Österreich

„Die komplette Achterbahn durchgemacht“: Startup Avisio in Konkurs gefallen

Matthias Depenbusch und Johannes Ossanna von Avisio. © Avisio
Johannes Ossana und Matthias Deppenbusch von Avisio. © Avisio

Wenn man die Achterbahnfahrt durch die Krisen und Hypes ab 2020 einmal nacherzählen will, dann kann man das am Beispiel des Wiener Startups Avisio tun. Ende 2019 an den Start gegangen, arbeitete man an einer Software für Einkauf und Lagerverwaltung für Gastronomie und Hotellerie. Dann kamen COVID, die Lockdowns, der anschließende Goldrausch der Startup-Branche 2021, dann wieder der Downturn 2022 – und mit April 2023 müssen die Avisio-Gründer Matthias Depenbusch und Johannes Ossanna schließlich vorerst aufgeben – und haben das Startup nun in die Insolvenz geführt.

„Wir haben die komplette Achterbahn durchgemacht“, sagt Depenbusch im Gespräch mit Trending Topics. „Wir waren jetzt am Ende des Runways, und unsere Zahlen waren noch nicht gut genug, um ein neues Investment aufzunehmen.“ Warum keine neuen Geldgeber:innen an Bord kamen, hat auch folgenden Grund: Verbindlichkeiten hätten mit den Investment-Geldern getilgt werden müssen, da wollte niemand einsteigen. Insgesamt hat das Wiener Startup über seine Lebenszeit mehr als 2 Millionen Euro aufgenommen, neben Falkensteiner Ventures und Next Floor Ventures hatten auch die Gründer selbst nochmal selber Geld hineingesteckt.

Aktuell sieht die Lage so aus: Seit der Schließung vor mehreren Tagen befindet sich die Firma nun in der Abwicklung. Kunden in Österreich, Deutschland und Italien können die Software weiterhin uneingeschränkt nutzen. Währenddessen laufen Bestrebungen auf Hochtouren, um neue Kapitalgeber:innen oder Käufer:innen zu finden. „Wir wollen einen neuen Start mit einer neuen Gesellschaft machen. Das Marktpotenzial sehen wir weiter“, sagt Depenbusch. „Ich sehe das als neue Chance, das alles noch einmal vernünftiger anzugehen.“

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Kündigungen, Downround – und nun vielleicht die Rettung?

Avisio ist angetreten, um Gastronom:innen und der Hotellerie bei der Digitalisierung von Einkauf und Lagerverwaltung zu helfen. Kund:innen des Startups sollen sich daurch Zeit und Geld sparen können. Doch der Start kurz vor dem Anbruch der Corona-Pandemie war denkbar schlecht getimed. „In unserem Markt waren wir natürlich sofort von COVID stark betroffen“, so Depenbusch. Ende 2021 hätte man die Software dann marktreif gehabt, aber Gastronom:innen hätten zu dem Zeitpunkt mehrheitlich noch andere Sorgen gehabt, als sich nach Cloud-Software umzusehen.

Deswegen musste man bei Avisio 2022 das Team dann um die Hälfte verkleinern. Es wurde nochmal Geld aufgenommen, mit der logischen Konsequenz  einer Downround, wie sie viele andere Startups ebenfalls erfahren haben. Nun wird versucht, im aktuellen Konkursverfahren gemeinsam mit dem Masseverwalter einen Käufer zu finden. Der könnte etwa die Software aus der Konkursmasse heraus kaufen und sie dann in einer neuen Gesellschaft mit dem alten Team weiter entwickeln und vermarkten. Dass das geht, haben zuletzt etwa die insolventen Startups Robo Wunderkind und FoodNotify gezeigt.

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