Energiekrise

Blackout: Mobiles Internet würde ein paar Stunden weiterlaufen

Dunkel in der Stadt. © Ralph Darabos on Unsplash
Dunkel in der Stadt. © Ralph Darabos on Unsplash

Der „russische Winter“ kommt mit großen Schritten näher. Aufgrund der Energiekrise und dem Mangel an russischem Erdgas im Zuge des Ukraine-Kriegs wächst die Sorge vor überlasteten Stromnetzen und dem Blackout. Ein kompletter Stromausfall würde viele Bereiche des Lebens schwer treffen. Ein nicht unerheblicher Sektor ist der Zugang zum Internet und Mobilfunk, immerhin ist das im Notfall eine wichtige Form der Kommunikation und Informationsquelle. Wir zeigen, was mit dem Internet passiert, wenn es zum Äußersten kommt und der Strom ganz ausfällt. Besonders wichtig: Auch wenn das Internet zusammenbricht, wird es das mobile Netz immer noch ein paar Stunden geben, ein Smartphone funktioniert also kurzzeitig noch.

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„Ohne Strom kein Internet“

„Beim Ausfall der Telekommunikationsversorgung gibt es unterschiedliche Erwartungen. Gerade in urbanen Räumen sollte man jedoch von einem ziemlich raschen Ausfall ausgehen. Zudem ist auch beim Wiederhochfahren in diesen Räumen mit besonders starken Überlastungen und damit mit der längeren Nichtverfügbarkeit zu rechnen“, warnt der Blackout-Experte Herbert Saurugg. Er gibt zu bedenken, dass die Gesellschaft ohne Telekommunikation in Kleinststrukturen zerfällt. Hilfe sei daher nur mehr auf lokaler Ebene möglich. Daher müsse die Krisenbewältigung auch auf dieser Ebene organisiert werden: Familie – Nachbarschaftshilfe – Gemeinde.

„Ohne Strom kann es kein Internet und keine Telefonie geben“, sagt ein Sprecher vom Netzbetreiber Magenta klar und deutlich. Sollte es also zum Blackout kommen, wird also definitiv auch das Internet ausfallen, sowohl in Haushalten als auch im mobilen Netz. Jedoch ist der Ausfall nicht unmittelbar. Denn die Mobilfunksender und Rechenzentren sind mit Notstrombatterien ausgestattet. Die Netze in den Haushalten fallen allerdings unmittelbar aus, da sie direkt am Strom hängen.

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Netzbetreiber haben Notstrombatterien

Laut Magenta kann der Zugang zum mobilen Netz auch nach einem kompletten Ausfall je nach Standort bis zu zwei Stunden funktionieren, teilweise sogar bis zu vier Stunden. Doch die Batterien haben nur begrenzte Kapazität und können das System lediglich kurzfristig am Leben erhalten. Aber immerhin ist es für die Behörden noch möglich, der Bevölkerung beispielsweise wichtige Warnhinweise per SMS zu senden, bevor das Netz komplett zum Stillstand kommt.

Auch beim Betreiber A1 gibt es ebenfalls Notstrombatterien bei Mobilfunksendern und Rechenzentren. Je nach Auslastungen können diese etwa 30 Minuten lang weiterlaufen. Manche systemkritische Standorte haben dagegen eine Lebensdauer von etwa 72 Stunden. Zu bedenken ist, dass der Ausfall in eng besiedelten Gebieten voraussichtlich deutlich schneller passiert, weil die Auslastung hier größer ist.

Ähnlich sieht es beim Betreiber Drei aus. Auch hier gibt es Notstrombatterien. Beim mobilen Internet soll die Kommunikation noch zwischen 30 Minuten bis maximal vier Stunden funktionieren. Die Datenzentren sowie die kritischen Netzwerkkomponenten sind mit unterbrechungsfreier Stromversorgung und Netzersatzanlagen in Form von Dieselaggregaten ausgestattet, die im Anlassfall eine Versorgung über einen längeren Zeitraum sicherstellen. Die Datenzentren seien auch so ausgelegt, dass jeweils eines die Verkehrslast des anderen übernehmen kann.

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System funktioniert nach Blackout schnell wieder

Doch was passiert, wenn der Strom wieder da ist? „Es ist nicht möglich, das genau zu testen, aber wir sind darauf gut vorbereitet. Unser Netz ist wie ein komplexes Computersystem. Wir müssen also die Server und die Applikationen sukzessive wieder hochfahren. Wie lange das exakt dauert, ist schwer zu sagen, aber es handelt sich definitiv nur um eine Angelegenheit von ein paar Stunden“, so ein Sprecher von A1.

Magenta ist ebenfalls sicher, dass das Netz schnell wiederhergestellt wird, sobald die Stromzufuhr zurückkehrt. Innerhalb weniger Stunden lasse sich das System wieder hochfahren. Gleiches gilt für Drei. Herbert Saurugg ist hier dagegen etwas weniger optimistisch. Ihm zufolge könnte es einige Tage dauern, bis alles wieder funktioniert.

Sowohl A1 als auch Magenta können das Worst-Case-Szenario eines landesweiten Ausfalls nicht genau voraussagen. Doch die Betreiber haben an Simulationen teilgenommen und geben sich auf den Ernstfall vorbereitet. Doch wie gesagt, komplett ohne Strom werden das Internet und das Telefonnetz unweigerlich ausfallen. Saurugg zufolge sollten Haushalte für den Ernstfall am besten ein batteriebetriebenes Radio haben. Denn die Radiosender des ORF haben einen Versorgungsauftrag und funktionieren zumindest für die nächsten 72 Stunden. Somit können die Menschen trotz Blackout und Absturz der Telekommunikation immer noch drei Tage lang wichtige Informationen erhalten.

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