Pro- und Contra

Wie waterdrop die CO2-Emissionen von Skistar Mirjam Puchner kompensieren will

waterdrop rückt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf CO2-Emissionen, die beim österreichischen Sport entstehen und will dafür einen Beitrag leisten. © waterdrop
waterdrop rückt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf CO2-Emissionen, die beim österreichischen Sport entstehen und will dafür einen Beitrag leisten. © waterdrop

waterdrop, der Microdrink-Hersteller aus Österreich und Markenbotschafterin Mirjam Puchner wollen gemeinsam den CO2-Ausstoß der Skirennläuferin kompensieren. Dafür arbeiten sie mit dem dänischen Climate-Tech-Unternehmen „Klimate” zusammen und investieren in den sogenannten „Blue Carbon”. Weshalb die Initiative zum Umweltschutz beiträgt, andererseits CO2-Kompensationen dieser Art aber auch kritisch betrachtet werden müssen.

waterdrops Gedanke hinter der Umweltinitiative

Die ehemalige Olympia-Atheltin ist seit 2022 Markenbotschafterin für waterdrop. Die Idee der neuen Initiative lautet wie folgt: Da sich der Ausstoß von umweltschädlichen Emissionen im Skisport aufgrund von Wettkampfreisen nicht vermeiden lässt, sollen diese für die Skisaison 2023/2024 kompensiert werden. Dem Unternehmen nach wird die CO2-Belastung der Reisen von Mirjam Puchner berechnet und von waterdrop inklusive einem „großzügigen Puffers” kompensiert. So will man sicherstellen, ausreichend CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen. Die von der Ski-Athletin privat verursacht Emissionen werden nicht berücksichtigt. 

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Blue Carbon soll langfristige CO2-Bindung ermöglichen

Um das Projektziel erfolgreich umzusetzen, hat sich waterdrop mit Climate-Tech namens „Klimate“ aus Dänemark zusammengetan, welches sich auf Kohlenstoffreduzierung spezialisiert hat. Blue Carbon, also blauer Kohlenstoff, soll ein Teil der Lösung sein. Dabei handelt es sich um den Kohlenstoff, der von Meeresökosystemen wie zum Beispiel von Seegräsern gespeichert wird. In Küstenökosystemen unter Wasser soll CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen und in der Biomasse sowie im Boden über lange Zeiträume gespeichert werden.

Konkret kann man sich das so vorstellen: Durch natürliche Meeresströmungen treiben die Algen auf das offene Meer hinaus, bis die entstandene Biomasse auf den Meeresboden sinkt, wo sie anschließend durch Tiefseeorganismen verzehrt wird. Der Vorteil: Blue Carbon bindet CO2 langfristiger als die Aufforstung von Wäldern. 

waterdrop hat sich entschlossen, knappe 20 Prozent des Budgets in ein „Aquatic-Biomass-Sinking”-Projekt zu investieren und die restlichen 80 Prozent in das Projekt „Running Tide” im Nordatlantik zu stecken – hierbei geht es um die Anpflanzung von Blue Carbon nahe der Küste. Darüber, wie groß das Budget für die CO2-Kompensation insgesamt ist, wurden allerdings keine Angaben gemacht.

Unrealistischer Hype um CO2-Bindung durch Algenfarmen

Kritik an der Co2-Ernte durch Algen

 „Das Geheimnis der CO2-Kompensation: Blue Carbon”, schreibt waterdrop in seiner Pressemitteilung über die neue Umweltschutzinitiative. Doch in der Vergangenheit gab es auch Kritik an Projekten wie dem Running Tide im Nordatlantik, Trending Topic berichtete. Mittlerweile ist viel Zeit vergangen, Running Tide arbeitet mittlerweile mit wissenschaftliche Begleitung. Fakt ist, auch wenn es wichtig ist Emissionen vorrangig zu eliminieren und nicht zu kompensieren ist es als positiv anzusehen, dass sich Unternehmen mit Kohlenstoffabbau auseinandersetzen.

Kritikpunkte, weshalb Algenfarmen nur zum Teil relevante Mengen an CO2 im Meer binden können:

  1. Für eine effiziente Bewirtschaftung durch den Menschen braucht es Küstennähe, wo es stets Konkurrenz durch Fischerei und Schifffahrt gibt. Algenfarmbetreiber müssen sich also mit ihnen arrangieren.
  2. Um nachhaltig Kohlenstoff durch Blue Carbon zu binden, bräuchte es pro Jahr für eine Giga-Tonne CO2 eine Million Quadratmeter Algen. Das sind laut einer Studie der Stanford University Größenverhältnisse, die für die Kohlenstoffernte durch Seegras nicht machbar sind.
  3. Derartige CO2-Kompensationsprojekte mussten in der Vergangenheit auch seitens Umweltschutzorganisationen Kritik einstecken, da die zu entrichtenden Preise zu niedrig angesetzt seien. Vertrauenswürdige Projekte werden laut dem WWF mit dem Gold-Standard ausgezeichnet, Running Tide wurde (noch) nicht damit zertifiziert.
  4. Nur bestimmte Meeresregionen im Pazifik in Äquatornähe sind tatsächlich produktiv und eignen sich für die Blue Carbon Speicherung. Es bestehen nach wie vor Ungewissheiten über die Auswirkungen auf die Ökosysteme unter Wasser. Aus diesem Grund arbeiten „Running Tide” gemeinsam mit den Ocean Networks Canada an einem Forschungsexperiment, das untersucht, was mit kohlenstoffbindender Biomasse passiert, nachdem sie auf den Meeresboden gesunken ist. Untersucht wird auch, welche Auswirkungen sie auf die Tiefsee hat.

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