Kommentar

NFT-Business: Peer-to-Peer, dezentral… schnurzegal

OpenSea & MetaMask. © Behnam Norouzi on Unsplash
OpenSea & MetaMask. © Behnam Norouzi on Unsplash

Non Fungible Tokens sind der letzte Schrei nicht nur am Krypto-Markt, nein, sie haben es möglicherweise als erstes Blockchain-basiertes Produkt nach Bitcoin in den Mainstream geschafft. In Europa ist es noch nicht so augenfällig, aber in den USA sind NFTs Teil der Popkultur geworden. Rapper, Sportler, ja sogar Paris Hilton ist auf den Hype aufgesprungen, und Stars wie Tom Brady bauen NFT-Startup wie Autograph auf.

Der Hype treibt NFT-Marktplätze, allen voran OpenSea, die Nutzer:innen in die offenen Arme. Die weltweite Nachfrage (ergo Google-Suchen) für „NFT“ sind mit Anfang 2022 so stark gestiegen, dass der Begriff die Suchanfragen nach „Crypto“ überflügelt hat – Ethereum, der Nummer 2 am Krypto-Markt, haben NFTs längst hinter sich gelassen. So sieht die weltweite Google-Trends-Analyse aus für:

  • Bitcoin = Rot
  • NFT = Blau
  • Crypto = Gelb
  • Ethereum = Grün

Das gute alte Provisionsgeschäft

Auch wenn das Gros der NFTs auch dem Ethereum-Standard ERC-721 basiert und es einige dezentrale Exchanges gibt, bei denen NFTs gehandelt werden – im NFT-Business ist so gut wie nichts dezentral. Zwar kann man theoretisch NFTs „frei“ im Netz handeln, doch tatsächlich ist der Markt sehr zentralisiert. OpenSea und sein blutjunger Herausforderer LooksRare sind die beiden Platzhirsche im Geschäft, wobei man vor allem bei LooksRare die Frage stellen muss, wie viele Luftbuchungen (Nutzer:innen verkaufen sich NFTs selber, um LOOKS-Token zu verdienen) dort das Handelsvolumen nach oben treiben.

Bei NFT-Marktplätzen ist das selbe passiert wie bei Exchanges: Sie sind zu zentralisierten Playern geworden, denen die viel beschworene Dezentralität der Blockchain egal ist. OpenSea und LooksRare wie auch andere NFT-Marktplätze sind im Vermittler-Business und verrechnen Gebühren. Immer, wenn ein NFT über ihre Plattformen verkauft werden, verdienen sie am Verkaufspreis mit. OpenSea verlangt 2,5 Prozent, LooksRare 2 Prozent. Klingt, wenig, ist aber viel. Denn diese Gebühr liegt deutlich über den Gebühren, die führende Krypto-Exchanges bzw. -Broker für den Kauf von BTC, ETH und Co. an ihre Nutzer:innen verrechnen. Hier ein Überblick:

© www.blockchaincenter.net
© www.blockchaincenter.net

Neuer Vermittler ersetzt alten Vermittler

Kein Wunder also, dass Binance, Coinbase, FTX und Crypto.com schnell zur Stelle waren, als sich zeigte, dass NFTs und OpenSea ein gutes Geschäft sein können. Als zentralisierte Handelsplattformen von Krypto-Assets haben sie alle sehr sehr viel Geld verdient. Also warum nicht auch NFTs verkaufen, wenn sich auch Bitcoin gut verkauft hat?

Künstler:innen, Musiker:innen, Maler:innen, die sich von NFTs nun versprechen, sich mit Hilfe von Dezentralität und Blockchain den Fängen der Plattenfirmen, Auktionshäusern und Vermarktungsunternehmen befreien zu können, um direkt an die Fans ohne „Man in the Middle“ verkaufen zu können, werden enttäuscht. Der Vermittler, der bei jedem Deal die Hand aufhält und mitkassiert, ist immer noch da – und hat sich auch gleich direkt in den Smart Contract hineinprogrammiert. Er heißt halt nur anders.

Die wichtigsten NFT-Marktplätze: Wie und wo man Non Fungible Token kaufen kann

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