Porträt

CycloTech: Linzer Startup entwickelt „360 Grad“-E-Luftfahrtantrieb

So könnte ein Luftfahrzeug mit CycloTech-Antrieb in Zukunft aussehen © CycloTech
So könnte ein Luftfahrzeug mit CycloTech-Antrieb in Zukunft aussehen © CycloTech

Ein elektrischer Propeller für die Luftfahrt, der genauestes Manövrieren ermöglicht: Dieses ambitionierte Ziel verfolgt das Linzer Jungunternehmen CycloTech. Dafür nutzt die Jungfirma einen Antrieb aus der Seefahrt, nämlich den sogenannten Voith-Schneider-Propeller. Dabei handelt es sich um eine Komponente, mit der sich Schiffe gezielt in verschiedene Richtungen bewegen können. Die „Cyclo-Rotoren“ von CycloTech sollen dieses Konzept nutzen, um in Zukunft Luftfahrzeuge vertikal starten und landen sowie besonders stabil manövrieren zu lassen. Speziell Lufttaxis und Drohnen soll die Technologie zunächst antreiben.

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CycloTech ist „ältestes Startup Österreichs“

Die beiden Gründer von CycloTech sind Hans-Georg Kinsky und Markus Steinke. Mit dem Voith-Schneider-Propeller ließen sie sich von einer bereits 1926 entwickelten Technologie inspirieren. Schiffe mit Voith-Schneider-Propeller gelten als extrem manövrierfähig und können sich im Grunde auf der Stelle drehen. CycloTech ist nicht das erste Unternehmen, das versucht, dieses Prinzip in die Luftfahrt zu bringen. Doch nach eigenen Angaben ist das Linzer Startup das erste, das es geschafft hat, diesen Antrieb kommerziell einsetzbar zu machen.

Hans-Georg Kinsky und Markus Steinke arbeiten schon lange an diesem Vorhaben. Auch wenn es CycloTech technisch gesehen erst seit 2021 gibt, arbeitete die Firma unter anderem Namen schon seit fast 20 Jahren an der Technologie. Kinsky nennt sein Unternehmen daher das „älteste Startup Österreichs“. „Fast genauso lange, wie es den Voith-Schneider-Propeller in der Schifffahrt gibt, gibt es Versuche in der Luftfahrt, bislang aber erfolglos. Wir werden das jetzt schaffen“, so Kinsky im Gespräch mit dem Handelsblatt.

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Antrieb soll präzise Steuerung bei jedem Wetter ermöglichen

Doch bis es wirklich soweit ist, braucht es Kinsky zufolge noch viel Zeit und viel Geld. „Wir gehen davon aus, dass wir Anfang der 2030er-Jahre so weit sein werden, ein marktfähiges Produkt zu haben. Bis unsere Technologie massenmarktfähig sein wird, werden wir bei den Investitionen sicherlich nördlich der 150 Millionen Euro landen“, meint der Mitgründer und CEO des Startups. Sein Unternehmen beschäftigt heute mehr als 40 Angestellte.

Mit den Cyclo-Rotoren soll künftig eine „dreidimensionale 360-Grad-Steuerung“ möglich sein. Es soll somit beispielsweise denkbar sein, seitwärts zu fliegen. Außerdem sollen Luftfahrzeuge dadurch wesentlich besser schwierigen Wetterbedingungen standhalten können. „Unsere Vision ist, dass Menschen zu Hause in ihr Fluggerät mit unserem Antrieb steigen und ohne Stau klimaneutral zu ihrem Ziel etwa in der Stadt oder im Umland fliegen können“, sagt Mitgründer Markus Steinke.

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Technologie befindet sich noch in Testphase

Um sich diesen Traum erfüllen zu können, braucht das Jungunternehmen aber noch mehr Kapital. In den vergangenen 20 Jahren habe man insgesamt rund 20 Millionen Euro in die Firma gesteckt, überwiegend aus eigener Tasche. Derzeit sei man aber auch noch auf Suche nach Investoren. Ebenfalls braucht das Unternehmen noch eine Zulassung von Behörden. Doch damit wartet man noch. Bisher testet das Startup den Antrieb lediglich mit einem kleinen Demonstrator ohne Aufbau. Erste Outdoor-Flüge fanden im vergangenen August statt.

Kürzlich hat CycloTech laut t3n außerdem ein Konzeptflugzeug vorgestellt. Das zweisitzige Luftfahrzeug ist mit insgesamt sechs der trommelförmigen Cyclo-Rotoren ausgestattet. Der Prototyp ist geschätzt 80 Kilogramm schwer und etwa eineinhalb Mal so groß wie ein normales Bodenauto. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 kmh. Die Reichweite soll 100 Kilometer betragen. Das Luftfahrzeug verfügt jedoch über keine Auftrieb gebenden Flügel. Stattdessen braucht es ständige Schubkraft. Allerdings ist das Flugzeug, Stand jetzt, ohnehin für Flüge durch die Stadt konzipiert.

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