Überblick

Die wichtigsten HealthTech Trends 2024

Die Pille für 2024. © Canva Pro
THE PILL FOR 2024. © Canva Pro

Menschen wollen gesünder werden, geheilt werden, abnehmen, länger leben, und so weiter und so fort: HealthTech ist abseits aller Hypes eigentlich immer gefragt. Zwar dauern Entwicklungen in dem Bereich oft lange und sind sehr Kosten- und Forschungs-intensiv, aber wenn es einen Durchbruch gibt, dann geht es gleich um viele viele Milliarden (z.B. BioNTech, Novo Nordisk). Deswegen wird auch 2024 ordentlich in HealthTech investiert werden, und AI verspricht, dass das künftig schneller, besser und billiger geht.

AI überall

Röntgen-Bilder auswerten, Wirkstoffe finden, seltene Krankheiten finden, klinische Studien durchführen, Ferndiagnosen stellen, Gesundungsverläufe vorhersagen, und so weiter und so fort: An der Schnittstelle Gesundheit und AI tut sich Investor:innen zufolge gerade sehr sehr viel, weil viele gute Gründer:innen genau in diesen Bereich streben. Der Gesunfheitssektor ist traditionell langsam unterwegs, sehr teuer und sehr Forschungs-intensiv, mit AI verspricht das besser, effizienter und schneller zu werden. Nur ein Beispiel: Der Impfstoff-Hersteller BioNTech hat sich mit dem 2023 abgeschlossenen Zukauf des AI-Startups InstaDeep an der KI-Front gestärkt, und in diesem Ton wird es 2024 voraussichtlich weitergehen.

Chatbots und Copilots

ChatGPT ist gekommen und zu bleiben – zumindest seine Logik. Denn noch sollte man eher nicht davon ausgehen, dass Unternehmen sich beeilen werden, GPT-4 und Co in ihre Health-Anwendungen einzubauen. Jedoch kann man sich bereits ausmalen, das auf medizinische Informationen spezialisierte AI-Modelle Patient:innen wie auch ärztlichem Personal als eine Art Ansprechperson zur Seite stehen werden. Privatpersonen könnten Chatbots als Symptom-Checker einsetzen, und Ärzt:innen und Co sie konsultieren, wenn sie vor einer kniffeligen Frage in der Praxis stehen. Google hat mit Med-PaLM bereits ein Large Language Model speziell für den medizinischen Bereich entwickelt – wohl nur eine Frage der Zeit, bis so etwas breitere Anwendung findet.

Longevity – die Jagd nach der Unsterblichkeit

Das Leben um 5, 10, 20 Jahre verlängern mit Pillen, Salben, Therapien und Co: Unter dem Schlagwort Longevity, also Langlebigkeit, gibt es immer Startups und Unternehmen, die ihre Produkte und Services geschnürt haben. In den USA, aber auch zunehmend in Europa wie in der Schweiz gibt es diesen Trend zu beobachten. Für Tech-Milliardäre ist Longevity ein besonderer Spielplatz. So haben etwa Jeff Bezos oder der Tech-Investor Yuri Milner in Altos Labs eines der best finanzierten Startups der Welt finanziert. Auch OpenAI-CEO Sam Altman ist im Spiel, mit einem massiven 180-Mio-Dollar-Investment in Retro Biosciences. Da Longevity-Lösungen vor allem Wohlhabende in den immer älteren westlichen Gesellschaften ansprechen, steht das Thema bei Investor:innen zunehmend am Speisezettel – und auch Pharmakonzerne kennen den Trend.

Abnehm-Medikamente

Ozempic und Wegovy (Novo Nordisk) oder Mounjaro und Zepbound (Eli Lilly) – das sind die Namen neuer Medikamente, die eigentlich aus der Ecke der Diabetes-Medikamente kommen, aber mittlerweile eigentlich fürs Abnehmen stehen. Sie treffen auf Bevölkerungen mit immer höherem Übergewicht, und dementsprechend gut verkaufen sie sich. Die Umsätze bzw. Börsenkurse der Hersteller Novo Nordisk bzw. Eli Lilly sind 2023 stark nach oben gegangen, und das Business wollen sich viele andere im HealthTech-Bereich ebenfalls nicht entgehen lassen. Laut MIT Tech Review befinden sich derzeit 70 neue Adipositas-Therapien in Entwicklung, derzeit sechs warten in den USA auf die Genehmigung der Behörden.

CRISPR-Therapien

Krebszellen in gesundes Muskelgewebe umwandeln, Blinden die Sehkraft zurückgeben, Sichelzellanämie heilen: Die vor mittlerweile mehr als zehn Jahren auch in Österreich entwickelte Gen-Schere CRISPR ist revolutionär wie kontrovers. Während sie in der EU unter strenge Gen-Gesetze fällt, haben es Ende 2023 die Unternehmen Vertex Pharmaceuticals und CRISPR Therapeutics geschafft, grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA für die erste CRISPR/Cas9-basierte Therapie „Casgevy“ zu erhalten. Die Therapie, die die lebensbedrohliche Sichelzellenkrankheit heilen kann, ist aber auch noch sehr teuer – sie kostet 2,2 Mio. Dollar. Doch wenn Preise sinken, werden CRISPR-Therapien immer leistbarer, und umso mehr Unternehmen werden in den Bereich drängen.

Die wichtigsten AI Trends 2024

ElderTech: Altenpflege neu

Ja, dieses Schlagwort gibt es tatsächlich. Es bezeichnet all jene Unternehmen und Entwicklungen, die sich um ältere Menschen und ihr Wohlbefinden kümmern. Auch in Österreich gibt es Startups, die sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise um diese Zielgruppe kümmern – das geht von Sensoren zur Sturzerkennung bis hin zu Matching-Services fürs Pflegepersonal. Da gerade viele westliche Gesellschaften immer stärker überaltern und auf der anderen Seite oftmals Fachkräfte und Ressourcen fehlen, um sich um sie ausreichend kümmern zu können, dürfte ElderTech ein boomender Bereich bleiben.

Cyber-Security für Gesundheitsdaten

Mittels IoT vernetzte Krankenhäuser, digitale Patientendaten, Gesundheits-Tracker am Körper und im Haushalt: Sensible Gesundheitsdaten haben begonnen zu fließen, und auch der Hack der DNA-Datenbank 23andMe, bei dem Hacker Stammbaumdaten von 6,9 Millionen Menschen erbeuteten, zeigt: Security im Gesundheitsbereich wird immer gefragter.

„Die zunehmende Verbreitung von Telemedizin und Fernüberwachungsprogrammen für Patienten hat angesichts von Cyberangriffen und Datenschutzproblemen zu Sicherheitsbedenken geführt“, heißt es seitens Marktforscher Gartner. „Aus diesen Gründen ist die Sicherheit ein wichtiger Aspekt für Gesundheitsorganisationen, die neue Software jeglicher Art kaufen möchten. Die meisten Befragten wählten IT-Sicherheit als das wichtigste Instrument für Softwareinvestitionen im Jahr 2024.“

Personalsuche & Ausbildung

Pflegenotstand, Ärztemangel, Spitäler-Kollaps: Der Mangel an qualifiziertem Personal in der Welt der Gesundheit beschränkt sich nicht nur auf Österreich. Zwar gibt es mit Telemedizin, Robotern und Co. natürlich Möglichkeiten, menschliche Arbeitskraft zu ersetzen, aber ohne Menschen kann der Gesundheits- und Pflegebereich auch nicht funktionieren. Deswegen sind neue Wege für Gesundheitseinrichtungen, wie sie an die notwendigen Fachkräfte kommen, wie sie sie ausbilden können, eine spannende Sache.

„Mit Blick auf das kommende Jahr sieht mehr als ein Drittel der Fachkräfte im Gesundheitswesen die Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter als größte Herausforderung bei der Planung von Investitionen in neue Software an“, heißt es seitens Marktforscher Gartner. „Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal im Gesundheitswesen ist für 36 % der Organisationen der wichtigste externe Faktor, der die Geschäftsziele für 2024 bestimmt.“

Mental Health Solutions

Bei Gesundheit denkt man meist an den menschlichen Körper und nicht sofort an den menschlichen Geist. Die Omni-Krise aber setzt immer mehr Menschen unter psychischen Druck, laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind die Fälle von mentalen Erkrankungen weltweit am Steigen. Laut WHO sind Depressionen eine der häufigsten Ursachen für Behinderungen. Selbstmord ist mittlerweile die vierthäufigste Todesursache bei den 15-29-Jährigen. Dementsprechend größer wird der Bedarf an Lösungen im Mental Health-Bereich, und auch die Investitionen in dem Bereich steigen.

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