EnergyTech

Energy Dome: Italienisches Startup baut weltweit erste CO2-Batterien

© Energy Dome
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Es ist eine verheißungsvolle Idee, die nun in die Realität umgesetzt wird: Das Treibhausgas CO2 kann als Energiespeicher eingesetzt werden, wenn es unter Druck verflüssigt wird – und kann diese gespeicherte Energie wieder abgeben, wenn es zurück aus dem flüssigen Zustand in Gas umgewandelt wird.

Dieses Phänomen macht sich das italienische Startup Energy Dome zunutze und hat zuerst in Sardinien eine seiner CO2-Batterien aufgebaut; aktuell arbeitet man an der Expansion in die USA, wo es in den auf ClimateTech spezialisierten Startup-Accelerator Elemental Excelerator aufgenommen wurde. Die USA sind durch das bisher größte Klimaschutzpaket der Welt („Inflation Reduction Act“, mehr dazu hier) zu einem sehr spannenden Markt auch für neue Formen der Speicherung Erneuerbarer Energien geworden.

Verflüssigung von Gas – und wieder zurück

Wie aber funktioniert Energy Dome nun konkret? „Im Ladebetrieb wird das CO2 aus einem atmosphärischen Gasspeicher, dem Dome, entnommen und in einem zwischengekühlten Kompressor verdichtet. Die bei der Verdichtung entstehende Wärme wird in zwei thermischen Energiespeichern gespeichert. Anschließend wird das CO2 kondensiert und unter Druck bei Umgebungstemperatur in den CO2-Flüssigkeitsbehältern gespeichert“, heißt es dazu seitens der italienischen Firma.

Um die gespeicherte Energie wieder freizulassen, wird der Prozess umgekehrt: „Wenn das System im Entladungsmodus arbeitet, wird das flüssige CO2 verdampft und durch Rückgewinnung von Wärme aus den thermischen Energiespeichern erhitzt. Der CO2-Strom expandiert dann in einer wiedererwärmten Turbine und speist Strom in das Netz ein. Das CO2 wird in der Kuppel bei Umgebungstemperatur und -druck gespeichert, ohne dass es in die Atmosphäre entweicht.“

 

Windkraft aus Dänemark als Partner

Energy Dome rund um die Gründer Claudio Spadacini, Dario Rizzi und Francesco Oppici ist 2020 in Mailand gestartet und hat im Sommer 2022 eine Bridge-Finanzierung von 11 Millionen Euro erhalten. Zu den Investoren zählen 360 Capital, Barclays, Novum Capital Partners und Third Derivative.

Energy Dome versteht sich vor allem als Partner von Betreibern von Anlagen für Erneuerbare Energien, also Wind, Wasser und Sonne. Der dort erzeugte Strom muss oft zwischen gespeichert werden, weil er nicht immer sofort verbraucht wird. Dafür könnten die CO2-Batterien von Energy Dome zum Einsatz kommen. Dazu wurde vor kurzem eine Partnerschaft mit dem dänische Windkraftunternehmen Ørsted geschlossen.

Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung mehrerer CO2-Batterie-Energiespeicher, wobei der Baubeginn für das erste 20-MW-Projekt bereits für die zweite Hälfte des Jahres 2024 vorgesehen ist. Bedeutet: Energy Dome könnte seine Erfindung bald in den USA und in Europa an den Start bringen. Die Zusammenarbeit mit Carbon-Capture-Firmen ist da naheliegend – denn um CO2 als Energiespeicher einzusetzen, muss es zuerst eingesammelt werden.

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