Gastbeitrag

15,1 Mio. Euro: Crowdinvesting bringt in Österreich im ersten Quartal neue Rekordsumme

Wem vertraut die Crowd? © Pixabay
Wem vertraut die Crowd? © Pixabay

Schwarmfinanzierungen erfreuen sich als Investment-Alternative auch 2019 zunehmender Beliebtheit: Bereits in den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres konnten österreichische Crowdinvestment-Anbieter laut Analyse des Vergleichsportals CrowdCircus.com 40,1% der Gesamtzuflüsse von 2018 verzeichnen. Im Fokus standen dabei nahezu ausschließlich Immobilien-Projekte. 

Crowdinvestment-Branche blickt auf bisher stärkstes Quartal zurück

Während die österreichische Schwarmfinanzierungs-Branche noch im Jahr 2015 ein gesamtes Kalenderjahr dafür benötigte, um ein Volumen von 11,8 Millionen Euro einzusammeln, konnte dieser Wert 2019 bereits innerhalb der ersten drei Monate komfortabel übertroffen werden: Mit Gesamtzuflüssen von 15,1 Millionen Euro konnte die immer noch junge Industrie ihr bisher stärkste Quartal verzeichnen. Im Jahresvergleich (Q1-2019 vs. Q1-2018) liegt das Wachstum bei +118,8%. Bereits nach einem viertel Jahr konnten mehr als 40% des Crowdinvestment-Volumens von 2018 generiert werden.

Insgesamt 46 Crowdinvestment-Projekte von 8 Plattformen konnten laut CrowdCircus-Daten im ersten Quartal 2019 finanziert werden. Im Durchschnitt lockten jene Kampagnen mit einer Brutto-Rendite von 6,15% p.a. 

Österreich entwickelt sich zunehmend zur Immobilien-Crowd

Was bei näherer Betrachtung der neuen Quartals-Analyse des Crowdinvestment-Aggregators „CrowdCircus.com“ rasch auffällt, ist die hohe Konzentration, die das jüngst zu beobachtende Marktwachstum hinsichtlich Sektoren aufweist: Während in den vergangenen Jahren vor allem auch Energie-, Tourismus- oder auch Projekte von Sportclubs (beispielsweise setzten sowohl Rapid als auch Austria Wien bereits auf Crowdinvestment-Kampagnen) gefragt waren, haben sich Crowdinvestment-Zuflüsse im ersten Quartal 2019 nahezu ausschließlich in Richtung von Immobilien-Projekten konzentriert: 89,5% beziehungsweise 13,5 Millionen Euro konnten allein Immobilien-Crowdinvestments für sich beanspruchen. Insbesondere die leichte Verständlichkeit der Geschäftsmodelle sowie bis dato noch nicht aufgetretene Projektausfälle dürften viele Crowdinvestoren in Immobilien-Projekte gedrängt haben.

Aufgrund des hohen Immobilien-Anteils ist es nicht verwunderlich, dass hierauf fokussierte Plattformbetreiber den Markt im ersten Quartal 2019 anführten: Den höchsten Marktanteil konnte mit 37,1% (5,6 Millionen Euro an Zuflüssen) der Anbieter „dagobertinvest“ verbuchen, gefolgt von „Home Rocket“ (26,7% Marktanteil / 4 Millionen Euro) und „Rendity“ (21,7% / 3,3 Millionen Euro).

Tabelle 1: Die Top-10 Crowdinvesting-Projekte im ersten Quartal 2019 (01.01.2019-31.03.2019)

 

Tabelle 2: Die Top Crowdinvesting-Plattformen im ersten Quartal 2019 (01.01.2019-31.03.2019)

 

Tabelle 3: Die Top-Crowdinvesting-Kategorien ersten Quartal 2019 (01.01.2019-31.03.2019)


Über die Analyse:

Im Rahmen der vorliegenden CrowdCircus.com-Analyse wurden die im Zeitraum von 01.01.2019-31.03.2019 von österreichischen Crowdinvesting-Plattformen generierten Zuflüsse gemessen (Zuflüsse=Projektvolumen am Ende des letzten Beobachtungstag – Projektvolumen zu Beginn des ersten Beobachtungstages). Bei „Crowdinvesting“ handelt es sich um einen Sammelbegriff für alle – auf Profit orientierte – Crowdfunding-Formen: Equity-Crowdfunding (Eigenkapital-basiert), Equity-like/Hybrid-Crowdfunding (Eigenkapital-ähnlich) und Debt-Crowdfunding (Kredit-basiert).

Die Plattformen „betongold“ und „Crowd4Energy“ waren zum aktuellen Stichtag noch nicht mit automatisierten Datenlieferungen an CrowdCircus.com angebunden und wurden deshalb in dieser Auswertung nicht berücksichtigt. Die Crowdfunding-Formen „Donation“ und „Reward“ wurden in dieser Analyse bewusst nicht berücksichtigt, da sie keine Anlagealternative darstellen, sondern andere Zwecke (Gemeinwohl beziehungsweise Konsum) verfolgen.

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