Solarenergie

Hölle zugefroren? Enpal, 1Komma5° und Zolar ziehen jetzt am selben Strang

Installation von PV-Anlagen am Dach. © Enpal
Installation von PV-Anlagen am Dach. © Enpal

Eigentlich haben sie in den letzten Monaten selten ein gutes Haar am jeweils anderen gelassen. Doch aufgrund der enorm großen Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten, insbesondere aus China, handeln sie nun tatsächlich gemeinsam. Ein neues Bündnis aus fünf deutschen Solar-Unternehmen bestehend aus Enpal, 1Komma5°, Energiekonzepte Deutschland, Zolar und Eigensonne macht nun gemeinsame Sache, um den Absatz von Solarkomponenten aus europäischer Produktion zu fördern.

„Wir sind bereit, einen Teil unserer zukünftigen verkauften Solarkomponenten aus europäischer Fertigung unter in unseren Verkauf mit aufzunehmen. So schaffen wir beides: Erstens stärken wir die europäischen Solarkomponenten-Hersteller. Zweitens bleiben wir als PV-Installationsunternehmen und PV-Dienstleister profitabel und können die Energiewende vor Ort praktisch umsetzen“, heißt es in einer gemeinsamen Absichtserklärung, die sowohl 1Komma5-CEO Philipp Schröder als auch Enpal-CEO Mario Kohle unterschrieben haben. Wie mehrmals berichtet, lagen sich die beiden schon mal öffentlich wegen ihrer konkurrierenden Geschäftsmodelle in den Haaren.

Da aber viele Komponenten, die sowohl Enpal als auch 1Komma5° sowie viele andere Anbieter von PV-Anlagen in Europa nicht von hier stammen, will man das nun ändern. Man wolle eine „wettbewerbsfähige europäische Solarwirtschaft“ wiedererstehen lassen. Dazu muss man wissen: Deutschland war einmal Marktführer bei Photovoltaik, bis dann aber Förderungen in Deutschland eingestellt wurden, und China durch eigene staatliche Subventionen sich den Markt krallte.

Wirtschaftsminister Habeck forderte bereits „Made in Europe“ ein

Die Botschaft des Fünfer-Bündnisses richtet sich vor allem an den deutschen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Der Absichtserklärung voraus ging ein Treffen der deutschen Solarindustrie mit Habeck vor etwa neun Monaten, in dem die Einführung eines freiwilligen Segments „Made in Europe“ diskutiert wurde. Die fünf Unternehmen, die eigenen Angaben zufolge weit über eine 1 Milliarde Euro Umsatz mit über 8.000 Mitarbeitenden erwirtschaften, wollen sich zu Regeln verpflichten. Diese lauten wie folgt:

Als Solarkomponenten aus europäischer Produktion definieren sie PV-Anlagen die

  • ab 2024 mindestens zwei,
  • ab 2025 mindestens drei,
  • ab 2026 mindestens vier

der folgenden Kriterien aufweisen:

  • PV-Module aus deutscher/europäischer Produktion
  • Wechselrichter aus deutscher/europäischer Produktion
  • Ingot/Wafer aus deutscher/europäischer er Produktion
  • PV-Zellen aus deutscher/europäischer Produktion
  • Solarglas aus deutscher/europäischer Produktion
  • PV-Befestigungsmaterial aus Deutschland/Europa
  • Polysilizium aus Deutschland/Europa
  • Leistungselektronik aus Deutschland/Europa
  • Energiemanagementsystem (EMS) entwickelt in Deutschland/Europa
  • Speicher aus deutscher/europäischer Produktion

Mindestens erfüllt sein muss dabei immer „PV-Module aus deutscher/europäischer Produktion“ oder „Wechselrichter aus deutscher/europäischer Produktion“.

1Komma5° kündigt eigene Produktion von Solarmodulen in Deutschland an

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