Porträt

Nexyo: Neues Startup lässt Daten-Ökosysteme per No Code entstehen

Lisa Höllbacher, CE und Mitgründerin von Nexyo. © Nexyo
Lisa Höllbacher, CE und Mitgründerin von Nexyo. © Nexyo

Ihr freundliches Gesicht, umrahmt von blonden Locken, kennt man in der österreichischen Startup-Szene bereits. Nach mehreren Jahren als Innovation Consultant bei Pioneers (davor PwC) ist Lisa Höllbacher aber nun endlich auf die Gründerseite gewechselt und hat gemeinsam mit Andreas Krimbacher (CTO) und Andreas Huber (CFO) ihr erstes Startup in die Welt gesetzt. Im September 2020 ist Nexyo an den Start gegangen und arbeitet an einem ganz großen Ding: Daten-Ökosysteme.

„Auch wenn man das vorher begleitet hat, es ist nochmal etwas anderes, ein Startup selber zu machen“, sagt Höllbacher zu Trending Topics. Die Beratungsarbeit bei Pioneers und PwC hätte ihr immer wieder vor Augen geführt, dass es in Unternehmen meistens ein großes Problem gibt: Daten stecken in verschiedenen Abteilungen in Silos und kommen dort nicht zum Arbeiten. „Konsolidieren, harmonisieren, zentralisieren“ von Daten bringe oft nichts, stattdessen können Firmen mit Hilfe von Nexyo als Software-as-a-Service-Anbieter die Daten mal so belassen wie sie sind und einen virtuellen Datenknotenpunkt schaffen, der die Daten dann mittels Metadatenkatalog und Knowledge Graph zugänglich und teilbar macht – innerhalb wie außerhalb des Unternehmens.

Große Projekte für ÖAMTC und ZAMG

Technisch handelt es sich um Kubernetes Native bzw. Docker Support (Cloud oder On Premise), in dem Konnektoren zusammen laufen. Klingt alles ziemlich sperrig? Wenn man das erste große Anwendungsbeispiel hört, wird es greifbarer. Denn Nexyo hat in kurzer Zeit für ein erstes Pilotprojekt große Partner wie ÖAMTC, ÖBB und Wiener Linien bekommen. Diese lassen über diesen Datenknotenpunkt Verkehrsdaten zusammenfließen, um ein vollständiges Bild über das Verkehrsgeschehen zu erhalten. “Jeder hat eine Puzzlestein des Gesamtbildes“, sagt Höllbacher. „Jeder behält seine Daten, aber die Wiener Linien können trotzdem die ÖBB-Daten von deren Bahnsteigen integrieren.“ So kann etwa eine Lösung für barrierefreie Verkehrswege für gehbehinderte Menschen erstellt werden.

Ein weiteres Projekt setzt Nexyo im Bereich Wetterdaten mit der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) um. In kurzer Zeit ist das Startup, das rechtlich einer deutschen AG gehört, auf ein siebenköpfiges Team gewachsen. Monetarisiert wird, wie es sich im Software-Bereich gehört, über ein Pay per User-Modell.

“Es ist uns in relativ kurzer Zeit gelungen, sehr hochkarätige Unternehmen anzusprechen“, sagt Höllbacher. „Wir finanzieren uns schon gut durch unsere Projekte. Wir sind auf der Suche nach Pilotpartnern, Finanzierungsbedarf haben wir aktuell keinen. Wir wachsen schneller als gedacht und suchen Entwickler und Projekt-Manager.“

No Code soll Non-IT-Mitarbeiter an Bord holen

Nexyo setzt bei seiner Software auf einen ganz großen Trend: Low Code bzw. No Code. Bedeutet: mit dem Daten-Hub können auch Nicht-Programmierer in Unternehmen arbeiten, was den Einstieg in das System sehr niederschwellig macht. „Ein Ökosystem funktioniert nur dann, wenn viele mitmachen, und dafür braucht es ein möglichst niedrigen Einstiegs-Level“, sagt Höllbacher. „Gerade die Non-IT-User sollen an Bord geholt werden. Also die Leute aus dem Business, die bislang gewohnt waren, das Thema Datenmanagement an die IT abzugeben.“

Wie sorgt No Code für die Demokratisierung des Programmierens, Michael Ionita?

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