Kommentar

E-Ladestationen: Stellt endlich von Zeittarif auf kWh-Abrechnung um!

© Maxim Hopman on Unsplash
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Wir bei Trending Topics sind nun ziemlich genau fünf Monate mit dem E-Auto (danke vibe moves you!) in Österreich unterwegs und haben viele tausende Kilometer am Buckel. Egal ob Vorarlberg, Oberösterreich oder Kärnten, ein Fixpunkt auf unseren Wegen sind immer: die Ladestationen. Und weil es in Österreich einen Dschungel an Anbietern und Tarifen, gepaart mit ordentlicher Intransparenz, gibt, gibt es immer wieder böse Überraschungen bei der Rechnung fürs Laden.

Ein Beispiel: In Wien lädt man an den 11-kW-Stationen zum Nachttarif (noch) um 0,70 Euro pro Stunde. Es dauert viele Stunden, um den leeren Akku des Model 3 wieder voll zu bekommen. Die Faustregel sagt da: Um 8 Uhr abends hinstellen, um 8 in der früh wieder holen, macht 12 Stunden und somit gerade mal 8,40 Euro. Passt, super.

Nur: Wenn man eine Fahrt nach Niederösterreich macht und mit der selben Ladekarte an einer sehr ähnlichen Ladestation ähnlich lange lädt (auch über Nacht), dann kostet das plötzlich – 60 Euro.

Ja, richtig gelesen. 12 Stunden an der 11-kW-Ladesäule kosten im Roaming 5 Euro je Stunde, macht satte 60 Euro bzw. das 7-fache für die gleiche Leistung, nur eben im Nachbarbundesland. An der Ladestation erfährt man mangels Info an der Säule zu etwaigen Roaming-Tarifen (wir reden hier vom selben Land!) nichts.

Bis zu +178%: Starke Preissteigerungen an den E-Ladestationen

Bei Benzin und Diesel wäre das undenkbar

Österreich braucht ganz dringend eine einheitliche Regelung für E-Ladestationen. Hierzulande gibt es bereits mehr als 91.300 rein elektrisch betriebene PKW (1,8 Prozent aller Autos), etwa 12.300 öffentliche Ladepunkte – und gefühlt ebenso viele Möglichkeiten, was am Ende auf der Rechnung steht. Bei Benzin und Diesel wäre das undenkbar. Dort gibt es auch die alte Faustregel, dass der Sprit entlang der Autobahnen teurer ist als an der Tanke in der Stadt. Aber das Siebenfache, nur weil man im anderen Bundesland tankt? Undenkbar und eine sichere Schlagzeile in der Kronenzeitung.

Was wir neben einer Abschaffung inner-österreichischer Roaming-Gebühren dringend brauchen, ist eine flächendeckende Umstellung von Zeittarifen auf eine kWh-genaue Abrechnung. Man soll genau den Strom bezahlen, den man lädt, und keine Kilowattstunde mehr oder weniger. Zeittarife können tückisch sein. Nur weil auf Google Maps oder an einer Ladesäule steht, dass sie theoretisch mit 75 kW lädt, heißt das noch lange nicht, das sie es auch tut. Oft ist es viel langsamer. Bedeutet: Selbe geladene kWh, nur längere Zeit an der Steckdose, ergibt höhere Rechnung.

Klar wird uns die kWh-Abrechnung nicht vor höheren Strompreisen schützen. Bei den Supercharger von Tesla gibt es das längst – da sieht man live am Auto-Display auf den Cent genau, wie viel der Strom gerade kostet, der in den Akku geladen wird. Bei vielen anderen Ladesäulen sieht man – nichts. Da gibt es zwar altmodische Displays, aber keine Preisangaben. Da kann man warten, bis am Monatsende die böse Überraschung in Form einer Rechnung ins Haus flattert.

Nach 21. Jahrhundert fühlt sich das nicht an – eher nach den 1990ern, als die ersten Handy-Besitzer:innen in die Roaming-Fallen tappten.

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