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Celsius Network sperrt Auszahlungen wegen „extremen Marktbedingungen“

© Celsius Network
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Nach dem Kollaps von Terra/LUNA eilt die nächste Schockmeldung durch den Krypto-Sektor: Celsius Network, einst ein Vorzeige-Projekt in Sachen Krypto-Kredite, hat in der Nacht auf Montag angekündigt, dass Abhebungen und Transaktionen für die Nutzer:innen bis auf weiteres gesperrt sind. Das bedeutet de facto, dass die Krypto-Assets, die User über Zeit bei Celsius eingezahlt haben, derzeit nicht mehr bewegt werden können – also eingefroren sind.

Begründet wird der Schritt mit den „extremen Marktbedingungen“, man brauche Zeit, um den Auszahlverpflichtungen nachzukommen. Das bedeutet, dass Celsius Network, das in der Vergangenheit als Lending-Plattform mit bis zu 18 Prozent APY (Annual Percentage Yield, a.k.a. effektiver Jahressatz) warb, aktuell nicht liquide und somit zahlungsunfähig ist. Zum Grundprinzip: Nutzer:innen konnten Krypto-Assets wie Bitcoin, Ether oder Stablecoins wie USDT oder USDC einzahlen. Diese Assets wurden an andere Nutzer:innen verborgt, und die Lender wurden mit hohen Rewards belohnt.

Krypto-Kredite: Der Kampf der USA gegen die Bitcoin-Verleiher

„Liquidität stabilisieren“

„Wir arbeiten mit einem einzigen Ziel: die Vermögenswerte zu schützen und zu erhalten, um unseren Verpflichtungen gegenüber den Kunden nachzukommen. Unser oberstes Ziel ist es, die Liquidität zu stabilisieren und Abhebungen, Swaps und Überweisungen zwischen Konten so schnell wie möglich wieder zu ermöglichen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, da wir verschiedene Optionen in Betracht ziehen, dieser Prozess wird Zeit in Anspruch nehmen und es kann zu Verzögerungen kommen“, heißt es seitens der Betreiberfirma des Celsius Network, das zwischen New York, London und Litauen operiert.

Eine besondere Rolle bei der Lending-Plattform spielt der CEL-Token. Nutzer:innen können sich die Zinsen auch in CEL auszahlen lassen, was noch höhere Rewards verspricht. Allerdings ist das Vertrauen in den Token zuletzt zusammen gebrochen. CEL liegt mittlerweile 97 Prozent unter dem Höchstpreis, der im Juni 2021, also vor etwa einem Jahr erreicht wurde. Aufgrund des Auszahlungsstopps ging der Preis in den vergangenen Stunden noch einmal zusätzlich dramatisch nach unten, mit etwa 32 Prozent.

Celsius Network hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Investoren, darunter WestCap und Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ), eine globale Investmentgruppe, bewerteten die erst 2017 gegründete Firma der Founder Alex Mashinsky und Daniel Leon in einer Finanzierungsrunde im Oktober 2021 mit satten drei Milliarden Dollar. Und das, obwohl Celsius Network und andere Anbieter von Krypto-Krediten längst im Visier der US-Zinanzbehörden standen. Das resultierte im Februar 2022 in einer Die 100-Millionen-Dollar-Strafe für die Krypto-Lending-Plattform BlockFi.

Die 100-Millionen-Strafe für BlockFi ist eine gute Botschaft für die Krypto-Industrie

Lending-Protokolle sorgen für Ärger

Celsius Network selbst hatte ebenfalls immer wieder Schwierigkeiten mit den Behörden. So flüchtete das Team rund um Alex Mashinsky im Sommer 2021 nach New York. Denn zuvor hatte die britische Finanzmarktaufsicht FCA strengere Regeln für Krypto-Unternehmen angekündigt. Neben Celsius Network verließ damals auch Binance das Land. Mashinsky nannte „zunehmende regulatorische Unsicherheit, die derzeit in Großbritannien herrscht“, als Grund für den Wechsel in die USA.

Seit Ende 2021 wurden bei Celsius Network massiv Assets abgezogen. Waren es im Dezember 2021 noch Assets im Gegenwert von etwa 24 Milliarden Dollar, die bei der Plattform lagen, sind es aktuell laut Webseite nur mehr etwa 3,8 Milliarden Dollar. Durch den weiter anhaltenden Crash bei Krypto-Preisen schrumpft das Volumen bei Celsius derzeit wohl minütlich.

Dass Celsius Network nun die Auszahlungen sperrt, ist alarmierend. Erst vor kurzem hat das Lending-Protokoll Anchor auf der Terra-Blockchain für enorme Schwierigkeiten gesorgt. Wurde zuvor mit sehr hohen APY von 20 Prozent geworben, sorgte eine plötzliche Auszahlungswelle schließlich für den schnellen Preisverfall von LUNA – was letztlich im Kollaps des „Stablecoins“ UST und der Terra-Blockchain endete.

Großbritannien vertreibt Krypto-Firmen – Binance und Celsius Network betroffen

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