Gastbeitrag

Was nachhaltiger ist: Einweg oder Mehrweg

Plastikflaschen en masse. © Jonathan Chng on Unsplash
© Jonathan Chng on Unsplash

Was ist ökologischer – Einweg oder Mehrweg PET-Verpackungen? Das ist nicht immer einfach zu beantworten.

Verbraucher*innen haben heutzutage unzählige Auswahlmöglichkeiten bei Produkten, welche in unterschiedlichen Formen verpackt sind. Vor allem in Hinblick auf Kunststoffverpackungen werden einige Fragen bei der Kaufentscheidung schlagend: Einweg oder Mehrweg? Was ist tatsächlich die nachhaltigere Alternative?

EU fördert Kreislaufwirtschaft

Grundlegend forciert das von der EU verabschiedete Kreislaufwirtschaftspaket und die damit zusammenhängenden Direktiven, die Verringerung von Abfallmengen, die Vermeidung der Abfallentstehung sowie die zunehmende Kreislaufführung von Verpackungen sowie Erreichung vorgegebener Recyclingquoten unter Berücksichtigung der ökologischen Umweltauswirkungen.

Stark im Fokus stehen derzeit Kunststoffverpackungen, vor allem im Zusammenhang mit der Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und verbesserten Recyclingfähigkeit im Einklang mit den ökologischen Umweltauswirkungen.

Hängt vom Recycling-Gehalt ab

Ökobilanzen geben einen guten Einblick über die ökologische Performance von Produkten bzw. Verpackungen und einige Studien haben dies für PET-Einweg- vs. Mehrwegverpackungen im Bereich Mineralwasser und Limonaden bereits untersucht. Aus mehreren Studien kann man die Erkenntnis subsummieren, dass PET-Mehrwegflaschen ökologische Vorteile, z.B. geringerer Carbon Footprint, gegenüber PET-Einwegflaschen aufweisen. Jedoch kann ein zunehmender Rezyklatgehalt bei PET-Einwegflaschen die ökologischen Umweltauswirkungen maßgeblich reduzieren, sodass es nur zu geringen Unterschieden gegenüber Mehrwegverpackungen kommt.

Transport ist Haken bei Mehrweg

Allgemein gültige Aussagen zur besseren Verpackungswahl können hierbei nicht getroffen werden, da dies konkret neben der Art der Verpackung oder dem Rezyklatgehalt auch maßgeblich von den Distributionswegen abhängt. Worauf jedoch hinzuweisen ist, dass Mehrwegverpackungen aufgrund des höheren Gewichtes und der Rückfuhrlogistik bei zunehmender Distanz wesentliche Nachteile gegenüber Einwegverpackungen aufweisen. Je länger die Transportwege, desto höher die Umweltauswirkungen. Bei kurzen bzw. lokalen Transportwegen kann eine Mehrwegverpackung in Bezug auf Ressourcenschonung und ökologischen Umweltauswirkungen entsprechende Vorteile bieten.

Projekt untersucht Recycling von Plastikverpackungen

In Anbetracht der überregionalen Konsumgüterwelt kaufen Verbraucher*innen heutzutage zunehmend überregionale Produkte des täglichen Bedarfs. Diesen Aspekt bedient das von der Packforce Austria GmbH initiierte kollektive FFG Branchenprojekt PET2PACK in Zusammenarbeit mit den führenden österreichischen Forschungsinstitutionen wie der FH Campus Wien, TCKT, TU Wien, ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH und ofi, welches die Kreislaufschließung von formstabilen PET-Verpackungen in Österreich forciert. Die Kreislaufschließung von PET-Getränkeflaschen wird in diesem Projekt nicht behandelt, da in Österreich bereits ein wirtschaftliches und effektives Bottle2Bottle-Recycling existiert.

Für andere PET-Verpackungen aus dem Lebensmittel- und Non-Food-Bereich gibt es jedoch Aufholbedarf bezugnehmend auf ein hochwertiges stoffliches Recycling sowie für den Wiedereinsatz des gewonnenen Rezyklats mit Lebensmittelkontakt. Im Rahmen des Projektes partizipieren Stakeholder entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ist auf eine Laufzeit von 3 Jahren anberaumt.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der FH Campus Wien. Die Autorinnen, Victoria Gabriel, MSc und Barbara Zottl, MSc, unterrichten im FH Campus Wien Lehrgang Packaging Technology and Sustainability, sie sind weiters als  wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Tätig. Schwerpunkte Ihrer Arbeit sind Recyclingsysteme und Verpackungsoptimierung. 

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