Taproot

Bitcoin: Das größte technische Upgrade seit 2017 ist live

Bitcoin-Münze. © Art Rachen on Unsplash
Bitcoin-Münze. © Art Rachen on Unsplash

Im Vergleich zu den Vorgängen vor vier Jahren ist Taproot ein zahmes Kätzchen: Während das Segwit-Upgrade im Jahr 2017 einen folgenschweren „Bruderkrieg“ in der Bitcoin-Welt auslöste, ist Taproot am Wochenende ohne Probleme in die wichtigste Blockchain der Welt eingeführt worden. Mit dem Schreiben der Blöcke 709.488 bis 709.632 ist das wichtigste technische Upgrade der Bitcoin-Blockchain in einem Soft Fork live gegangen. Nun hängt es von Entwicklern ab, ob sie von den technischen Neuerungen auch Gebrauch machen.

Denn Taproot hat nicht nur Verbesserungen bei der Privatsphäre der Nutzer und einer Senkung von Transaktionsgebühren zur Folge, was beides zu einer breiteren Akzeptanz bei Endnutzern führen könnte – es hat bringt für Blockchain-Entwickler auch erstmals die Möglichkeit mit sich, vielfältigere Anwendungen auf Bitcoin aufzubauen. Solche Smart Contracts kennt man bisher eher von Ethereum und dessen Mitbewerbern Solana oder Polkadot, aber weniger von BTC selbst.

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Generell kommt das Upgrade, das den Spitznamen „Taproot“ erhalten hat, mit drei Neuerungen:

  1. BIP340 (Schnorr): Zusätzlich zum Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA) von Bitcoin wird ein neues „Schnorr Signatures Scheme“ eingeführt, also ein besseres und gleichzeitig leichtgewichtigeres Signaturverfahren, das die Privatsphäre der Nutzer besser schützen soll.
  2. BIP341 (Taproot): Das namengebende Upgrade baut auf den Schnorr-Signaturen auf und führt so genannte Merkelized Alternative Script Trees (MAST) ein. Damit wird eine neue Struktur zur Datenüberprüfung und -synchronisation eingeführt, die Smart Contracts effizienter und gleichzeitig privater machen sollen. Taproot knüpft an SegWit an und hat zum Ziel, Transaktionsgebühren zu senken und Skalierungslösungen wie das Lightning Network (LN) von Bitcoin zu erweitern.
  3. BIP342 (Tapscript): Dieses integriert eine reformierte Version der Bitcoin-Skriptsprache, um die oben erwähnten Schnorr-/Taproot-Transaktionen zu ermöglichen und damit auch zukünftige Bitcoin-Upgrades zu erleichtern

Der BTC-Kurs hat auf das Upgrade nur schwach reagiert – sofern man überhaupt sagen kann, dass das Update am Wochenende Einfluss auf die Preisbildung hatte. BTC wird am Sonntag nachmittag bei 55.600 Euro gehandelt und rutschte leicht ins Minus. Bitcoin liegt damit 7 Prozent unter dem Allzeithoch von 60.000 Euro am 10. November.

Push für Lightning Network und Co.

Diese Merklized Alternative Script Trees (MAST) sind zentral dafür, dass künftig etwa so genannte Layer-2-Lösungen wie das Lightning Network (LN) mehr Funktionen bekommen können. Derzeit ist das vor allem dafür da, um sehr schnell Kleinstbeträge von BTC kostengünstig überweisen zu können, etwa von einer Smartphone-App zu einer anderen. Die Einführung von BTC als offizielles Zahlungsmittel in El Salvador gilt als großes Live-Experiment für LN.

Nun liegt es vor allem an Entwicklern, ob sie Taproot und Co. auch einsetzen werden. Diese Upgrade sind seit vielen Jahren in Vorbereitung und werden – anders als Segwit 2017 – von den meisten Bitcoin-Entwicklern mitgetragen. Bei Segwit wurde gestritten, wie groß die Block-Größe in der Bitcoin-Blockchain sein soll – was schließlich zu einer Abspaltung von Bitcoin Cash (BCH) führte. BCH hat immer noch eine Marktkapitalisierung von 11 Milliarden Euro, spielt aber in der Krypto-Industrie heute nur mehr eine untergeordnete Rolle.

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