28. Juli

Earth Overshoot Day: Wir leben, als hätten wir 3,5 Planeten zur Verfügung

Klimaproteste. © Unsplash
Klimaproteste. © Unsplash

Einmal abgesehen vom Corona-Jahr 2020 mit seinen Lockdowns, schiebt sich ein trauriges Datum immer weiter nach vorne im Kalender: der so genannte Earth Overshoot Day. Er markiert den Tag, an dem die Menge der natürlichen Ressourcen verbraucht ist, die unser Planet im gesamten Jahr regenerieren kann. 2022 fällt er auf den morgigen 28. Juli. Nur 2018 lag der Tag so früh im Jahr.

Die Earth Overshoot Days der vergangenen Jahre:

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  • 28. Juli, 2018
  • 29. Juli, 2019
  • 22. August, 2020 (=Ausreisser wegen weltweiter Corona-Lockdowns)
  • 30. Juli, 2021
  • 28. Juli, 2022

„Die Welt verbraucht im Jahr 2022 wieder die Ressourcen von 1,8 Erden. Nach österreichischer Lebensweise sind es sogar etwa 3,5. Wenn wir innerhalb des ökologischen Budgets bestehen wollen, sollte die Politik die Chance in Zeiten steigender Energiepreise ergreifen und den Turbo beim Ausstieg aus fossiler Energie zünden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Umweltschutzorganisationen Footprint, WWF Österreich und GLOBAL 2000.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigen, dass trotz Pariser Klimaabkommen, zunehmender Elektrisierung des Verkehrs und vieler anderer Maßnahmen die Ausbeutung der Erde nicht abgenommen, sondern vielmehr zugenommen hat. Zuletzt war es vor dem 1970ern so, dass die Menschheit weniger Ressourcen verbraucht hat als der Planet pro Jahr regenerieren kann:

earth overshoot day from 1971 to 2022

Den Umweltschützer:innen zufolge müsse der „Überkonsum in Österreich und Europa“ ein Ende haben. So ist mittlerweile sogar von einem Klima-Genozid (O-Ton Richard David Precht) die Rede, weil die Folgen der Klimakatastrophe vor allem der globale Süden abbekommt, wo große Regionen aufgrund von Hitze und Dürre einfach nicht mehr bewohnbar sind.

Forderung nach Energieeffizienzgesetz

Von der österreichischen Bundesregierung wird gefordert, dass sie „Reduktionsziele für den Ressourcen-Verbrauch genauso gesetzlich verankern wie Klimaziele“ solle. Eine Chance wird in der aktuellen Krisensituation im Ukrainekrieg und Energiekrieg Russlands gesehen, weil dieser zu einem schnellen Wandel in der Bevölkerung führen kann. „In der derzeitigen Lage sind viele Menschen motiviert, die längst bekannten Energiespartipps anzuwenden. Wenn möglichst Viele mithelfen, dient das auch dem Schutz von Menschen, Natur und Klima“, sagt Michael Schwingshackl von der Plattform Footprint.

Mit Hilfe eines Mixes aus „rasch wirksamen sowie langfristigen Maßnahmen“ sei es möglich, den Energieverbrauch Österreichs mittelfristig um 45% zu senken, heißt es seitens WWF. Dazu fehlt aber unter anderem weiterhin ein neues Energieeffizienzgesetz in Österreich, das gesetzliche Instrumente zum Energiesparen einführt.

Künstliches Kerosin wird aus Wasser, CO2 und Solarenergie hergestellt

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