Deklaration

COP28: Atomkraft soll bis 2050 verdreifacht werden

Atomkraft. © Ilja Nedilko auf Unsplash
Atomkraft. © Ilja Nedilko auf Unsplash

Während des Weltklimagipfels COP28 haben heute mehr als 20 Länder aus vier Kontinenten eine Absichtserklärung zur Verdreifachung der Kernenergie verabschiedet. Mit der Erklärung wolle man die „Schlüsselrolle der Kernenergie“ anerkennen, um die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren und das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten.

Zu den Kernelementen der Erklärung gehören die Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Kernenergiekapazität bis 2050 weltweit zu verdreifachen, sowie die Aufforderung an internationale Finanzinstitutionen, Kernenergie in ihre Kreditvergabe-Oolitik einzubeziehen. Zu den Unterzeichnerstaaten gehören die Vereinigten Staaten, Bulgarien, Kanada, die Tschechische Republik, Finnland, Frankreich, Ghana, Ungarn, Japan, die Republik Korea, Moldawien, die Mongolei, Marokko, die Niederlande, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Schweden, die Ukraine, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Vereinigte Königreich.

Nicht dabei sind Länder, die traditionell gegen Kernenergie sind, wie Deutschland oder Österreich. Auch China, das in Sachen Kernkraftwerken ordentlich Tempo vorlegt, fehlt in der Erklärung. Jedenfalls aber werden weitere Länder aufgerufen, sich der Deklaration anzuschließen. Die genannten Staaten versicherten sich gegenseitig „höchste Standards in Bezug auf Sicherheit, Nachhaltigkeit, Gefahrenabwehr und Nichtverbreitung“ sowie eine „verantwortungsvolle und langfristige Entsorgung von Brennstoffabfällen“. Japan, eines der Länder, die dabei sind, hat dieses Jahr wie berichtet Radioaktiv belastetes Fukushima-Kühlwasser in den Pazifik gepumpt (mehr dazu hier).

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Kleiner als Solarenergie

In der Deklaration wird Atomkraft als die „zweitgrößte Quelle für saubere, disponible Grundlaststromerzeugung“ bezeichnet. Nicht genannt wird die Solarenergie, die durch ihren starken Ausbau seit 2019 mehr Strom weltweit erzeugt als Atomkraftwerke. Argumentiert wird, dass Analysen der OECD-Agentur für Kernenergie und der World Nuclear Association zeigen würden, dass sich die weltweit installierte Kernenergiekapazität bis 2050 verdreifachen müsse, um bis dahin weltweit Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Aber braucht es wirklich eine Verdreifachung? Einer Analyse der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge soll sich der Anteil der Kernenergie an den weltweiten Netto-Null-Emissionsszenarien bis 2050 von 2020 bis 2050 mehr als verdoppeln; ein Rückgang der Kernenergie würde das Erreichen der Netto-Null-Emissionen erschweren und verteuern – dass es aber ohne Atomstrom unmöglich sei, Netto-Null bis 2050 zu erreichen, behauptet die IEA nicht.

Bekannt ist, dass Länder wie Frankreich und China Atomkraftwerke stark vorantreiben, obwohl es massive Bedenken hinsichtlich Kosten, Wirtschaftlichkeit, Baudauer Unfallgefahren und der Endlagerung des Atommülls gibt. In China stehen aktuell einem Bericht des Economist zufolge 22 Kernkraftwerke in Bau, pro Jahr sollen künftig sechs bis acht neue Atomkraftwerke ans Netz gehen. Damit ist China drauf und dran, die USA zu überholen, die aktuell etwas mehr als 90 AKWs betreiben.

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