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Die Fairmittlerei: Wiener Social Business muss zusperren

Das Fairmittlerei-Team im Lager. © Fairmittlerei
Das Fairmittlerei-Team im Lager. © Fairmittlerei

Es war eines der frühen Social Businesses in Wien, das sich mit dem Thema Überschussware von Industrie und Handel auseinander setzte. 2015 als Idee von Michael Reiter-Coban nach Vorbild einer ähnlichen gemeinnützigen Initiative aus Deutschland ins Leben gerufen, diente die Fairmittlerei etwa sechs Jahre lang als Drehscheibe zwischen Spenderunternehmen, die überschüssige Produkte spendeten, und gemeinnützigen Organisationen als Abnehmer.

Mit Ende 2022 ist das Social Business aber schließlich ans Ende gekommen. Der Verein für Abfallvermeidung und Upcycling musste Konkurs beim Handelsgericht in Wien anmelden, man konnte zuletzt den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. „Corona hat intern, organisatorisch einiges erschwert, wir mussten mit dem Lager übersiedeln, was ein enormer zeitlicher und finanzieller Aufwand war und die Lebensumstände des Gründer:innen-Teams haben sich stark verändert“, heißt es auf Facebook seitens Initiator Reiter-Corban zu den Gründen für das Aus.

Die Pleite der Fairmittlerei reiht sich in die Insolvenzwelle von immer mehr österreichischen Startups ein. Zuletzt mussten unter anderem auch Cybershoes, Brüsli, Rebeat, emiwa.at, birdkids, Lumapod, BlueSky Energy, Mikme, doro turbinen, FoodNotify, reha buddy oder Rudy Games aufgeben bzw. Sanierungsverfahren einleiten.

Jubiläum: Die Fairmittlerei rettet seit 5 Jahren unverkäufliche Waren für NGOs

Waschmittel, Zahnpasta und Co waren sehr gefragt

Generell konnte die Fairmittlerei ein großes Netzwerk aufbauen – auf er einen Seite Großkonzerne wie Henkel (Waschmittel etc.), Lidl, Österreich, oder Procter & Gamble, und auf der anderen Seite etwa 280 NGOs. Über den Webshop, der mittlerweile geschlossen wurde, konnten die NGOs die Waren der von den Unternehmen gespendeten Produkte deutlich reduziert bestellen. Bis zu 90% des eigentlichen Marktpreises würde man sparen können, heiß es seitens des Vereins. Die meist bestellten Artikel waren Waschmittel, Zahnpasta, Seife, Matratzen und Arbeitskleidung. Generell agierte das Social Business im Non-Food-Bereich – also dort, wo man es nicht mit verderblicher und damit lange lagerbarer Waren zu tun hat.

Das Social Business war als Verein aufgestellt, im Vereins- und Gründungsteam waren neben Michael K. Reiter-Coban noch Manfred Hlina, Sabine Brunnmair und Michael Gugenberger mit dabei. Zum 5-jährigen Jubiläum, das der Verein 2021 feierte, konnte man behaupten, in den letzten Jahren 65.000 kg Abfall durch die Weitervermittlung verhindern haben zu können.

Trotz des Aus für die Fairmittlerei ist das Thema der Rettung von Waren, die ansonsten auf dem Müll landen würden, weiter ein sehr Großes. So hat heute erst das Linzer Startup afreshed Umweltschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) dazu aufgerufen, endlich strengere Regeln gegen Lebensmittelverschwendung einzuführen (Trending Topics berichtete).

Startup fordert strengere Regeln gegen Verschwendung von Lebensmitteln

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