COP28

1,5°C-Grenze voraussichtlich in sieben Jahren überschritten

Fridays For Future und das 1,5 Grad Ziel. © Mika Baumeister on Unsplash

Wenn die Welt weiter so viel CO2 verursacht, dann wird das verbliebene CO2-Budget zur Einhaltung der 1,5°C-Grenze voraussichtlich in sieben Jahren aufgebraucht sein: Das geht aus dem heute morgen veröffentlichten Studie Global Carbon Budget 2023 hervor, das von einem Zusammenschluss internationaler Wissenschaftler:innen erstellt wurde. Die Studie hat errechnet, dass die CO2-Emissionen weltweit auch 2023 noch einmal steigen werden, und zwar um weitere 1,1% über den Werten von 2022. Damit werden dieses Jahr 36,8 Milliarden Tonnen CO2 verursacht.

Gute Nachrichten gibt es zwar für die westliche Welt, denn da sinken die CO2-Emissionen, und zwar in Europa und den USA  um -7,4 bzw. -3,0%. Allerdings: Die fossilen Emissionen in Indien und China sind stärker angestiegen, und zwar um +8,2% bzw. + 4,0%. Für Europa etwa begründen die Autoren den Rückgang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und den Auswirkungen der Energiekrise. Das Wachstum in China sei teilweise auf eine verzögerte Erholung von den Auswirkungen der COVID-bedingten Lockdowns zurückzuführen, heißt es.

„Es erscheint unausweichlich, dass wir das 1,5°C-Ziel überschreiten werden – und die letzten Jahre haben uns drastisch vor Augen geführt, wie gravierend die Folgen des Klimawandels bereits jetzt sind. Von den Staats- und Regierungschefs auf der Klimakonferenz in Dubai müssen deutlich höhere Anstrengungen bei der Emissionsreduktion beschlossen werden, um wenigstens das 2°C-Ziel noch einzuhalten“, so Julia Pongratz, Professorin für Physische Geographie und Landnutzungssysteme an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die an der Studie beteiligt ist.

Bäume pflanzen und Carbon Capture bringen nicht genug

Was offenbar wenig bringt, sind Wiederaufforstung und die Hype-Technologie Carbon Capture. Zur Wiederaufforstung heißt es: „Zurzeit wird etwa die Hälfte der Emissionen aus Entwaldung durch CO2-Aufnahme in nachwachsenden Wäldern und Aufforstung ausgeglichen.“ Zwar würden die Emissionen aus der Entwaldung leicht abnehmen, aber sie seien immer noch zu hoch, um durch nachwachsende Wälder und Aufforstung kompensiert werden zu können. Durch Direct Air Capture and Carbon Storage (DACCS), würde derzeit nur eine verschwindend geringe Menge CO2 aus der Atmosphäre entnommen. „Für die ‚Netto-Null‘ Emissionsziele sind in erster Linie massive Anstrengungen zur Emissionsreduktion unerlässlich. Für die Kompensation schwer vermeidbarer Emissionen wird zusätzlich ein starker Ausbau von CO2-Entnahmeverfahren notwendig sein“, so Schwingshackl.

Die Studie wird auch auf der derzeit stattfinden Weltklimakonferenz COP28 in Dubai präsentiert. Dort beraten nicht nur Vertreter:innen aus über 200 Staaten über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens mit dem 1,5-Grad-Ziel, sondern auch zahlreiche Industrievertreter:inenn sowie NGOs. Bisherwurde ein großes Abkommen zu Atomkraft oder der Ausstieg von 50 Ölkonzernen aus Methan verkündet, jedoch zeichnet sich noch kein großer Durchbruch bei den Verhandlungen ab.

COP28-Präsident, CEO eines Ölriesen, leugnete Ergebnisse der Klimaforschung

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