Hintergrund

Die 100-Millionen-Strafe für BlockFi ist eine gute Botschaft für die Krypto-Industrie

© Quantitatives.io on Unsplash
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Die 100-Millionen-Dollar-Strafe für die Krypto-Lending-Plattform BlockFi, an der viele große Investor:innen beteiligt sind, ist auf den ersten Blick ein Schocker. Eine solch große Buße für eine nicht mal fünf Jahre alte Firma – das würde den meisten wohl das Genick brechen. Doch überraschenderweise jubelte Gründer Zac Prince über die heftige Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC und nennt sie einen „Meilenstein“ für sein Unternehmen.

Worum geht es? In kurzen Worten: Der mächtigen US-Behörde ist es sauer aufgestoßen, dass BlockFi seinen Kund:innen Zinsen für geliehene Krypto-Assets gegeben hat. Das ist gleich zwei wichtigen Gesetzen – dem Securities Act von 1933 und dem Investment Company Act von 1940 – in die Quere gekommen. Die SEC sieht darin eigentlich Investment-Angebote, die einer entsprechenden Regulierung bedürfen. So hat BlockFi im Zuge der Verkündung der Rekordstrafe auch gleich angekündigt, sein Lending-Angebot (es soll künftig „BlockFi Yield“ heißen) bei der SEC zu registrieren.

BlockFi: 100 Millionen Dollar Strafe fürs kontroverse Krypto-Lending

„Regulatorische Klarheit für die gesamte Branche“

„Der heutige Meilenstein ist ein weiteres Beispiel für unsere bahnbrechenden Bemühungen, regulatorische Klarheit für die gesamte Branche und unsere Kund:innen zu schaffen“, tönte als Prince. Man wolle nun ein reguliertes Produkt bringen, mit dem die Kund:innen Zinsen auf ihre Krypto-Vermögenswerte erhalten sollen, und zwar mit voller rechtlicher Sicherheit. Für andere (potenzielle) Anbieter:innen wie Coinbase oder Celsius Network ist die Botschaft der SEC klar: Akzeptiert einen Vergleich samt satter Strafe oder holt euch eine Lizenz bei uns, dann dürft ihr künftig das Geschäft machen.

„Die heutige Einigung macht deutlich, dass Kryptomärkte bewährte Wertpapiergesetze wie das Wertpapiergesetz von 1933 und das Gesetz über Investmentgesellschaften von 1940 einhalten müssen. Sie zeigt außerdem die Bereitschaft der Kommission, mit Krypto-Plattformen zusammenzuarbeiten, um herauszufinden, wie sie mit diesen Gesetzen in Einklang gebracht werden können“, so SEC-Chef Gary Gensler. Seine Behörde will nun dabei unterstützen, das boomende Geschäft mit den Krypto-Krediten aus der Grauzone zu holen. Denn auch klar: Was genau reguliert ist, kann auch genau besteuert werden. Auf der ganzen Welt (Beispiele sind Russland oder Indien) sind Regulierer dazu übergegangen, dass Geschäft mit Krypto-Assets nicht verbieten, sondern genau regulieren zu wollen.

Zudem wirken 100 Millionen Dollar Strafe viel, ist aber vergleichsweise wenig. BlockFi hat hat 2021 satte 350 Millionen Dollar (Series D)bei einer Firmenbewertung von drei Milliarden Dollar eingesammelt. Zu den Investor:innen zählen DST Global, Tiger Global, Valar Ventures (Peter Thiel), Galaxy Digital, Fidelity, SoFi und Coinbase Ventures – also viele Geldgeber, die auch in andere Krypto-Startups ihr Geld stecken. Besonders Coinbase Ventures ist interessant – denn immerhin plante das börsennotierte Unternehmen ein eigenes „Lend“-Produkt, brachte es dann aber wegen drohenden SEC-Strafen nicht auf den Markt. Nun, da BlockFi die Sache geklärt hat, ist der Weg wieder frei. Und das hat Coinbase dann viel weniger als 100 Millionen Dollar gekostet.

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