung von 2,1 Milliarden Dollar erreicht. Dennoch liegt diese Zahl weit unter den angestrebten sechs Milliarden Dollar vom Mai.

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Finanzierung geringer als gedacht

Delivery Hero hält jetzt etwa acht Prozent der Anteile von Gorillas. Das Jungunternehmen betreibt mehr als 180 Lagerhäuser in neun Ländern und verspricht Lieferungen von Lebensmitteln und anderen Produkten innerhalb von nur zehn Minuten. „Delivery Hero hat es sich zur Aufgabe gemacht, den schnellen Handel weltweit voranzutreiben, und wir sehen Gorillas als eines der führenden Unternehmen in Europa und den USA“, sagt Niklas Oestberg, CEO von Delivery Hero.

Auch wenn das Jungunternehmen bei der neuen Finanzierung eine gewaltige Summe erzielen konnte, liegt sie dennoch unter den Erwartungen. Laut Handelsblatt war im Mai noch von einer angestrebten Bewertung mehr als sechs Milliarden Dollar die Rede. Jedoch hat Gorillas momentan mehrere Schwierigkeiten zu bewältigen. So ist der Markt um die Blitz-Lieferdienste per Fahrradkurier mittlerweile stark umkämpft. Außerdem wirken sich Negativ-Schlagzeilen über schlechte Arbeitsbedingungen und Streiks auch auf die Nutzungszahlen der App der Jungfirma aus.

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Gorillas-Hype ist etwas gedämpft

Mittlerweile gibt es eine Reihe von starken Konkurrenten auf dem Markt. So etabliert sich der Lieferdienst Jokr immer stärker in Europa, ebenso ist Erzrivale Flink sehr gut aufgestellt. Flink konnte Gorillas bei der neuen Finanzierungsrunde kürzlich auch den US-Lieferdienst Doordash als Investor abluchsen. Daneben hat auch der Ruf von Gorillas durch die Streiks im Sommer Schaden genommen. Immer wieder gibt es Vorwürfe von schlechten Arbeitsbedingungen und willkürlichen Kündigungen für die Kuriere.

All diese Probleme haben den massiven Hype um die Berliner Jungfirma etwas gedämpft. Dennoch ist das Unternehmen weiterhin ein großer Player auf dem Lieferdienst-Markt. So hat Gorillas laut Östberg in nur einem Jahr etwa 300 Millionen Dollar an Umsatz gemacht. Die Jungfirma wachse weiterhin monatlich zweistellig. Sie erreiche die höchste Wiederbestellrate der Branche, lobt der Chef von Delivery Hero.

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