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Flowcarbon: WeWork-Gründer will CO2-Zertifikate via Blockchain handeln lassen

Symbol des Goddess Nature Token. © Flowcarbon
Symbol des Goddess Nature Token. © Flowcarbon

Achtung, Achtung, hier kommen einige Begriffe zusammen, die bei so manchem Stirnrunzeln auslösen. Adam Neumann. WeWork. ClimateTech. Blockchain. CO2-Zertifikate. a16z crypto. Und, ja, wirklich: Goddess Nature Token (GNT). Genau. Das sind die Ingredienzen des brandneuen Startups Flowcarbon, das mit Gründer und Investor Adam Neumann, dem gescheiterten und strittigen WeWork-Founder, ins Leben gerufen wurde. Das Ziel ist, dass Unternehmen, die CO2-Zertifikate haben, diese via Blockchain verkaufen können.

Das hat dann auch sofort die Krypto-affinen Investoren Andreessen Horowitz auf den Plan gerufen. Sie stemmen gemeinsam mit anderen Investoren wie General Catalyst, Samsung Next, Invesco Private Capital, 166 2nd, Sam und Ashley Levinson, Kevin Turen, RSE Ventures und Allegory Lab 32 von insgesamt 70 Millionen Dollar Finanzierungsrunde. Der Rest kommt über einen Token-Sale in das Unternehmen, da sollen bereits Fifth Wall, Box Group und die Celo Foundation zugeschlagen haben. Diese GNTs sollen jeweils durch CO2-Zertifikate gedeckt sein, die nicht älter als fünf Jahre sind. In der Praxis sollen sich Unternehmen, die ihre CO2-Bilanz aufbessern wollen, die Token kaufen können. Den Handel mit CO2-Zertifikaten gibt es längst und ist weit verbreitet – nur eben noch nicht via Blockchain.

Adam Neumann, der sich nach dem WeWork-Debakel und dem abgesagten Börsengang von seinem Unternehmen trennte, betritt damit wieder die Bühne der Startup-Welt. Mit von der Partie sind Dana Gibber, Caroline Klatt und seine Frau Rebekah Neumann, Büros soll es in New York, Montana und Berlin geben. 35 Mitarbeiter:innen sind aktuell bei Flowcarbon beschäftigt. Dass alles mit den Tokens und den CO2-Zertifikaten mit Rechten Dingen zugeht, soll regelmäßig durch die Firma QuantStamp geprüft werden. Das Geschäftsmodell von Flowcarbon: Das Startup erhält 2 Prozent des Betrags für die Tokenisierung.

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CO2-Token soll auf Celo launchen

„Die Nachfrage nach Emissionsgutschriften ist in den letzten Jahren bei Unternehmen, die sie zum Ausgleich von CO2-Emissionen nutzen, sprunghaft angestiegen, aber die Fähigkeit, das Volumen der verfügbaren Gutschriften zu erhöhen, wurde durch die undurchsichtige und zersplitterte Marktinfrastruktur des VCM (Voluntary Carbon Market) eingeschränkt“, heißt es aus dem jungen Unternehmen. Bei den GNT handelt es sich um ERC-20-Token – sie laufen damit auf der Ethereum-Blockchain. Das bedeutet auch, dass Transaktionen dieser Token CO2-verursachen, da das Ethereum-Netzwerk nach wie vor durch Mining betrieben wird.

Laut dem Flowcarbon-CTO werde der Token aber nicht auf Ethereum launchen, sondern auf der Celo-Blockchain. Diese kann als EVM-basierte Blockchain den ERC-20-Standard verwenden und ist den Betreiber:innen zufolge eine „Carbon negative“-Blockchain.

Bei Flowcarbon rechnet man mit großer Nachfrage: Der Markt für Carbon Credits soll von 300 Millionen Dollar 2018 auf 20 Milliarden Dollar im Jahr 2030 wachsen. Einzigartig ist die Idee von Neumann und Co nicht. Mit Klima DAO gibt es bereits ein sehr ähnliches Vorhaben, dass CO2-Token handeln lässt. „Jedes KLIMA-Token ist von einem echten CO2-Zertifikat gedeckt. Diese Tokens werden genutzt, um CO2-Emissionen auszugleichen“, heißt es dort. Aktuell seien 17,7 Millionen Tonnen CO2 auf diese Art und Weise tokenisiert worden.

KlimaDAO setzt anderes als Flowcarbon nicht auf Ethereum, sondern auf das sparsamere Layer-2-Netzwerk Polygon. Allerdings kämpft KlimaDAO aktuell mit Problemen. Denn Verra, die Organisation hinter dem „Verified Carbon Standard“ (VCS), hat kürzlich die Tokenisierung von auslaufenden CO2-Krediten verboten. Verra will neue Wege suchen, um Betrug mit CO2-Zertifikaten zu verhindern. Die Organisation selbst ist in die Kritik gekommen, weil offenbar CO2-Zertifikate für Projekte ausgegeben wurden, die gar kein CO2 eingespart hätten (mehr dazu hier).

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