Greenwashing-Vorwurf

COP27-Klimagipfel: Empörung über Coca-Cola-Sponsorship

Plastikflasche von Coca-Cola © maria mendiola on Unsplash
Plastikflasche von Coca-Cola © maria mendiola on Unsplash

Von 6. bis 18. November 2022 findet im im ägyptischen Scharm asch-Schaich die 27. Ausgabe der UN-Klimakonferenz COP statt, und jetzt schon gibt es eine große Kontroverse um das Event. Denn laut dem Guardian fungiert in diesem Jahr der Getränkegigant Coca-Cola als Sponsor der Veranstaltung. Klimaaktivist:innen stößt das sauer auf, da ihnen zufolge der Konzern einer der weltweiten größten Erzeuger von Plastikabfällen ist. Kritiker:innen sehen in dem Sponsoring eine Greenwashing-Aktion.

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Coca-Cola „größter Plastikverschmutzer der Welt“

Die COP ist das weltweit wichtigste Forum für Regierungen, Unternehmen und Umweltorganisationen zur Bewältigung der Klimakrise. Deswegen zeigen sich Umweltschützer:innen als „erstaunt“ über das Coca-Cola-Sponsorship. „Über vier Jahre hinweg haben wir in unseren jährlichen Markenprüfungen festgestellt, dass Coca-Cola der größte Plastikverschmutzer der Welt ist. Es ist verblüffend, dass ein Unternehmen, das so eng mit der fossilen Brennstoffindustrie verbunden ist, ein so wichtiges Klimatreffen sponsern darf“, sagt Emma Priestland, Koordinatorin von Break Free From Plastic, einem weltweiten Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen.

Eine Petition, die von einem Delegierten des letztjährigen COP26 in Glasgow gestartet wurde, fordert nun ein Ende des Sponsorings der COP27-Gespräche durch Unternehmen, beginnend mit dem Ausschluss von Cola-Cola. „Der Konzern produziert 120 Milliarden Wegwerf-Plastikflaschen pro Jahr – und 99 Prozent der Kunststoffe werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt, was sowohl die Plastik- als auch die Klimakrise verschärft“, warnt John Hocevar, Leiter der Meereskampagne von Greenpeace USA.

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Konsumgüterkonzern Unilever war 2021 COP-Sponsor

Die Kooperationsvereinbarung mit Coca-Cola wurde von der ägyptischen Regierung unterzeichnet. „Wir teilen das Ziel, den Müll aus den Ozeanen zu entfernen, und schätzen die Bemühungen, das Bewusstsein für diese Herausforderung zu schärfen. Wir sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen und haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt, angefangen damit, dass wir bis 2030 für jede von uns verkaufte Flasche oder Dose eine Flasche sammeln und recyceln. Unsere Unterstützung für COP27 steht im Einklang mit unserem wissenschaftlich begründeten Ziel, die absoluten CO2-Emissionen bis 2030 um 25 Prozent zu reduzieren, und unserem Bestreben, die Kohlenstoffemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren“, heißt es von Coca-Cola.

Der multinationale Konsumgüterkonzern Unilever war im vergangenen Jahr der Hauptpartner der COP26 in Glasgow, während AG Barr, der Hersteller des Softdrinks Irn-Bru, während der Konferenz in zwei Kongresszentren in Glasgow als exklusiver Lieferant von Erfrischungsgetränken und Wasser fungierte. Das Sponsoring von COP26 soll einen Wert von etwa 250 Millionen Pfund (etwa 285 Millionen Euro) gehabt haben. Dabei waren auch große Unternehmen wie Sky, Hitachi, National Grid, ScottishPower, Microsoft, NatWest und Sainsbury’s beteiligt. Die Sponsorships durch solche internationalen Großkonzerne, die oft eine unrühmliche Klimabilanz haben, sorgt für Empörung bei Klimaaktivist:innen.

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