Interview

Supaso: Steirisches Startup plant nächste Schritte in Südkorea

Das steirische Startup Supaso hat den asiatischen Markt im Blick ©Photostudio Huger
Das steirische Startup Supaso hat den asiatischen Markt im Blick ©Photostudio Huger

Seit dem ersten Jänner 2021 ist es soweit, die Europäische Union lässt die Mitgliedsstaaten dafür bezahlen, beim Kunstoff-Recycling zu schlafen. Jedes Kilogramm nicht recycelten Plastikverpackungsmüll stellt die EU mit 0,80 Euro in Rechnung. Was vielleicht zunächst nach nicht viel klingt, ist hochgerechnet auf das Jahr aber einiges. Einer Greenpeace-Berechnung vom Frühjahr 2022 zufolge kostet das die österreichischen Steuerzahler:innen bereits 220 Millionen Euro. Die NGO fordert daher, dass die sogenannte EU-Plastiksteuer von den Plastikproduzenten bezahlt werden sollte, einen raschen Umstieg auf Mehrweg und zu guter Letzt: Eine deutliche Reduktion der verbrauchten Kunststoffmengen.

Supaso: Wiener Startup recycelt nachhaltige Kühlverpackung aus Altpapier

Von Hartberg nach Seoul

Zu Letzterem will auch die steirische Jungfirma Supaso beitragen. Auch wenn diese mit Gründungsjahr 2021 selbst für ein Startup noch sehr jung sind, konnte sie in letzter Zeit doch einiges an Aufmerksamkeit generieren. So wurde sie bereits im Oktober 2021 zum drittbesten Retail-Startup des Jahres im Zuge der European Retail Startup Night des österreichischen Handelsverbandes gekürt. Mitte März 2022 sicherte sie sich dann gemeinsam mit Brüsli und Inoqo den Sieg bei dem von der Außenwirtschaft Austria veranstalteten Austrian Startup Day in der Schweiz.

Aber auch außerhalb Europas schaut sich das Startup bereits um. Im November 2021 konnte sich Supaso im D.DAY X Global League-Wettbewerb in Südkorea gegen andere internationale Startups durchsetzen und sicherte sich so neben einem Preisgeld auch Büroräumlichkeiten in Seoul. „Jetzt richten wir natürlich unseren Blick nach Asien“, so Fabian Gems, Mitgründer und CEO des Startups. Dieser war zuvor in der Außenwirtschaft Austria tätig und lange auch in Asien beschäftigt. Von daher sei ihm klar, dass der Sprung über den großen Teich von heute auf morgen nicht möglich sei: „Wir denken natürlich sehr langfristig und wissen, dass, wenn man sich in Asien einlassen will, das gut vorbereitet werden muss.“

Mit anderthalb bis zwei Jahren Vorlauf rechnet der Gründer bis zum tatsächlichen asiatischen Marktstart. Im Juni werden sie wieder vor Ort sein, diesmal auf einer Verpackungs-Messe. Im Herbst nehmen sie am Global Incubator Network (GIN) Austria-Programm „Go Seoul“ des Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) teil. Auch mit ersten Partnern vor Ort seien sie bereits im Gespräch. Das große Ziel: Supaso vom Ökopark Hartberg nach Seoul zu bringen. 

Supaso, Brüsli und Inoqo siegen bei Austrian Startup Day Schweiz

Globale Regionalbüros

Ganz den Rücken kehren will das Jungunternehmen der Steiermark aber nicht: „In Hartberg wird immer unser Headquarter sein“, so Gems, „aber wir wollen auch immer regional produzieren.“ Geht es nach der Version des Gründers, sollen zukünftig in Europa und der ganzen Welt kleine regionale Niederlassungen von Supaso etabliert sein. In diesen soll dann ihr Lösungsansatz in drei bis sechs Monaten aufgebaut und skaliert sein. Ihre Ressource, das Altpapier, soll dann auch jeweils aus der Region kommen.

Zur Erinnerung: Das Jungunternehmen hat einen technologischen Upcyclingprozess entwickelt, bei dem Altpapier bzw. aus Altkarton gewonnene Zellulose in eine Isolierverpackung verwandelt wird. Entwickelt haben sie eine Version zum Transport von temperaturempfindlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch, aber auch für Tiefkühlprodukte.

Pharmaindustrie im Blick

Supaso ist in allen Gebieten in einem Umkreis von etwa 450 Kilometern rund um die Produktionsstätte aktiv, so Gems. Bei weiter entfernten Standorten wird dann abgewogen und, sollte es sich lohnen, auch eine weitere Niederlassung in Betrachtung gezogen. Heuer wollen sie nun zunächst den Fokus auf den DACH-Raum verstärken. Auch dafür seien sie bereits in verschiedenen Gesprächen, so der Gründer. Aktuell sind vor allem Direktvermarkter:innen ihre Kund:innen. Aber auch große Marken und Konzerne wollen sie von ihren Verpackungen überzeugen, gibt Gems an.

Wir legen von Monat zu Monat zu, sowohl was den Umsatz angeht, als auch das Team“, so Gems. Dabei konzentrieren sie sich jetzt vor allem auf die Skalierung der Produktion im Lebensmittelbereich, so der CEO. Neben der globalen Expansion haben die Supaso-Gründer aber auch bereits eine andere Branche ins Auge gefasst: Die Pharmaindustrie.

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