Handelskrieg

Chip-Krieg eskaliert weiter: China verbannt Micron-Chips aus den USA

© Micron
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Wenn der Chiphersteller Micron in den letzten Jahren durch eines aufgefallen ist, dann dadurch, ziemlich stark seinen US-Patriotismus zu betonen. Das Unternehmen mit einem Börsenwert von etwa 75 Milliarden Dollar gehört zu den 15 größten Halbleiterherstellern der Welt und hat sich in den letzten Jahren rund um die Errichtung von neuen Chip-Fabriken in den USA stets mit der hohen US-Politik und vielen USA-Fahnen geschmückt.

Nun wird Micron zum nächsten Spielball im Chip-Krieg USA gegen China. Denn die chinesische Cyberspace-Behörde CAC (Cyberspace Administration of China) hat nun Produkte von Micron als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft. Worin die Bedrohung genau liegt, wurde offen gelassen, jedenfalls könnten Micron-Produkte „relativ bedeutende Netzwerksicherheitsprobleme“ verursachen – und das wiederum könne „erhebliche Sicherheitsrisiken für unsere Lieferkette für kritische Informationsinfrastrukturen“ bedeuten. Micron-Produkte in China dürfen bis auf weiteres nicht mehr verkauft werden, bestehende Chips aber weiter eingesetzt werden.

Der Verbot des Verkaufs von Micron-Produkten ist als Retourkutsche Chinas an die USA zu verstehen. Die USA haben vor mehreren Jahren bekannterweise Huawei-Produkte aus dem heimischen Markt verbannt und das Unternehmen dadurch schwer geschädigt. Außerdem wurden im Oktober 2022 Exportkontrollen eingeführt; dabei werden immer mehr chinesische Firmen davon abgehalten, Chips aus den USA zu beziehen.

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Für China selbst ist der Micron-Bann kein großes Problem. Die US-Firma ist auch die Herstellung von Speichern (DRAM, SSD, NAND Flash) spezialisiert. Diese lassen sich auch von vielen anderen Unternehmen beziehen, etwa von Samsung oder SK Hynix aus Südkorea oder vom chinesischen Unternehmen Yangtze Memory Technologies (YMTC). Dieses wiederum steht auf der Exportkontroll-Liste der USA und darf keine Geräte zur Chip-Herstellung mehr beziehen. Für Micron dürfte der bann zwischenzeitlich größere Probleme verursachen, immerhin kommen 11 Prozent des Umsatzes aus dem bisherigen Exportland.

Der Chip-Krieg eskaliert damit auf eine neue Stufe. Zuvor haben die USA die Verbündeten Niederlande und Japan im globalen Machtkampf um Halbleiter auf ihre Seite geholt. So haben die Niederlande Restriktionen für die Ausfuhr von ASML-Technologie nach China verhängt. ASML ist einer der wichtigsten Halbleiterkonzerne überhaupt, weil seine Lithographiesysteme essenziell für Chip-Hersteller sind, um produzieren zu können.

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