Nachgefragt

SENA: Corona-Hilfen greifen bei Social Startups kaum

Constanze Stockhammer ist Geschäftsführerin des Social Entrepreneurship Networks Austria (SENA) © Privat
Constanze Stockhammer ist Geschäftsführerin des Social Entrepreneurship Networks Austria (SENA) © Privat

Social Businesses sind eine ganz eigene Art von Unternehmen. Sie machen zwar im Idealfall Profit, sind aber Wirkungs-orientiert. Das bedeutet, dass gesellschaftliche oder ökologische Ziele im Vordergrund stehen. Dadurch haben es viele von ihnen in der Coronakrise besonders schwer.

Die meisten finanziellen Unterstützungen hätten bei Social-Startups nicht gegriffen, erklärt Constanze Stockhammer von dem Interessenverband Social Entrepreneurship Network Austria (SENA). Für Fixkostenzuschuss und ähnliche Unterstützungen gebe es Kriterien, die teilweise durch EU-Recht bedingt sind und von Social-Startups nur schwer erfüllt werden können.

„Sie haben oft nicht die geforderte Eigenkapitalquote, keine hohen Rücklagen, sie sind nicht auf Gewinnmaximierung aus und haben die letzten Jahre in der Regel um den Break-Even-Point gewirtschaftet. Gewinne werden in Social Businesses oft vollständig reinvestiert“, meint Stockhammer. „Damit erfüllen sie aber einige Kriterien nicht und erhalten dann häufig keine Unterstützung“.

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Probleme mit der Kurzarbeit

Lediglich der Härtefallfonds hätte bei fast allen gegriffen, das sei aber ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen: „Das sind ja nur 1.000 Euro im Monat, die die Unternehmerin quasi vorm Verhungern retten sollen“. Auch Kurzarbeit konnte von vielen Social Startups nicht in Anspruch genommen werden. Das liege daran, dass viele Mitarbeiter dieser Unternehmen nur geringfügig beschäftigt werden können, erklärt die Expertin. In dem Kaffeehaus-Startup Vollpension arbeiten beispielsweise pensionierte Menschen, die nur geringfügig zu ihrer Pension dazuverdienen können. Ähnliches gelte oft für Menschen mit Behinderung, die häufig auch nur geringfügig beschäftigt werden. Für solche Mitarbeiter funktioniert das Kurzarbeits-Modell nicht. Außerdem gäbe es ja genug zu tun, nur niemanden, der dafür zahlt.

Selbst die staatlichen Haftungen und Garantien waren in der Coronakrise kaum eine Hilfe für Social Businesses. „Da hatten viele die Zusage vom aws, aber die Bank sagt trotzdem nein. Sie geben keinen Kredit, weil es kein klassisches Geschäftsmodell gibt“, erzählt Stockhammer. „Geldgeben ist ja immer Vertrauenssache und das Vertrauen ist natürlich bei nicht etablierten Modellen geringer“.

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Wenn Wirkung eine Pause macht

Stockhammer weist darauf hin, dass es für Social Startups auch aus gesellschaftlicher Sicht besonders bitter ist, wenn sie ihre Geschäftstätigkeit aussetzen müssen und sei es auch nur vorübergehend. Dann mache nämlich auch ihre Wirkung eine Pause: „Kinder werden in der Bildung weiter benachteiligt, Jugendliche stehen wieder unbeschäftigt auf der Straße, Menschen mit Behinderung haben keine Arbeit“.

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